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Arianespace sagt alle geplanten Sojus-Starts ab

Von t-online, jnm

Aktualisiert am 04.03.2022Lesedauer: 2 Min.
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Eine Sojus-Rakete auf dem Weltraumbahnhof Baikonur (Quelle: via www.imago-images.de)
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Das europ├Ąische Raumfahrtunternehmen Arianespace hat alle Raketenstarts mit russischen Sojus-Raketen ausgesetzt. Zuvor hatte die russische Raumfahrtbeh├Ârde Roskosmos die Partnerschaft aufgek├╝ndigt.

Arianespace hat alle geplanten Starts mit Sojus-Raketen ausgesetzt. Der Entscheidung war eine Auseinandersetzung mit der russischen Raumfahrtbeh├Ârde Roskosmos vorangegangen.

Arianespace ist ein kommerzieller Anbieter von Tr├Ągerraketenstarts in die Erdumlaufbahn. Private Unternehmen k├Ânnen hier etwa ihre Satelliten in den Orbit bef├Ârdern lassen. Seit rund 15 Jahren nutzt das Unternehmen unter anderem auch russische Sojus-Raketen daf├╝r.

Eigentlich h├Ątte am morgigen Samstag in Kasachstan auf dem Weltraumbahnhof Baikonur im Auftrag von Arianespace eine Sojus-Rakete in den Weltraum starten sollen ÔÇô um Satelliten des Unternehmens Oneweb in den Erdorbit zu transportieren.

Doch der Start musste abgesagt werden: Dmitri Rogosin, Chef der russischen Raumfahrtbeh├Ârde Roskosmos, hatte kurz zuvor ein Ultimatum gestellt, berichtet das Webportal "Spacenews".

Der Start sollte nur erfolgen, wenn Oneweb zuvor zusichere, dass die Satelliten nicht f├╝r milit├Ąrische Zwecke genutzt werden w├╝rden und wenn Gro├čbritannien seine Anteile am Unternehmen absto├če. Oneweb lehnte dies ab ÔÇô und erkl├Ąrte, alle geplanten Starts in Baikonur auszusetzen.

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Noch bevor Oneweb Roskosmos mitgeteilt hatte, dass man sich nicht auf die Forderungen einlassen werde, provozierte Rogosin mit einem weiteren Tweet:

In dem kurzen Video ist die bereits aufgerichtete Sojus-Rakete zu sehen, mit der Oneweb seine Satelliten ins All bef├Ârdern wollte. Unterhalb des "Oneweb"-Schriftzugs sind Arbeiter zu sehen, die erst die japanische Flagge und danach die US-Flagge abkleben, die auf die Rakete gemalt waren.

Rogozins Kommentar dazu lautet ├╝bersetzt etwa: "Das Baikonur-Startteam entschied, dass unsere Rakete ohne die Flaggen einiger L├Ąnder sch├Âner aussehen w├╝rde." Oneweb sagte den Start in Baikonur schlie├člich ab und beorderte seine Mitarbeiter zur├╝ck.

Arianespace stellt Zusammenarbeit mit Roskosmos infrage

Der Streit mit Roskosmos hatte aber schon Tage zuvor begonnen. Als Reaktion auf US-amerikanische EU-Sanktionen gegen die russische Raumfahrt hatte Roskosmos am Samstag seine Zusammenarbeit mit Europa am Weltraumbahnhof Guayana in Kourou eingestellt und angek├╝ndigt, sein Personal von dort aus abzuziehen.

Kourou ist eine kleine Stadt in Franz├Âsisch-Guayana an der Atlantikk├╝ste im Nordosten von S├╝damerika. In Kourou betreibt Arianespace kommerzielle Raketenstarts mit Ariane-, Vega- und bislang auch Sojus-Raketen. Im April h├Ątte dort die n├Ąchste Sojus-Rakete mit zwei europ├Ąischen Galileo-Navigationssatelliten an Bord starten sollen.

Heute erkl├Ąrte Arianespace in einer Pressemitteilung, dass die Zusammenarbeit mit Roskosmos durch die "einseitige Entscheidung" sich aus Kourou zur├╝ckzuziehen, infrage gestellt werde. Deshalb habe man alle dort geplanten Sojus-Starts ausgesetzt und die Sojus-Tr├Ągerrakete sowie die Galileo-Satelliten vor Ort in Sicherheit gebracht.

Die f├╝r 2022 geplanten Missionen mit den europ├Ąischen Tr├Ągerraketen Ariane 5 und Vega liefen zudem nach Plan, erkl├Ąrte Arianespace und verwies darauf, dass deren Nachfolger Ariane 6 und Vega C Europa auch k├╝nftig einen autonomen und nachhaltigen Zugang zum Weltraum sichern w├╝rden.

Die Ariane 6 ist derzeit noch in der Entwicklung, soll aber noch in diesem Jahr erstmals zum Einsatz kommen. Auch Vega C soll noch in diesem Jahr ihren ersten Flug absolvieren.

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  • Rahel Zahlmann
  • Adrian Roeger
Von Rahel Zahlmann, Adrian R├Âger
EuropaGro├čbritannienKasachstanRoskosmos

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