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Wohnmobil-Vielfalt: Welcher Wohnmobiltyp passt zu Ihnen?

Vielfalt auf Rädern  

Welcher Wohnmobiltyp passt zu Ihnen?

31.05.2021, 15:22 Uhr | Peter Löschinger, dpa

Wohnmobil-Vielfalt: Welcher Wohnmobiltyp passt zu Ihnen?. Wohnmobil: Die Vielfalt der Fahrzeuge ist groß – vom kleinen Wägelchen mit Notschlafplatz bis hin zum Luxusbus mit Spa. (Quelle: Getty Images/RomanBabakin)

Wohnmobil: Die Vielfalt der Fahrzeuge ist groß – vom kleinen Wägelchen mit Notschlafplatz bis hin zum Luxusbus mit Spa. (Quelle: RomanBabakin/Getty Images)

Wohnmobile boomen. Viele reizt es, die eigene kleine Wohnung auf vier Rädern mit in die Ferien zu nehmen. Doch vom umgebauten Kastenwagen bis zum Luxusliner gibt es viele Typen – womit bestechen sie?

Die Welt der Wohnmobile ist vielfältig. Vom kleinen Wägelchen mit Notschlafplatz fürs nächste Festival bis hin zum Luxusbus mit Spa und eigener Autogarage. Grundsätzlich gibt es zwei Arten: "Ausgebaute Modelle und aufgebaute Modelle", sagt Daniel Rätz vom Caravaning Industrie Verband (CIVD).

Bei den ausgebauten Modellen greifen Hersteller auf bestehende Fahrzeuge zurück und verändern die Außenstruktur meist nur minimal. Je nach Modell und Preisklasse wird die entsprechende Inneneinrichtung für den Campingbedarf ergänzt.

Bei den aufgebauten Modellen dient in der Regel nur das Fahrgestell mit oder ohne Führerhaus als Basis für den Wohnaufbau der jeweiligen Herstellerfirma. Die zwei Varianten lassen sich aber noch weiter in Typen aufgliedern:

Minicamper

Zu Minicampern zählt der Tüv Nord ganz kleine zum Freizeitfahrzeug ausgebaute Autos – etwa für den Kurztrip oder den Festivalbesuch. Diese sind laut der Prüforganisation oftmals unter fünf Meter lang. Manche fallen auf durch schlaue Detaillösungen wie etwa einen modulartigen Aufbau mit Optionen für Schlafen, Sitzen und Kochen.

Man kann den kleinen Wohnraum auch durch ein Heck- oder Vorzelt erweitern. Zu den Vorteilen zählt der Tüv Nord gutes Handling, denn solche kleinen Vans oder Lieferwagen fahren sich meist wie normale Pkw. Ein geringer Unterhalt und akzeptabler Spritverbrauch sind weitere Pluspunkte. Die kompakten Ausmaße machen sich auch bei den Kosten für Fähren, Maut und Campingplätzen bezahlt.

Campervans und Campingbusse

Zu diesen größeren Modellen zählen Basisfahrzeuge wie Vans und Kleinbusse. Die von Wohnmobilherstellern ausgebauten Versionen verfügen oft über Drehsitze vorn. "Durch Drehung können Fahrer- und Beifahrersitz mit dem Essbereich zu einer Sitzgruppe zusammengeschlossen werden", so Rätz.

Dazu kommen zumeist eine Kochgelegenheit sowie Schlafmöglichkeiten für teils vier Personen. Diese finden sich nicht selten in einem Aufstelldach oder auf einer umgebauten Rücksitzbank.

Oft erweitert ein Aufstelldach das Platzangebot beim Campingbus - zum Beispiel für eine Schlafgelegenheit. (Quelle: dpa)Oft erweitert ein Aufstelldach das Platzangebot beim Campingbus - zum Beispiel für eine Schlafgelegenheit. Foto: Thomas Kliem/Tüv Nord/dpa-tmn.

Vorteil ist die hohe Alltagstauglichkeit wegen noch kompakter Ausmaße und guter Motorisierung bei mäßigem Spritverbrauch. Verzichten muss man meist auf einen Toilettenraum. Dann kann ein Kassetten-WC zum Einsatz kommen, eine kleine Chemietoilette mit herausnehmbarem Fäkalientank.

Kastenwagen

Die Basis beim Kastenwagen bilden Transporter und leichte Nutzfahrzeuge. Es finden sich je nach Ausführung Quer- oder Einzelbetten im Heck, Küchenblöcke mit Kühlschrank und je nach Modell Toilette und Dusche.

