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Tuning am Auto – was ist erlaubt?

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Welche Umbauten sind erlaubt?  

Bei diesem Tuning sieht der Prüfer rot

31.05.2018, 13:57 Uhr | dpa, mab, t-online.de

Tuning am Auto – was ist erlaubt?. Abnahme durch den Sachverständigen: Umbauten machen ein Auto einzigartig. Aber nicht alles, was angeboten wird, ist auch erlaubt. (Quelle: obs/TÜV Rheinland AG/Wolfgang Flamisch)

Abnahme durch den Sachverständigen: Umbauten machen ein Auto einzigartig. Aber nicht alles, was angeboten wird, ist auch erlaubt. (Quelle: obs/TÜV Rheinland AG/Wolfgang Flamisch)

Erlaubt ist, was gefällt? Beim Tuning gilt das nicht. Umbau-Teile brauchen amtliche Prüfzeichen, viele Veränderungen muss ein Experte abnehmen. Und was ist dann mit der Garantie? t-online.de beantwortet alle Fragen.

Mehr Power, besserer Sound oder ein coolerer Look: Wem ein Serienmodell zu langweilig ist, kann mit unendlich vielen An- und Umbauten ein nahezu neues Auto erschaffen. Verboten ist das prinzipiell nicht – solange alle geltenden Richtlinien befolgt werden, damit durch die Umbauten niemand gefährdet wird.

Wann Tuning erlaubt ist

Die Veränderungen müssen generell zulässig sein und im Bereich der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) legal benutzt werden dürfen. Wichtig bei allen neuen Teilen ist ein amtliches Prüfzeichen, etwa eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE), Allgemeine Bauartgenehmigung (ABG), EG-Betriebserlaubnis oder eine ECE-Genehmigung.

Umgebauter VW Käfer: Auf Messen wie der Essen Motor Show setzen die Bastler ihre Autos in Szene. (Quelle: dpa/Revierfoto)Umgebauter VW Käfer: Auf Messen wie der Essen Motor Show setzen die Bastler ihre Autos in Szene. (Quelle: Revierfoto/dpa)

Die Alternative: ein Teilegutachten vom Prüfer, etwa bei TÜV oder Dekra. Dieses Gutachten kann auch nötig werden, obwohl das amtliche Prüfzeichen vorhanden ist. Denn in der Regel gelten diese Zeichen nur für das jeweilige Teil als solches. Beeinflussen sich mehrere Teile aber gegenseitig oder haben andere Auswirkungen auf das Auto, kann eine gesonderte Begutachtung bei einem amtlich anerkannten Sachverständigen erforderlich werden.

Was eingetragen werden muss

Kfz-Experte Steffen Mißbach vom TÜV Rheinland sagt: "Grundsätzlich muss alles, was Geräusch- und Abgaseigenschaften beeinflusst sowie die Sicherheit gefährden könnte, eingetragen werden." Darüber hinaus lässt sich schwierig verallgemeinern, welche Änderungen vom Fachmann geprüft und in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden müssen.

Generell gehören dazu zum Beispiel die beliebten Widebody-Kits (durch sie wird das Auto verbreitert). Auch neue Kombinationen aus Rad und Reifen, die von den Kombinationen, die der Autohersteller angibt, abweichen, muss immer ein Prüfer abnehmen.

Auffällige Räder: Mit ihnen beginnt häufig der Umbau des Autos, da sie eine recht einfache, aber wirksame Veränderung sind. (Quelle: dpa/Felix Kaestle)Auffällige Räder: Mit ihnen beginnt häufig der Umbau des Autos, da sie eine recht einfache, aber wirksame Veränderung sind. (Quelle: Felix Kaestle/dpa)

Überrollkäfige oder -bügel wie im Motorsport benötigen theoretisch keine Eintragung. Praktisch sieht es oft anders aus. Eine Eintragung wird nötig, wenn sich durch den Käfig oder Bügel die Sichtverhältnisse oder die Eigenschaften des Autos verändern (beispielsweise wenn Sitzplätze entfallen oder eine Strebe den Einstieg erschwert).

Schaltknüppel darf man in der Regel ohne Eintragung wechseln – wenn sie ein amtliches Prüfzeichen haben.

