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"Rise of the Ronin": Japan-Action-RPG ist ein heimlicher Hit


Spieletest
"Rise of the Ronin" ist eine spannende Schnetzelorgie


28.03.2024Lesedauer: 4 Min.
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Charaktere aus "Rise of the Ronin": Mit seiner Geschichte kann das Spiel überzeugen.Vergrößern des Bildes
Charaktere aus "Rise of the Ronin": Mit seiner Geschichte kann das Spiel überzeugen. (Quelle: Team Ninja)

Mit "Rise of the Ronin" wagt sich das Entwicklerstudio Team Ninja an ein Spiel im historischen Japan. Warum der Titel eine Menge Spaß macht, verrät unser Test.

Edo, das heutige Tokio, im Jahr 1863. Eine Kriegerin stürzt sich mit gezogenem Schwert von einem Dach. Bevor sie auf dem Boden ankommt, breitet sie einen Gleitschirm aus, schwebt einige Meter und stürzt sich – Schwert voran – in einen am Boden stehenden Gegner. Sie wechselt die Waffe.

Das Katana gleitet zurück in die Scheide und die Kriegerin zückt ein sogenanntes Ochsenschwert. Damit wirbelt sie durch die Luft, täuscht eine Attacke an, die sie sogleich durch den Wurf eines Ninjasterns (Shuriken) abbricht. Ein Angriff des Gegners blockt sie ab, mit dem nächsten Hieb trennt die Kriegerin den Kopf des Kontrahenten vom Körper. Der Kampf ist vorbei.

Szenen wie diese gibt es in "Rise of the Ronin", dem neuen Action-Adventure des Entwicklerstudios Team Ninja, häufig. Die vielen Möglichkeiten im Kampf sind dabei eindeutig das Highlight des Spiels – und der Aspekt im exklusiv für die Playstation 5 erschienenen Titels, der Zocker langfristig an die Bildschirme fesselt.

Die Geschichte: Action in einer Zeit voller Veränderungen

Doch worum geht es in "Rise of the Ronin"? Der Titel spielt im Japan der Bakamatsu-Ära – also der letzten Epoche vor der sogenannten Meiji-Restauration, durch die im späten 19. Jahrhundert die Macht des Kaisers wiederhergestellt wurde. Es ist eine Zeit des Umbruchs, in der sich Japan erstmals dem Westen öffnete und die vom Bürgerkrieg bestimmt war.

In diese Epoche wird die Heldin oder der Held hineingeworfen, die Spieler zuvor in einem Charaktereditor erstellt haben. Zusammen mit einem Mitglied aus dem eigenen Clan, zu dem der Spielcharakter eine familiäre Bindung aufgebaut hat, beginnt die Geschichte in einer ländlichen Provinz, weit ab von den Großstädten Edo und Kyoto.

Das Dorf der Heldin wird überfallen, nach einigen ersten Kämpfen entkommt sie nur knapp. Ihr "Blade Twin", also das Quasi-Familienmitglied, verschwindet zunächst. Die Suche nach ihm oder ihr führt die Heldin in die Stadt Yokohama.

Ein Bombardement an Namen

Dort wird sie in die politischen Wirrungen der Bakamatsu-Ära geworfen und muss sich früher oder später entscheiden: für die Seite des Shogunats, das für eine Öffnung Japans zum Westen einsetzt, oder für die Seite der Rebellen, die die Einflussnahme von Amerikanern und Briten in Japan verhindern will.

Die Geschichte kann dabei anfänglich überfordern. "Rise of the Ronin" überflutet Spieler in den ersten zehn bis 15 Spielstunden förmlich mit Ortsnahmen, Ereignissen und Charakteren, die nur selten eindeutig gut oder schlecht sind, sondern immer eigene Motivationen und Moralvorstellungen mit sich bringen.

