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E-Auto: FĂŒr wen lohnt sich ein Abo?

dpa-tmn, Inga Stracke

Aktualisiert am 11.12.2020Lesedauer: 3 Min.
E-Auto: Wer nicht gleich kaufen muss, verliert bei Abo oder Leasing vielleicht schneller BerĂŒhrungsĂ€ngste mit der Technik.
E-Auto: Wer nicht gleich kaufen muss, verliert bei Abo oder Leasing vielleicht schneller BerĂŒhrungsĂ€ngste mit der Technik. (Quelle: Zacharie Scheurer/dpa)
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Der Umstieg auf ein E-Auto kommt so manchem wie die Reise ins Unbekannte vor. Wer vor dem Kauf noch zurĂŒckschreckt, kann Fahrzeuge unverbindlich mit Abo oder Leasing testen. Wie lĂ€uft das ab?

Die Zeitung kommt per Abo tĂ€glich in den Briefkasten. Sogar die GemĂŒsebox vom Demeter-Hof kann man sich im Wochenabo liefern lassen, und Digitalabos fĂŒr Musik- oder Film-Streamingdienste werden immer populĂ€rer. Neuerdings gibt es auch das E-Auto im Abo. Eine Option mehr also fĂŒr den Umstieg vom Verbrenner zum Plug-in-Hybrid oder E-Auto.

Bis zu 12 Monaten Laufzeit

Die Mischform mixt Leasing, das hierzulande eher von Gewerbetreibenden genutzt wird, und den klassischen Mietwagen. Das GeschĂ€ftsmodell kommt aus den USA, je kĂŒrzer die Abo-Dauer, umso höher die Raten. In der Regel laufen die Abos sechs bis zwölf Monate mit einer Flatrate, die Nutzung, Versicherung, Steuer, Inspektionen, PrĂŒfplakette und sogar jahreszeitenbedingte Radwechsel beinhalten.

Bei einigen Anbietern sind die Fahrzeuge, wie bei Mietwagenfirmen, in Kategorien eingeteilt. Und man kann wÀhrend des Abos sogar innerhalb der Kategorie den Wagen wechseln. Der Vorteil: Es muss weniger Eigenkapital aufgebracht werden.

Abo, Kauf, Leasing oder Finanzieren?

"Entscheidend ist das persönliche tĂ€gliche MobilitĂ€tsverhalten", gibt Karsten Neuberger vom Lehrstuhl fĂŒr allgemeine BWL & MobilitĂ€t der UniversitĂ€t Duisburg-Essen zu bedenken. "Im Gegensatz zum Car-Sharing haben wir das Auto bei Barkauf, Finanzkauf, Leasing oder Drei-Wege-Finanzierung rund um die Uhr zur VerfĂŒgung". Zur preislichen AttraktivitĂ€t der Abo-Angebote lasse sich schwer ein pauschales Urteil fĂ€llen, weil sich sowohl Leistung, als auch Preise zwischen den verschiedenen Anbietern deutlich unterscheiden.

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Generell sei ein wesentlicher Bestandteil des Abo-Angebots die Versicherung: Die PrÀmien seien bei Kauf oder Leasing das, was sich je nach Nutzer am stÀrksten individuell verÀndere, im Gegensatz zum Wertverlust, der beispielsweise unabhÀngig davon sei, wer fÀhrt oder welches Alter der Fahrer hat. "Da beim Abo ein Pauschalpreis gezahlt wird, ist auch die Versicherung pauschal, es spielt keine Rolle, ob ich seit 30 Jahren unfallfrei fahre und daher einen sehr niedrigen Tarif, oder als FahranfÀnger einen hohen individuellen Versicherungstarif zu zahlen hÀtte", erlÀutert Neuberger.

Das Abo, so Neuberger, sei daneben auch vor allem interessant, wenn man FlexibilitĂ€t wĂŒnsche. Aber: "Je flexibler das Angebot, umso höher die Preise. Ist eine lĂ€ngere Haltedauer möglich, könnte Leasing attraktiver sein, da hier bei Laufzeiten in der Regel von drei bis vier Jahren die monatliche Rate und auch die Gesamtkosten deutlich gĂŒnstiger sind."

Unverbindlicher die neue Technik testen

Doch auch E-Leasingangebote fĂŒr Privatnutzer werden immer beliebter und dienen dazu, die "Hemmschwelle" fĂŒr den Wechsel aufs E-Auto zu senken. "Es ist eine psychologische StĂŒtze, vor allem fĂŒr Erstnutzer, Kunden also, die noch keine Erfahrung mit E-MobilitĂ€t haben", vermutet Josef Reitberger. Der Chefredakteur des ElektromobilitĂ€tsportals "Efahrer.com" verweist auf "erstaunliche Leasingraten", da die Logik umgedreht werde. Normal gelte: "Je lĂ€nger ich lease, umso niedriger die Leasingrate. Da aber die Förderung eingerechnet wird, gibt es beispielsweise den Plug-in-Hybrid Passat GTE auf zwei Jahre gerechnet fĂŒr 99 Euro im Monat."

Noch gĂŒnstiger kann man laut Reitberger aktuell reine E-Autos leasen, da die Förderung höher ist. Aber er warnt: "Bei diesen spektakulĂ€r gĂŒnstigen VertrĂ€gen muss man auf das Kleingedruckte achten." Abholung ab Werk, zusĂ€tzliche Übernahmekosten oder eingeschrĂ€nkte Kilometeranzahl können sich auf die Kosten umschlagen, berichtet das Portal, das auch einen Kostenrechner zum Vergleich E-Auto versus Verbrenner anbietet. GrundsĂ€tzlich prĂŒfen sollte man zudem, ob die Batteriemiete inklusive ist oder Zusatzkosten entstehen.

UmweltprÀmie nutzen

Auch beim Leasing von E-Autos und Plug-in-Hybride kann man zudem einen Umweltbonus bekommen. WĂ€hrend der Herstelleranteil sofort verrechnet wird (dies muss aus dem Leasingvertrag hervorgehen), muss man den staatliche Anteil vorstrecken und sich nach der Zulassung vom BAFA (Bundesamt fĂŒr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) zurĂŒckholen. Dies gilt natĂŒrlich nur fĂŒr förderfĂ€hige Modelle. "Vorsicht bei Kurzzeitleasing: Die volle Förderung vom Staat gibt es nur, wenn man lĂ€nger als zwei Jahre least", erinnert ADAC-Sprecher Christian Buric.

Der ADAC will mit eigenen Angeboten, aber auch grundsĂ€tzlichen Leasing-Empfehlungen die Angst vor dem E-Auto nehmen. "Die technischen Entwicklungszyklen bei E-Autos sind derzeit so schnell, dass Leasing, zum Beispiel im Dreijahresturnus, attraktiv ist", erklĂ€rt Buric. "Der Verbraucher hat immer ein Auto, das up to date ist." Buric rĂ€t, bei allen Leasingangeboten darauf zu achten, ob man einen Vertrag mit oder ohne Anzahlung abschließt. Normalerweise seien beim Leasing keine Wartung, Inspektion oder Reparaturen enthalten.

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Weiter rÀt Buric vor dem Leasing unbedingt zur Probefahrt. Es gebe Hersteller, die eine 24-Stunden-Probefahrt anbieten. "Man könnte im Autohaus seiner Wahl einfach mal nach einer solchen verlÀngerten Probefahrt anfragen unter anderem auch, um beispielsweise sich mit dem Thema Laden vertraut zu machen."

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