Sie sind hier: Home > Auto > Recht & Verkehr >

Aktuelles Gerichtsurteil: Wer zahlt den Schaden nach einem Wende-Unfall?

Aktuelles Gerichtsurteil  

Wer zahlt den Schaden nach einem Wende-Unfall?

30.09.2020, 14:08 Uhr | dpa

Aktuelles Gerichtsurteil: Wer zahlt den Schaden nach einem Wende-Unfall?. Unfall: Beim Wenden gilt eine Rückschaupflicht. (Quelle: dpa/Patrick Seeger)

Unfall: Beim Wenden gilt eine Rückschaupflicht. (Quelle: Patrick Seeger/dpa)

Ein Autofahrer wird nach dem Abbiegen langsamer und will wenden. Doch in diesem Moment kommt es zu einem Unfall mit dem nachfolgenden Auto, das zum Überholen angesetzt hatte. Wer muss haften?

Wer als Autofahrer beim Wenden nicht ausreichend auf den Verkehr hinter sich achtet und außerdem eine schraffierte Fläche auf der Straße überfährt, kann nach einem Unfall nicht mit Schadenersatz rechnen. Das zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz, auf das der ADAC hinweist (Az.: 12 U 18/20).

In dem Fall ging es um zwei Autos, die hintereinander abgebogen waren. Auf der neuen Straße war der Blinker des Vorausfahrenden noch eingeschaltet, als er sein Tempo stark drosselte. Der Hintermann begann daraufhin ein Überholmanöver, das aber in einem Unfall endete. Denn im gleichen Augenblick setzte der Vordermann dazu an, über die hinter einer Verkehrsinsel liegende schraffierte Fläche zu wenden.

Der wendende Fahrer verlangte daraufhin Schadenersatz. Denn er war der Ansicht, dass sein Hintermann in einer unklaren Verkehrslage überholt habe. Dessen Versicherung weigerte sich jedoch zu zahlen. Ihrer Ansicht nach war das plötzliche Wendemanöver über die schraffierte Fahrbahnfläche hinweg grob verkehrswidrig.

Wenden erfordert immer äußerste Sorgfalt

Und vor Gericht bekam die Versicherung recht. Das Wenden sei ein besonders gefährlicher Vorgang, der äußerste Sorgfalt nötig mache, befand das OLG. Im konkreten Fall kam es zwar gar nicht mehr zum Wenden, da es vorher bereits krachte, doch der Kläger hatte bereits zu dem Wendemanöver angesetzt – und zwar an einer Stelle, an der es verboten war. Da er den rückwärtigen Verkehr nicht bemerkt hatte, hatte er zudem offensichtlich gegen die Rückschaupflicht verstoßen.

Ein erhebliches Mitverschulden des Hintermanns konnten die Richter nicht feststellen, es sei keine unklare Verkehrslage gewesen. Der Vorausfahrende war rechts gefahren und hatte das Tempo stark gedrosselt. Eine Absicht zu wenden sei nicht zu erkennen gewesen – auch nicht durch den seit dem Abbiegen links gesetzten Blinker.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Gebrauchtwagensuche

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Auto > Recht & Verkehr

shopping-portal