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Fernsehen und Radioempfang: Das mĂŒssen Sie jetzt tun

dpa, t-online, Till Simon Nagel, t-online.de

Aktualisiert am 23.10.2018Lesedauer: 3 Min.
Zwei Frauen schauen TV: Das analoge TV-Signal im Kabelfernsehen wird langsam deutschlandweit abgeschaltet.
Das analoge TV-Signal im Kabelfernsehen wird langsam deutschlandweit abgeschaltet. (Quelle: Christin Klose/dpa-bilder)
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Bis Mitte 2019 stellen Kabel-Anbieter schrittweise das analoge TV-Signal ab. TĂ€tig werden mĂŒssen jetzt Kabelkunden mit Ă€lteren Radio- und FernsehgerĂ€ten, sonst werden sie vom Empfang abgeschnitten.

Der Weg ĂŒbers Kabel ist in Deutschland die letzte Möglichkeit, noch analoge Fernsehprogramme zu empfangen. Doch auch damit ist in den kommenden Monaten Schluss. Die Anbieter schalten das Signal nach und nach ab. Der Grund dafĂŒr ist einfach: Das analoge Programm nimmt Platz im Kabel weg, den die Anbieter lieber anders nutzen wollen. Zum Beispiel fĂŒr schnelles Internet, mehr FernsehkanĂ€le oder eine bessere BildqualitĂ€t.

Die wichtigsten Fragen und Antworten:

1. Betrifft diese Digitalisierung alle Fernsehzuschauer?

Nein. Es geht nur um TV-Signale, die ĂŒber den Kabelanschluss ins Haus kommen. Alle, die Fernsehen ĂŒber Antenne (DVB-T2 HD), Satellit (DVB-S) oder ĂŒbers Internet (IPTV) empfangen, sind nicht betroffen, weil sie ohnehin schon digital fernsehen.

2. Schaue ich noch analog?

Vor dem Umschalttermin laufen im Analogprogramm TextbĂ€nder durchs Bild. Wer sie sieht, schaut analog und kann außerdem ablesen, wer der Kabelanbieter ist. Auch wer ein Röhren-TV ohne Extra-EmpfangsgerĂ€t hat, schaut ziemlich sicher analog. Ein weiterer Anhaltspunkt ist die Zahl der empfangbaren KanĂ€le: Sind es rund 30 Programme, schaut man analog, sind es mehr, schaut man digital. Und: Ist bei ARD oder ZDF ein "HD"-Logo eingeblendet, schaut man mit Sicherheit digital.

Laut Digitalisierungsbericht der Medienanstalten schauen nur noch gut drei Prozent aller Haushalte analog fern, also rund 1,2 Millionen. Dem gegenĂŒber stehen 37 Millionen Haushalte, die ihr Fernsehprogramm bereits komplett digital empfangen. 97 Prozent haben GerĂ€te zu Hause stehen, die bereits fĂŒr den digitalen Empfang geeignet sind.

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3. Ich schaue analog. Was muss ich tun?

Wer den alten Fernseher behalten möchte, braucht einen DVB-C-EmpfĂ€nger (Receiver), der ab rund 35 Euro zu haben ist. Wer damit auch hochauflösendes HD-Fernsehen (HDTV) empfangen möchte, muss beim Kauf darauf achten, dass der Receiver dafĂŒr geeignet ist. Bei modernen Fernsehern ist ein DigitalempfĂ€nger meist schon integriert. Dann muss im MenĂŒ des Fernsehers nur der Empfangsweg geĂ€ndert werden, etwa hin zu "Digital-TV" oder "DVB-C".

4. In welchem Zeitraum wird auf digital umgeschaltet?

Ein Großteil Westdeutschlands schaut bereits voll digital. Der Anbieter "Unitymedia" hat die Analogabschaltung in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-WĂŒrttemberg bereits 2017 abgeschlossen. Bis Mitte 2019 folgt der Rest des Landes mit Anbietern wie Vodafone (Kabel Deutschland), Pyur (ehemals "Tele Columbus" und "Primacom"), der Telekom und etlichen Regionalanbietern. In Bayern, Bremen und Sachsen ist die Analogabschaltung bis Ende 2018 gesetzlich festgelegt. In den anderen BundeslĂ€ndern kann sich der ganze Prozess bis etwa Mitte 2019 hinziehen.

5. Wie erfahre ich, wann bei mir umgeschaltet wird?

Die Kabelanbieter schreiben ihre Direktkunden in der Regel an. Außerdem gibt es fĂŒr betroffene Kunden LaufbĂ€nder im Fernsehen. Vodafone und Pyur haben Info-Seiten mit den genauen Termininfos eingerichtet. Im Zweifel hilft ein Anruf beim Anbieter. Wer seinen Kabelanschluss ĂŒber die Miete zahlt, ist eventuell gar nicht sicher, welcher Anbieter zustĂ€ndig ist. Hier lohnt die Nachfrage bei Vermieter oder Hausverwaltung.

6. Worauf muss ich noch achten?

Die Umschaltung findet oft in der Nacht statt. Dabei werden die KanĂ€le auch neu sortiert. Meist mĂŒssen Kabelkunden – egal ob schon lĂ€nger digital oder gerade erst nicht mehr analog – einen Sendersuchlauf starten. Nur wenige GerĂ€te erkennen die Neuordnung von allein.

VerbraucherschĂŒtzer warnen vor unseriösen, selbst ernannten "Medienberatern". Sie nutzen solche Umstellungsphasen gerne dazu, Kunden neue und teurere VertrĂ€ge aufzuschwatzen. Die Kabelanbieter weisen darauf hin, dass Privatsender wie RTL, Sat1 oder ProSieben auch im Digital-TV weiter kostenlos ĂŒbertragen werden. Wer sie in hoher HD-Auflösung sehen will, muss monatlich etwa 6 Euro draufzahlen.

7. Und was passiert, wenn ich Radio ĂŒber Kabel höre?

Auch das analoge Radiosignal verschwindet mit der Abschaltung aus dem Kabel. Wer bisher etwa seine Stereoanlage zum Radiohören am Kabelanschluss hĂ€ngen hatte, kann nun eine Wurfantenne an die Anlage anschließen, um so analoges UKW-Radio zu empfangen. Die gibt es ab zehn Euro im Elektrohandel.

Soll das digitale Radioangebot des Kabelanschlusses genutzt werden, muss die Musikanlage entweder an einen Fernseher mit eingebautem DVB-C-EmpfĂ€nger oder an den externen DVB-C-Receiver angeschlossen werden - ĂŒber einen Audioausgang. Das hat den Nachteil, dass diese GerĂ€te eingeschaltet werden mĂŒssen, damit das Signal am Radio ankommt.

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Wer dagegen kĂŒnftig lieber digitales Radio ĂŒber Antenne Radio hören möchte und mit einem neuen GerĂ€t liebĂ€ugelt, sollte sich ein Internetradio (ab ca. 70 Euro) oder einen digitalen DAB+-EmpfĂ€nger (ab ca. 50 Euro) zulegen. Dieser empfĂ€ngt in der Regel nicht nur digitale Programme, sondern bei Bedarf auch die analogen UKW-Sender ĂŒber Antenne. Auch Smartspeaker wie Amazon Echo oder Google Home können ĂŒbers Internet digitales Radio abspielen.

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