Für Totalumbauten ist immer das Gutachten eines Sachverständigen nötig. Wenn Teile und Ausführung den Standards entsprechen, müssen Sie davor keine Sorge haben. "Seriöse Anbieter liefern die Produkte mit den notwendigen Gutachten und Genehmigungen, so dass Änderungsabnahmen in der Regel keine besondere Herausforderung bedeuten", sagt Harald Schmidtke vom Verband der Automobil Tuner (VDAT).

Lenkräder zum Nachrüsten: Wenn ein Teilegutachten vorliegt, ist der Einbau kein Problem. (Quelle: dpa/Revierfoto)Lenkräder zum Nachrüsten: Wenn ein Teilegutachten vorliegt, ist der Einbau kein Problem. (Quelle: Revierfoto/dpa)

Achtung bei Fälschungen

Autotuning ist ein Milliardengeschäft. Wegen der hohen Nachfrage fluten auch billige, illegale Nachbauteile den Markt – besonders im Internet. TÜV-Experte Mißbach: "Bei vermeintlichen Schnäppchen ist Vorsicht geboten, auch angebliche Prüfgutachten könnten gefälscht sein." Billige Materialien, schlechte Verarbeitung oder Konstruktionsfehler zeigen sich unter Umständen erst, wenn es schon zu spät ist.

Versicherung informieren

Nach dem Tuning und der Eintragung in die Fahrzeugpapiere informieren Sie die Versicherung, damit es im Schadensfall nicht zu Diskussionen kommt.

Hifi-Anlage auf Rädern: Bei umfangreichen Umbauten kommt man um eine Prüfung durch den Fachmann nicht herum. (Quelle: dpa/Revierfoto)Hifi-Anlage auf Rädern: Bei umfangreichen Umbauten kommt man um eine Prüfung durch den Fachmann nicht herum. (Quelle: Revierfoto/dpa)

Das droht, wenn die Eintragung fehlt

"Änderungen an Fahrzeugen unterliegen vielfach gesetzlichen Regelungen. Werden sie nicht beachtet, kann es zum Erlöschen der Betriebserlaubnis (BE) kommen", sagt Schmidtke. Dann ist das Auto auf öffentlichen Straßen verboten: Bei einer Kontrolle fallen Verwarnungsgelder oder Bußgelder und Punkte an und der Versicherungsschutz kann entfallen.

Was bei Gewährleistung und Garantie gilt

Die Fahrzeuggarantie kann zwar durch Tuningmaßnahmen erlöschen, etwa wenn nachträglichen Motor und Antriebseinheit getunt werden. Aber: "Dass sämtliche Garantieansprüche bei Verbau von nachgerüstetem Zubehör entfallen, stimmt so nicht", sagt Schmidtke. "Auch wenn die Garantie eine freiwillige Leistung des Herstellers oder Händlers ist, wogegen die Gewährleistung eine gesetzliche Grundlage hat." Und was gilt bei einem Defekt? Zum Erlöschen der Garantie muss das Tuning die Ursache eines Defekts sein.

BMW M2 Competition: Viele Hersteller bieten seit langem Umbauteile und Komplettmodelle an, die auf den Geschmack einer größeren Käuferschicht hin optimiert sind. (Quelle: Hersteller)BMW M2 Competition: Viele Hersteller bieten seit langem Umbauteile und Komplettmodelle an, die auf den Geschmack einer größeren Käuferschicht hin optimiert sind. (Quelle: Hersteller)

Auch Autohersteller bieten Tuning

Ob Tuningteil oder Komplettfahrzeug: Auch viele Autobauer haben ein großes Programm im Angebot. Damit nehmen sie dem Kunden eine Sorge von vornherein ab, denn alle Veränderungen sind legal, die Garantie bleibt bestehen und nichts muss nachgetragen werden. "Zudem ist das Tuning auf das Fahrzeug speziell abgestimmt und standfest. Somit ist ein Verschlechtern des Fahrverhaltens nicht zu erwarten", sagt Thomas Caasmann von der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Allerdings sind Modelle und Komponenten der Hersteller für eine größere Masse gedacht. Ein einmaliges Auto zu erschaffen, was ja der Gedanke hinterm Tuning ist, gelingt hier kaum.

Verwendete Quellen:
  • TÜV Rheinland
  • dpa
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
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