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"Wichser", "Pimmel": Das sind die peinlichsten Autonamen


Das sind die peinlichsten Autonamen

Henning Seelmeyer

Aktualisiert am 20.08.2020Lesedauer: 3 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Mitsubishi Pajero: Das spanische Wort "Pajero" bedeutet übersetzt "Wichser".
Mitsubishi Pajero: Das spanische Wort "Pajero" bedeutet übersetzt "Wichser". (Quelle: imago/Norbert Schmidt)
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Elegante Felgen, eine geschmeidige Karosserie und hochwertige Armaturen – doch eins fehlt: der passende Name. Wie ein Auto seinen Namen bekommt und was dabei schiefgehen kann.

Karoq, Kona oder Qashqai – SUV sind die Kraftprotze auf den Straßen. Sie sehen so aus, wie ihre Namen klingen. "In den vergangenen Jahren sind viele Automodelle auf den Markt gekommen, die den Buchstaben K enthalten: Kuga, Kadjar, Koleos. Das klingt kantig", sagt Markenspezialistin Sybille Kircher t-online.de.


Das sind die peinlichsten Autonamen

Der Lamborghini Reventon ist ein ein flotter Sportwagen. Sein Name lässt dagegen anderes vermuten: "Raventón" ist ein spansiches Wort und bedeutet "Reifenschaden".
Dieses Elektroauto von Mitsubishi kommt aus Japan. Überall auf der Welt zucken Käufer bei seinem Namen nur mit den Schultern, Deutsche dagegen rümpfen die Nase. "i Miev" heißt der Stromer. Er soll sauber sein, obwohl "miefen" drinsteckt.
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Kirchers Beruf ist es, Namen für Autos zu erfinden. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie sich "Touran" und "Auris" ausgedacht. Sie weiß, was einen guten Namen ausmacht. "Einen tollen Namen hat zum Beispiel der 'Yeti' von Skoda. Der Name weckt Outdoor-Assoziationen: Man bekommt Lust, davonzuschweifen, Abenteuer zu erleben, etwas zu entdecken", sagt die Geschäftsführerin der Namensagentur Nomen. "'Yeti' besteht nur aus vier Buchstaben und lässt sich gut aussprechen. Das ist wirklich ein toller Name."

Sperrige Zahlen-Buchstaben-Kombinationen

Andere Autobauer setzen auf kryptischere Namen, die nicht gerade zum Träumen einladen. Audis werden beispielsweise immer mit einem A benannt in Kombination mit einer Zahl – A1, A2, A3, A4. "Der Gedanke dahinter ist Aufstieg", sagt Kircher. Werden die Autos wertiger, dann bekommen sie auch eine höhere Nummer. Das ist eine gute Namensstrategie, die aber auch verwirren kann.

"Wenn alle Autohersteller solche Zahlen-Buchstaben-Kombinationen hätten, dann wäre das sehr austauschbar und für den Verbraucher gar nicht mehr klar: Welches Auto habe ich da eigentlich?" Die Verwechslungsgefahr würde dann zunehmen.

Kreativer Prozess für gute Namen

Es ist aufwendig, einen guten Autonamen zu finden. Kirchers Team nutzt dafür die Desk-Methodik: "Zuerst kommt die Definition, dann geht es über die Entwicklung zur Selektion und dann zur Kontrollphase", beschreibt sie die Arbeitsabläufe.

Im ersten Schritt erfassen die Namensdesigner das Wesen des Autos: Wird es einen Namen für eine ganze Autofamilie geben? Sind weitere Varianten des Fahrzeugs geplant? Oder bleibt es bei einem einzelnen Modell, das herausstechen soll?

Dann kommen Entwicklung und Selektion: Das internationale Kreativteam erarbeitet einen Namenspool, aus dem es anschließend die besten Vorschläge herauspflückt.

Kann der Name mit anderen verwechselt werden? Könnten Namensrechte verletzt werden? Das klopfen Juristen in der Kontrollphase ab. Manchmal geht bei dem kreativen Prozess dennoch etwas schief und heraus kommen Namen, die nicht unbedingt positive Assoziationen wecken.

Niemand will einen "Wichser" fahren

Der Mitsubishi Pajero ist wahrscheinlich kein schlechtes Auto. Für deutsche Ohren klingt der Name auch völlig harmlos. Anders ist das in spanischsprachigen Ländern. Denn "Pajero" heißt auf Spanisch "Wichser". Der Name ist kaum für Autos geeignet, weswegen Mitsubishi den Geländewagen in Spanien auch als "Montero" (zu Deutsch: Jäger) verkauft.

In den 1970er Jahren brachte Ford den "Pinto" auf den Markt. Im Brasilianischen bedeutet der Begriff für den Kleinwagen allerdings "Pimmel". Wie kann so etwas passieren?

"Ich gehe einfach davon aus, dass der Name nicht umfassend geprüft wurde. Das gab es früher öfter mal", erklärt Kircher. "Bei Namen wie 'Pajero', die ganz klar eine negative Bedeutung haben, kann man das mittlerweile leicht im Internet herausfinden." Schwieriger sei das bei versteckten Bedeutungen, die mehr über die Phonetik zustande kämen, also durch die Aussprache.

Eklige Assoziationen etwa haben Franzosen beim Toyota MR2. Auf Französisch schnell ausgesprochen klingt der Name des Flitzers etwa wie "merde" (zu Deutsch: Scheiße). In Frankreich verzichtet der Hersteller daher auf die 2. Denn ein Auto, das "Scheiße" heißt, erinnert wohl niemanden an elegante Felgen oder eine geschmeidige Karosserie.

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Verwendete Quellen
  • eigene Recherche
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