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Strafzettel bezahlen: Diese Fristen müssen Sie einhalten

Knöllchen an der Scheibe  

Strafzettel bezahlen: Wann ist er verjährt?

Von Markus Abrahamczyk

14.05.2019, 06:44 Uhr
Strafzettel bezahlen: Diese Fristen müssen Sie einhalten. Strafzettel am Scheibenwischer: In der Regel beträgt die Zahlfrist für ein Knöllchen eine Woche. (Quelle: dpa/Fredrik von Erichsen)

Strafzettel am Scheibenwischer: In der Regel beträgt die Zahlfrist für ein Knöllchen eine Woche. (Quelle: Fredrik von Erichsen/dpa)

Falsch geparkt, Knöllchen kassiert: Sie überweisen das Verwarngeld, und die Sache ist vom Tisch. Aber was geschieht, wenn Sie das Bezahlen vergessen? Oder wenn Sie es nicht einsehen?

Wer falsch parkt oder ohne einen gültigen Parkschein, muss mit einem Strafzettel rechnen. Die Kosten richten sich nach dem Verstoß. Aber nicht immer ist das Ordnungsamt im Recht. Gegen das Verwarngeld können Sie zwar keinen Einspruch einlegen – dafür aber gegen einen Bußgeldbescheid. Was der Unterschied zwischen Verwarngeld und Bußgeldbescheid ist und vieles mehr erklären wir hier.

Ab wann genau parkt ein Auto und wann hält es nur? Das erfahren Sie hier.

Strafzettel verloren oder nicht bezahlt: Was passiert dann?

Wenn Sie ein Knöllchen am Auto vorfinden, können Sie das darauf geforderte Verwarngeld innerhalb einer Woche überweisen. Und damit ist die Sache vom Tisch. Wer das Knöllchen nicht bezahlt, erhält mit der Post daraufhin einen Bußgeldbescheid der Bußgeldstelle, häufig mit einer Gebühr von 28,50 Euro. Dadurch wird die Angelegenheit für Sie also noch teurer.

Kann ich Einspruch gegen einen Strafzettel einlegen?

Ja. Beim Strafzettel geht es zunächst um ein Verwarnungsgeld, zum entsprechenden Vorwurf können Sie in einer Anhörung Stellung beziehen. Außerdem können Sie die Zahlung verweigern. Falls Sie aber das Verwarngeld bereits bezahlt haben, können Sie den Strafzettel später nicht mehr anfechten.

Falls Sie den Vorwurf nicht ausräumen konnten, werden Sie daraufhin einen Bußgeldbescheid erhalten. Auch dieser Bescheid bietet die Möglichkeit, dass der Empfänger sich zum Vorfall äußert und durch einen Einspruch begründet, weshalb er das Bußgeld nicht bezahlen will. Nachdem dieser Einspruch geprüft wurde, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Die Zahlungsaufforderung entfällt.
  • Die Forderung bleibt bestehen. Im Falle von Mahnungen oder gar einer Gerichtsverhandlung kann es dann zu weiteren Kosten für Sie kommen.

Wann ist ein Strafzettel verjährt?

Der Strafzettel bedeutet für den Falschparker ein Verwarnungsgeld, das binnen einer Woche zu bezahlen ist. Andernfalls wird aus dem Knöllchen ein Bußgeldbescheid, der Ihnen schriftlich zugestellt werden muss – und zwar innerhalb von drei Monaten nach dem Falschparken. Wer nach dieser Frist einen Zahlungsbescheid erhält, muss ihm nicht Folge leisten.

Wie bezahle ich den Strafzettel?

Sie überweisen den genannten Betrag an die Bankverbindung, die auf dem Strafzettel angegeben ist. Wichtig ist, dass Sie auch den dort genannten Verwendungszweck angeben. Andernfalls kann Ihnen die Zahlung nicht problemlos zugeordnet werden. In einigen Bundesländern können Sie das Verwarnungsgeld auch in bar bezahlen.

Strafzettel auf dem Supermarktparkplatz?

Auf privaten Parkplätzen können Strafzettel erteilt werden, wenn die Autofahrer darüber auf einem gut sichtbaren Schild informiert werden. Dort wird häufig angegeben, wie lange ein Auto dort geparkt werden darf und dass eine Parkscheibe verwendet werden muss.

Wer dagegen verstößt oder die erlaubte Parkdauer überschreitet, riskiert auch hier ein Knöllchen. Das ist allerdings kein öffentliches Verwarngeld, sondern eine Vertragsstrafe. Und die ist zu bezahlen, urteilen Gerichte häufig.

Zwar muss der Fahrer bezahlen und nicht der Halter, denn eine Halterhaftung gilt auf privaten Parkplätzen nicht. Gegebenenfalls muss der Halter vor Gericht bei Zweifeln aber glaubhaft machen können, dass er zum betreffenden Zeitpunkt nicht der Fahrer seines Autos war. Dabei muss er den Fahrer nicht benennen.

