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Hilfe beim E-Autokauf: Neuer Test ermittelt Batteriezustand

Von dpa
Aktualisiert am 05.11.2021Lesedauer: 3 Min.
Herzst├╝ck unter Spannung: Was taugt der Akku beim gebrauchten E-Auto?.
Herzst├╝ck unter Spannung: Was taugt der Akku beim gebrauchten E-Auto?. (Quelle: Florian Schuh/dpa-tmn./dpa)
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Stuttgart (dpa/tmn) - Wer ein gebrauchtes Auto kauft, achtet besonders auf den Zustand wichtiger Komponenten - Motor, Getriebe, Kupplung. Bei E-Fahrzeugen hei├čt das Herzst├╝ck: Batterie. Doch deren Zustand lie├č sich bis zuletzt schwer einsch├Ątzen. Jetzt soll ein neues Testverfahren Aufschluss geben.

Das Wiener Start-up Aviloo arbeitet seit 2017 an einer Technik, mit deren Hilfe der sogenannte State of Health (SoH), also der Gesundheitszustand einer Batterie, herstellerunabh├Ąngig festgestellt werden kann. Dar├╝ber berichtete die Zeitschrift "Auto, Motor und Sport Moove" (Ausgabe 4/2021).

F├╝r 99 Euro kann man sich ein Testkit des Unternehmens nach Hause schicken lassen. Verbindet man dieses mit der On-Bord-Diagnose-Schnittstelle (OBD) des Fahrzeugs, sammelt es bei der Fahrt Daten und ├╝bermittelt diese in Echtzeit an Aviloo. Hat es gen├╝gend davon zusammen, werden diese innerhalb von 48 Stunden ausgewertet. Das Testergebnis mit der Restkapazit├Ąt der Batterie wird per E-Mail zugeschickt - inklusive ├Âsterreichischem T├╝v-Siegel.

F├╝r das Prozedere haben Testfahrer maximal eine Woche Zeit. Dann muss die Testbox zur├╝ckgeschickt werden. Es geht aber auch schneller: Wichtig ist nur, dass die Batterie einmal von 100 auf zehn Prozent Ladezustand leer gefahren wird.

Batteriereparatur kann mehrere tausend Euro kosten

Ein Aufwand, der sich lohnen kann. Immerhin k├Ânnten Fahrzeugbatterien von E-Autos zwischen 10.000 und 30.000 Euro kosten, schreibt das Magazin. Das entspreche schnell dem halben Fahrzeugwert. Der Batteriezustand entscheide deshalb dar├╝ber, ob das E-Auto ein Schn├Ąppchen oder ein wirtschaftlicher Totalschaden ist.

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In der Praxis k├Ânnten zwar auch einzelne Batteriemodule f├╝r 1000 bis 4000 Euro gewechselt werden. Mit den zus├Ątzlichen Einbaukosten von rund 2000 Euro ist aber auch das eine stattliche Summe.

Obwohl der Test auch f├╝r Laien einfach durchzuf├╝hren sein soll: Wer es sich nicht zutraut, kann einenDienstleistermit dem Job beauftragen. Laut Aviloo-Gesch├Ąftsf├╝hrer Wolfgang Berger ist das Unternehmen aktuell dabei, Partner in Deutschland zu gewinnen. In ├ľsterreich testet der Automobilclub ├ľAMTC bereits anausgew├Ąhlten StandortenBatterien mit der Aviloo-Box.

H├Ąndler k├Ânnen Batteriezustand auslesen

Der T├╝v Rheinland arbeitet nach eigenen Angaben ebenfalls daran, in naher Zukunft herstellerunabh├Ąngig SoH-Werte von Batterien zu bestimmen. Ein Sprecher des Unternehmens sagt, man befinde sich dabei "auf der Zielgeraden". Die Vorstellung der konkreten Pr├╝fdienstleistungen werde aber noch einige Wochen in Anspruch nehmen.

Laut ADAC k├Ânnen auch die Hersteller selbst den SoH-Wert der Batterie auslesen, weil er im Batteriemanagement hinterlegt ist. H├Ąndler sollten ihren Kunden also einen Nachweis an die Hand geben k├Ânnen. Eine Nachfrage schafft Klarheit.

Alternativ kann laut ADAC eine ausgiebige Probefahrt Aufschluss dar├╝ber geben, welche Reichweite mit dem Fahrzeug realistisch ist. Vertrauensw├╝rdig sei zudem, wenn der Verk├Ąufer gut ├╝ber die Nutzung des Fahrzeuges und der realistischen Reichweiten Auskunft geben k├Ânne. Besser noch, wenn ein aktueller SoH-Ausdruck vorliegt.

F├╝r die Preisverhandlung kann das ein entscheidender Faktor sein. Anbieter Wolfgang Berger geht deshalb davon aus, dass Verk├Ąufer den Batterietest k├╝nftig aus Eigeninteresse vorweisen.

Batterietests k├Ânnen ein entscheidender Faktor werden

In der Praxis haben die SoH-Tests laut ADAC eine noch nicht so gro├če Relevanz. Der Grund: Im Schnitt sind die Fahrzeuge recht jung. Die ├╝ppigen Garantien von meist acht Jahren und 160.000 Kilometern auf den Akku greifen noch. Sollte die Kapazit├Ąt der Batterie innerhalb dieses Zeit- und Kilometerrahmens unter 70 Prozent fallen, ersetzt der Hersteller einzelne Batteriemodule oder sogar den kompletten Akku auf seine Kosten. Das Risiko ist damit ├╝berschaubar.

Die Bedeutung der Batterietests werde aber in den kommenden Jahren zunehmen, wenn die Fahrzeuge sukzessive aus den Garantien hinauskommen, sagt der ADAC.

Doch wie kommt es, dass sich Batteriezust├Ąnde bei gleichen Fahrzeugmodellen unterschiedlich entwickeln? Verschiedene Faktoren haben Einfluss: Das langsame Laden des Akkus ist schonender als das Schnellladen, auch die Anzahl der Ladezyklen ist entscheidend.

Zudem f├╝hlen sich Batterien bei einem Ladezustand von 20 bis 80 Prozent am wohlsten. Liegt der Ladezustand lange Zeit dar├╝ber oder darunter, leidet die Zellchemie. Au├čerdem sinkt die Kapazit├Ąt der Batterien bei Tiefenentladung, extremen Temperaturen oder gro├čer Beanspruchung durch h├Ąufige Vollgasfahrten.

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