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Auto: Warum gibt's keine Kaufprämie für Wasserstoff-Fahrzeuge?

Trotz sauberer Technik  

Darum gibt's keine Kaufprämie für Wasserstoff-Autos

12.08.2020, 09:57 Uhr
 (Quelle: Hersteller)
Der Toyota Mirai im Test

Beim Toyota Mirai kommt nur noch Wasser aus dem Auspuff. Vollgetankt ist das Auto in fünf Minuten bei einer Reichweite von rund 400 Kilometern. Welches Prinzip dahinter steckt. (Quelle: Motorredaktion)

 

Der Toyota Mirai: Welche Technologie hinter einem Auto mit Wasserstoffantrieb steckt. (Quelle: Motorredaktion)


Obwohl die Brennstoffzelle als ideale Lösung gilt, gibt es nicht einmal 1.000 Wasserstoff-Autos in Deutschland. Warum erhalten deren Käufer keine Prämie? Dafür gibt es gute Gründe.

Bis zu 6.000 Euro gibt die Bundesregierung dank des Corona-Förderungspakets beim Kauf eines sauberen Neuwagens hinzu. Das gilt auch für Wasserstoffmodelle. Trotzdem erhalten deren Käufer keine Kaufprämie vom Staat – obwohl die Brennstoffzelle als potentiell sauberste Lösung unter allen Antrieben gilt. Warum?

Die Förderung im Überblick

Foto-Serie mit 6 Bildern
FahrzeugtypNettolistenpreis BasismodellBundesanteilHerstelleranteilGesamtförderung
Elektro- und Wasserstoffautobis 40.000 Euro6.000 Euro3.000 Euro9.000 Euro
Elektro- und Wasserstoffautoüber 40.000 Euro bis 65.000 Euro5.000 Euro2.500 Euro7.500 Euro
Plug-In-Hybridbis 40.000 Euro4.500 Euro2.250 Euro6.750 Euro
Plug-In-Hybridüber 40.000 Euro bis 65.000 Euro3.750 Euro1.875 Euro5.625 Euro

Zu hohe Kosten

Kurz gesagt: Es gibt keine Autos, die man fördern könnte. Auf dem deutschen Markt beschränkt sich das Angebot auf den Toyota Mirai und den Hyundai Nexo.

Wasserstoff-Auto: Genau 507 Modelle mit Brennstoffzelle wie den Toyota Mirai zählte das Kraftfahrt-Bundesamt Anfang 2020 auf Deutschlands Straßen – bei insgesamt 47,7 Millionen Pkw. (Quelle: Hersteller)Wasserstoff-Auto: Genau 507 Modelle mit Brennstoffzelle wie den Toyota Mirai zählte das Kraftfahrt-Bundesamt Anfang 2020 auf Deutschlands Straßen – bei insgesamt 47,7 Millionen Pkw. (Quelle: Hersteller)

Der Mirai kostet aber 78.600 Euro, der Nexo 69.000 Euro. Das ist erstens den meisten Kunden viel zu teuer. Und beide Preise liegen zweitens über der Obergrenze für die Förderung. Dabei gibt es auch für Brennstoffzellen-Autos eine staatliche Unterstützung (die aber nicht im Corona-Paket steckt). Und die liegt bei stolzen 21.000 Euro. Aber erstens ist diese Förderung der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Und zweitens gilt sie nur für gewerbliche Kunden, die mindestens drei Autos kaufen.

Dass Wasserstoffautos so teuer sind, liegt an den hohen Entwicklungskosten und den geringen Verkaufszahlen – erst bei höheren Stückzahlen würden die Kosten pro Auto sinken. Und damit auch die Preise. Die Zurückhaltung der Kunden hat aber einen weiteren entscheidenden Grund.

Brennstoffzelle: So funktioniert die Technologie. (Quelle: t-online)Brennstoffzelle: So funktioniert die Technologie. (Quelle: t-online)

Schlechte Infrastruktur

Schon dem Erfolg des E-Autos steht die mangelnde Infrastruktur im Wege, wird häufig bemängelt. Und bei der Brennstoffzelle sieht das Ganze nochmals deutlich schlechter aus: Keine 100 Wasserstoff-Tankstellen gibt es derzeit in ganz Deutschland. Experten sagen: Etwa 1.000 Tankstellen wären nötig, um den Antrieb für Kunden interessant zu machen. So entsteht ein Teufelskreis. Wenn nämlich die Tankstellen fehlen, kaufen die Kunden keine Wasserstoff-Autos. Und wenn die Autos fehlen, investiert niemand ins Tankstellen-Netz.

Dieses Dilemma könnte aber nun aufgebrochen werden. Im Corona-Paket der Bundesregierung stecken nämlich auch neun Milliarden Euro für eine längst überfällige Wasserstoff-Strategie. Das Geld soll unter anderem verwendet werden, um die saubere Produktion von Wasserstoff zu ermöglichen und einen größer werdenden Bedarf decken zu können.

Vielleicht kommt der Antrieb also doch noch in Fahrt.

Verwendete Quellen:
  • Kraftfahrt-Bundesamt
  • Nachrichtenagentur dpa
  • h2.live
  • auto-motor-und-sport.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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