Wer sich durch die ersten Stunden durchkämpft, wird allerdings mit vielseitigen Charakteren belohnt, deren politische Verwicklungen nicht selten dazu führen, dass ein Charakter nicht selten im Verlaufe der Geschichte auf mehreren Seiten steht oder uns gar hintergeht. Die Geschichte entwickelt sich nach der anfänglichen Überforderung zu einem spannenden Abenteuer durch die japanische Geschichte.

Grafik aus dem letzten Jahrzehnt

Im Verlauf des Spiels erkunden Spielerinnen und Spieler drei große offene Landschaften: Yokohama, Edo und Kyoto. Dass bei der Entdeckung nicht immer große Freude aufkommen will, liegt einerseits an der wirklich schwachen Optik. Zwar läuft das Spiel im Performance-Modus immerhin mit 60 Bildern pro Sekunde, das war es dann aber auch.

Insgesamt wirkt das Spiel eher wie eines der frühen Playstation-4-Spiele. Das vor vier Jahren erschienene und ebenfalls in Japan spielende "Ghost of Tsushima" und das sogar schon fünf Jahre alte "Sekiro: Shadows Die Twice" schlagen die Optik von "Rise of the Ronin" um Längen.

Apropos "Sekiro": Vom Spiel des Konkurrenzstudios From Software hat sich Team Ninja einige Inspirationen für das Kampfsystem von "Rise of the Ronin" geholt. So ist das strategische Blocken der gegnerischen Angriffe essenziell, um die Ausdauer des Gegners zu reduzieren. Gelingt das, kann man selbst zu einem vernichtenden Schlag ansetzen.

Zugängliches, aber forderndes Gameplay

Allerdings ist das "Rise of the Ronin"-Gameplay nicht einfach nur ein schlechter Abklatsch der Konkurrenz: Team Ninja hat unzählige Waffen mit einer Vielzahl von verschiedenen Kampfhaltungen eingebaut, die dem Kampfsystem eine unglaubliche Tiefe verleihen – und insbesondere auf dem höchsten der drei Schwierigkeitsgrade die meisten Spieler einige Tode kosten würde.

Doch Team Ninja hat aus den früheren Titeln wie "Nioh" oder "Wu Long" gelernt: Selbst unerfahrene Zocker haben Spaß mit "Rise of the Ronin". Auf dem leichten Schwierigkeitsgrad verbrauchen Aktionen der Heldin weniger Ausdauer und gegnerische Angriffe kosten nicht so viel Lebensenergie.

Zwar kann das Kampfsystem mit all seinen Kniffen anfangs überfordern, es ist aber so zugänglich, dass es genügend Motivation bietet, um sich durch den zähen Anfang durchzubeißen. So ist "Rise of the Ronin" nicht nur etwas für "Nioh"- oder "Sekiro"-Veteranen, sondern auch für Spieler, die bisher wenig mit dem Genre der Soulslikes zu tun hatten.

Fazit: Ein Hit, der erst warmlaufen muss

Insbesondere die ersten Stunden von "Rise of the Ronin" können anstrengend sein. Das Setting ist für Westeuropäer eher ungewohnt und benötigt einige Zeit, um die historischen Zusammenhänge zu verstehen und sich nach bestem Wissen und Gewissen entweder für oder gegen das Shogunat entscheiden zu können.

Nach etwa zehn Stunden zieht "Rise of the Ronin" allerdings selbst Skeptiker mit seinen ambivalenten Charakteren, seiner spannenden Geschichte und insbesondere dem fordernden Kampfsystem in den Bann.

Ein Anwärter auf das Spiel des Jahres dürfte der Titel nicht sein – aber es ist schon jetzt anhand seiner großen und leidenschaftlichen Community auf dem Imageboard "Reddit" davon auszugehen, dass "Rise of the Ronin" in seiner Nische den Spielern noch viele Monate Spaß bereiten dürfte.

"Rise of the Ronin" ist seit dem 22. März 2024 für Playstation 5 erhältlich. Das Spiel hat eine Altersempfehlung ab 18 Jahren.

Verwendete Quellen
  • Eigener Test
  • reddit.com/r/riseoftheronin/
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