Die Innenhöhe lässt normales Stehen meist zu. Auch hier können Aufstelldächer die Nutzfläche erweitern. Die Länge liegt oft zwischen 5,40 und 6,40 Metern, das zulässige Gesamtgewicht meist bei unter 3,5 Tonnen, so der Tüv Nord. So können die Modelle mit dem Führerschein Klasse B gefahren werden.

Camper: Nutzfahrzeuge mit bilden häufig die Basis für den Typ Kastenwagen.  (Quelle: dpa/tmn/Judith Michaelis)Camper: Nutzfahrzeuge mit bilden häufig die Basis für den Typ Kastenwagen. (Quelle: Judith Michaelis/dpa/tmn)

Alkovenmodelle

Sie markieren den Einstieg in die Art der aufgebauten Fahrzeuge. Nutzfahrzeuge bilden die Basis für die Aufbauten der Wohnmobilanbieter. "Teilweise sind auch hier Fahrer- und Beifahrersitz dreh- und integrierbar, oftmals aber ist das Fahrerhaus durch feststehende Sitze und bei älteren Modellen durch eine Rückwand vom Wohnbereich getrennt", sagt Rätz. Viele Schränke, großer Küchenbereich und geräumige Nasszelle sind allerdings typisch.

Positiv vermerkt der Tüv Nord, dass viel Platz für bis zu sechs Personen ist und die Variante einen sehr guten Preis-Leistungs-Mix bietet. Allerdings schränkt die schon recht beachtliche Größe die Alltagstauglichkeit ein.

Der höhere Aufbau etwa kann bei einigen Durchfahrten zu Problemen führen. Wenn das zulässige Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen überschritten wird, wird eine Auflastung erforderlich. Dazu reicht dann aber der Führerschein der Klasse B nicht mehr aus.

Alkovenmodell: Gut erkennbar ist die leicht überstehende, typische Nase, hier im Alkoven befindet sich der Schlafbereich.  (Quelle: dpa/tmn/Thomas Kliem/Tüv Nord)Alkovenmodell: Gut erkennbar ist die leicht überstehende, typische Nase, hier im Alkoven befindet sich der Schlafbereich. (Quelle: Thomas Kliem/Tüv Nord/dpa/tmn)

Teilintegrierte

Das Fahrerhaus der Nutzfahrzeugbasis bleibt bei Teilintegrierten zwar klar erkennbar. "Ein ganz wesentliches Merkmal ist aber, dass die Vordersitze sich nach hinten drehen lassen und eine Einheit mit dem Wohnraum entsteht", sagt Rätz.

Die originalen Vordertüren bleiben zwar noch erhalten. Doch der hintere vom Campinghersteller gefertigte Wohnaufbau wird nahezu nahtlos angesetzt. Zwischen 6 und 7,50 Meter lang erfordern die Modelle erhöhte Achtsamkeit auf der Straße. Oft werde versucht, so zu bauen, dass trotz ausreichender Zuladung die 3,5-Tonnengrenze nicht überschritten wird, so der Tüv Nord.

Vollintegrierte

Wie der Name sagt, ist die technische Basis der Vollintegrierten komplett in den Wohnaufbau eingebettet. "In der Regel nutzt der Wohnmobilhersteller hier nur noch Motor und Fahrgestell des Autoherstellers und produziert den Aufbau ansonsten komplett eigenständig", sagt Rätz. So fehlt natürlich auch das ursprüngliche Fahrerhaus. Es gibt dafür eine große Panoramafrontscheibe.

Der Kaufpreis ist höher als für die meisten Reisemobile, so der Tüv Nord. Da sie meist über der 3,5 Tonnen-Grenze liegen, können sie von Einschränkungen wie etwa Überholverboten, Tempolimits und höherer Maut betroffen sein. Vielfach sei auch der Führerschein Klasse C1 nötig.

Liner

Oft haben sie die Größe eines Reisebusses und verfügen über Auszüge in den Seitenwänden, um den Wohnraum auf Wohnungsniveau zu heben. Jeglicher Luxus bis hin zum Spa-Wellnessbereich ist denkbar. Manche haben sogar eine integrierte Minigarage, die einem Pkw zum Mitnehmen Platz bietet. Liner bauen in der Regel auf Reisebussen oder Lkw auf, so Daniel Rätz.

Exoten

Unter den Exoten listet der Tüv Nord auch Fernreisemobile, die oft über Allradantrieb – etwa für expeditionsähnliche Fahrten – verfügen und sehr teuer sind. Viel günstiger seien dagegen abnehmbare Wohnkabinen, die sich auf die Ladefläche von Pick-ups montieren lassen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn

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