Strafzettel trotz Anwohnerparkausweis

Wer einen Bewohnerparkausweis (häufig auch Anwohnerparkausweis genannt) besitzt, darf in der entsprechenden Zone auf den vorgesehenen Flächen parken.

Wichtig: Der Ausweis muss gut sichtbar und alle nötigen Angaben ablesbar sein. Idealerweise bringen Sie ihn innen an der Windschutzscheibe an. Falls die Kontrolleure des Ordnungsamts den Ausweis nicht finden oder die Angaben nicht lesen können, droht ein Knöllchen – zu dem Sie aber Stellung nehmen können (siehe oben).

Strafzettel trotz Parkscheibe

Sie haben die Parkscheibe korrekt eingestellt und bekommen trotzdem ein Knöllchen. Sofern Sie die erlaubte Zeit nicht überschritten haben, muss der Strafzettel eine andere Ursache haben. Unter Umständen haben Sie einen der folgenden Fehler begangen:

  • Nicht platzsparend geparkt (10 Euro)
  • Parkverbot missachtet (15 Euro)
  • Unzulässig geparkt (20 Euro)
  • Länger als eine Stunde unzulässig geparkt (25 Euro)
  • In Feuerwehrzufahrt geparkt (35 Euro)
  • Unberechtigt auf Behindertenparkplatz geparkt (35 Euro)

Stellen Sie die Parkscheibe immer auf die volle oder halbe Stunde nach der Ankunftszeit ein. Sie muss gut von außen lesbar sein. Je nachdem, wie lange Sie parken, droht sonst ein Verwarnungsgeld von 10 bis 30 Euro.


Strafzettel für Falschparken: Wie viel müssen Sie bezahlen?

VerstoßBuße (in EuroPunkte
Parken an engen und unüber­sichtlichen Straßen­stellen, im Bereich von scharfen Kurven, auf Fuß­gänger­überwegen sowie bis zu fünf Meter davor, bis zu zehn Meter vor Licht­zeichen, im Halteverbot, im einge­schränkten Halteverbot15
...mit Behinderung25
...länger als eine Stunde25
...zusätzlich mit Behinderung35
Parken auf Geh- und Radwegen20
...mit Behinderung30
...länger als eine Stunde30
...zusätzlich mit Behinderung35
Parken an Engstellen und dadurch Behin­derung von Rettungs­fahrzeugen601
Parken vor oder in Feuerwehr­zufahrten35
...mit Behin­derung von Einsatz­fahrzeugen651
Parken in zweiter Reihe20
...mit Behin­derung25
...länger als 15 Minuten30
...zusätzlich mit Behin­derung35
Parken auf Sperrflächen25
Unzu­lässiges Parken in verkehrs­beruhigten Zonen10
...mit Behin­derung15
...länger als 3 Stunden20
...zusätzlich mit Behin­derung30
Parken im 5-Meter-Bereich von Kreu­zungen und Einmün­dungen, vor Grund­stücksein- und -ausfahrten, im Bereich von Halte­stellen und Taxi­ständen, vor und hinter Andreas­kreuzen, über Schacht­deckeln und soweit es durch Verkehrs­zeichen verboten ist10
...mit Behin­derung15
...länger als 3 Stunden20
...zusätzlich mit Behin­derung30
Parken an einer abge­laufenen Parkuhr, ohne vorge­schriebene Park­scheibe, ohne Parkschein oder unter Über­schreiten der erlaubten Höchst­parkdauer
...bis zu 30 Minuten10
...bis zu 1 Stunde15
...bis zu 2 Stunden20
...bis zu 3 Stunden25
...über 3 Stunden30
Parken auf Schwerbe­hinderten-Parkplatz35
Nicht platz­sparend geparkt10
Parklücke einem Berech­tigten weggenommen10
Parken in Fußgänger­bereichen oder anderen Verbots­zonen (Pkw)30
...mit Behin­derung35
...länger als 3 Stunden35
Parken oder Abstellen eines Fahr­zeuges mit Ver­sperren d. Abfahrts­weges eines anderen Fahr­zeuges20
In einer Nothalte- oder Pannenbucht unberechtigt parken25
Parken in einem geschützten Bereich während nicht zugelassener Zeiten mit einem Kraftfahrzeug über 7,5 Tonnen des zulässigen Gesamt­gewichtes oder einem Anhänger über 2 Tonnen des zulässigen Gesamt­gewichtes30
Länger als zwei Wochen Anhänger ohne Zugfahr­zeug geparkt20
Parken im Fahrraum von Schienen­fahrzeugen25
...mit Behin­derung35
Parken auf Auto­bahnen oder Kraftfahr­tstraßen701
Verwendete Quellen:
  • Verkehrsclub ADAC
  • bussgeldkatalog.org

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