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Autonomes Fahren: Selbstfahrende Autos können kaum Unfälle verhindern

Neue Studie  

Selbstfahrende Autos können kaum Unfälle verhindern

11.06.2020, 15:53 Uhr
Autonomes Fahren: Selbstfahrende Autos können kaum Unfälle verhindern. Autonom fahren: Unsere Erwartungen an das intelligente Auto sind zu hoch, sagen Forscher. (Quelle: imago images/Panthermedia)

Autonom fahren: Unsere Erwartungen an das intelligente Auto sind zu hoch, sagen Forscher. (Quelle: Panthermedia/imago images)

Sie erkennen jede Gefahr und tun dann genau das Richtige? Autonome Autos sollen den Straßenverkehr deutlich sicherer machen. Eines steht dieser Erwartung jedoch im Wege, sagen Forscher.

Mal wird ein Schild übersehen, mal ein Abstand falsch eingeschätzt: Nahezu jeder Unfall im Straßenverkehr geht auf einen Fahrerfehler zurück. Assistenzsysteme hingegen überwachen das Geschehen permanent, intelligente Autos treffen stets die richtige Entscheidung – so lautet zumindest eine weit verbreitete Erwartung. Trotzdem wird das autonome Fahren nur wenige Unfälle verhindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) mit Sitz in Virginia (USA).

Zwar könnten autonome Autos deutlich besser abschneiden, sagen die US-Unfallforscher. Aber dann dürften sie nicht so fahren wie Menschen es tun.

Höchstens jeder dritte Unfall vermeidbar

Eine US-Untersuchung zeigt, dass mehr als neun von zehn Unfällen vom Fehler eines Fahrers ausgehen. Lediglich der winzige Rest habe andere Gründe, etwa technische Probleme am Auto. Mehr als 5.000 dieser Unfälle haben die IIHS-Forscher untersucht und ihre Auslöser in fünf Kategorien geordnet:

  • Wahrnehmungsfehler (ein übersehenes Verkehrsschild und Ähnliches)
  • Fehleinschätzungen (beispielsweise einer Verkehrslücke)
  • Fehlentscheidungen (zu hohes Tempo, aggressives Fahren)
  • Ausführung (Fehler beim Beherrschen des Autos)
  • eingeschränkte Handlungsfähigkeit (etwa durch Drogen oder medizinische Probleme)

Über diese Unfälle sagen nun die IIHS-Experten: Nur rund jeden dritten von ihnen hätten autonome Autos verhindern können, da sie aufmerksamer und stets handlungsfähig sind (und zwar die Unfälle durch Wahrnehmungsfehler und eingeschränkte Handlungsfähigkeit). Und selbst dieser Wert gelte nur unter einigen Voraussetzungen:

  • Sämtliche Autos auf den Straßen müssten autonom fahren.
  • Ihre Sensoren müssten absolut perfekt arbeiten und die Systeme dürften keinerlei Fehler haben.

Die übrigen zwei Drittel der Unfälle wären auch mit autonomen Autos passiert, so die Unfallforscher. Um sie zu verhindern, müssten die Autos entsprechend programmiert werden: Zugunsten der Sicherheit müssten sie beispielsweise Abstriche bei den Präferenzen des Fahrers – etwa der Geschwindigkeit – machen. Sie müssten also langsamer fahren, als es manchem Fahrer recht sein dürfte.

"Autonome Autos zu bauen, die wie Menschen fahren, ist bereits eine große Aufgabe", sagt IIHS-Forscherin Alexandra Mueller. "Allerdings müssten diese Autos noch mehr können als das, um die Versprechen zu erfüllen, von denen wir alle gehört haben." Lediglich die Verkehrsregeln zu befolgen, reiche dem IIHS zufolge nicht aus, damit autonome Autos unsere Straßen sicherer machen.

Verwendete Quellen:
  • Insurance Institute for Highway Safety

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