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ADAC: Die fünf Großbaustellen des Verkehrsclubs

Zoff, Geldnot, miese Stimmung  

Die fünf Großbaustellen des ADAC

10.05.2019, 14:19 Uhr | mab, t-online.de, dpa-AFX

ADAC: Die fünf Großbaustellen des Verkehrsclubs. ADAC-Zentrale in München: Der Verein steht vor einer "lebhaften, munteren Debatte." (Quelle: imago images/Ralph Peters)

ADAC-Zentrale in München: Der Verein steht vor einer "lebhaften, munteren Debatte." (Quelle: Ralph Peters/imago images)

Am Samstag tagen die Mächtigsten des ADAC. Eine "lebhafte, muntere Debatte" erwartet der Verkehrsclub. Vielleicht wird es lebhafter als gewünscht. Denn es stehen einige unangenehme Themen auf dem Programm.

Der ADAC bekommt am Samstag ein neues Präsidium. Unter anderem wird ein neuer Stellvertreter für Clubpräsident August Markl gewählt. Daneben könnten noch einige weitere Themen aufkommen. Denn Gesprächsbedarf gibt es bei Deutschlands größtem Verkehrsclub zur Genüge. Insofern scheint es beinahe untertrieben, wenn Vereinssprecher Christian Garrels im Vorfeld der Tagung sagt: "Wir erwarten eine lebhafte, muntere Debatte darüber, wie der ADAC sich weiterentwickelt und verändert."

Um diese Themen geht es

  • Machtkampf
  • Miese Stimmung
  • Prozess
  • Kundenzeitschrift "ADAC Motorwelt"
  • Geldnot

Der Machtkampf

ADAC-Chef August Markl wird bald 71, hört in zwei Jahren auf. Wer jetzt sein Vize wird, darf sich berechtigte Hoffnungen auf die Nachfolge machen. Entsprechend begehrt ist der Posten.

Kurz vor der Hauptversammlung hat nun Markls Präsidiumskollege Ulrich Klaus Becker seinen Hut in den Ring geworfen. Der größte der 18 Regionalclubs, der von Markls Vorgänger und Widersacher Peter Meyer geführte ADAC Nordrhein, hüllt sich noch in Schweigen.

ADAC-Chef August Markl: Zumindest 2019 sollen die Mitgliedsgebühren nicht steigen. (Quelle: imago images/Stephan Görlich)ADAC-Chef August Markl: Zumindest 2019 sollen die Mitgliedsgebühren nicht steigen. (Quelle: Stephan Görlich/imago images)

Meyer war mal Präsident – bis vor fünf Jahren, als die Manipulationen um den ADAC-Autopreis "Gelber Engel" aufflogen. Sein damaliger Stellvertreter Markl übernahm das Amt. Seitdem baut er den Verein um – gegen den Widerstand von Meyers Regionalclub Nordrhein.

Markl spaltete den ADAC auf in drei Säulen:

  • einen Verein
  • eine Aktiengesellschaft (für das Versicherungsgeschäft)
  • eine Stiftung mit der Luftrettung

Die miese Stimmung

Das hatte nicht nur gute Folgen. Tausende Beschäftigte in der Münchner Zentrale wussten mit einem Mal nicht mehr, wie weit sie mit den bisherigen Kollegen in der Kantine noch reden durften. Zum ersten Mal in der Geschichte baute der ADAC Stellen ab. Eine Mitarbeiter-Umfrage im vergangenen Herbst zeigte eine verheerende Stimmung.

Der Prozess

Und ein einzigartiges Spektakel steht noch bevor: In einem Prozess vor dem Landgericht München klagen fünf ADAC-Regionalclubs gegen den ADAC e.V.

Dabei geht es um die Steuern, die der Fiskus neuerdings auf die Pannenhilfe erhebt. Die Zentrale und 13 Regionalclubs wollten die Steuern wie die Mitgliedsbeiträge untereinander aufteilen. Fünf Clubs sind dagegen und reichten Klage ein (Nordrhein, Westfalen, Saarland, Nordbaden und Sachsen). Sie wollen klären lassen, ob der Dachverband Beschlüsse mit Belastungen für die Regionalclubs fassen dürfe, sagt Nordbaden-Geschäftsführer Matthias Schmitting. "Die Steuern sind nur der Aufhänger."

Die Kundenzeitschrift "ADAC Motorwelt"

Diskussionen dürfte es auch über die Mitgliederzeitschrift "Motorwelt" geben. Viele Mitglieder bekommen sie bislang zehnmal im Jahr kostenlos ins Haus geschickt. Und das verschlingt Unsummen: Die Auflage liegt bei 13,8 Millionen, die Kosten bei 90 Millionen Euro im Jahr – aber jedes vierte Exemplar wird ungelesen weggeworfen. Ab nächstem Jahr soll die "Motorwelt" nur noch viermal jährlich erscheinen und in ADAC-Geschäftsstellen und Tankstellen ausgelegt werden. Die Auflage soll auf 5 Millionen Stück schrumpfen. Das spart 40 Millionen Euro. Und dieses Geld wird dringend gebraucht.

Die Geldnot

ADAC-Filiale in Berlin: Vor allem die Kosten der Pannenhilfe haben dem Verein die Bilanz verhagelt, sagt sein Präsident. (Quelle: imago images/Joko)ADAC-Filiale in Berlin: Vor allem die Kosten der Pannenhilfe haben dem Verein die Bilanz verhagelt, sagt sein Präsident. (Quelle: Joko/imago images)

Seit drei Jahren schreibt der Verein rote Zahlen. 78 Millionen Euro waren es im vergangenen Jahr. Die Mitgliedseinnahmen reichen nicht, um Pannenhilfe, Dienstleistungen und Digitalisierung zu bezahlen. Jetzt sind neue Beitragsmodelle im Gespräch, für Menschen ohne Auto, für Basis-, Plus- und Premium-Mitglieder. Und eine Beitragserhöhung.


"In diesem Jahr bleiben die Beiträge auf jeden Fall stabil", sagte Markl der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Auf der Hauptversammlung am Samstag steht eine Beitragserhöhung nicht auf der Tagesordnung. Aber: Für den 15. November 2019 ist eine außerordentliche Hauptversammlung geplant.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-AFX

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