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Behörde nennt Startzeitraum: Superschnelles WLAN kommt in wenigen Monaten

Behörde nennt Zeitraum  

Superschnelles 6-GHz-WLAN kommt in wenigen Monaten

28.11.2020, 13:00 Uhr | jnm, t-online

Behörde nennt Startzeitraum: Superschnelles WLAN kommt in wenigen Monaten. Frau starrt beeindruckt aufs Smartphone: Mit Wi-Fi 6E könnte das WLAN erheblich schneller werden (Quelle: imago images/Panthermedia / Antonio Guillem)

Mit Wi-Fi 6E könnte das WLAN erheblich schneller werden (Quelle: Panthermedia / Antonio Guillem/imago images)

Erstmals seit rund 17 Jahren soll das Funkspektrum für das WLAN-Netz erweitert werden. Das neue 6-GHz-Band soll den Datendurchsatz mindestens verdoppeln, laut neuer Auskunft der Bundesnetzagentur schon ab diesem Frühling.

Schnelles WLAN gehört längst zu einer wichtigen Grundbedingung fürs Arbeiten, aber auch für die Freizeit-Nutzung. Denn egal ob Videokonferenz, ein gestreamter 4K-Netflix-Film oder der Download eines aktuellen Videospiels: Alles erfordert viel Bandbreite – und zwar nicht nur auf der Internetleitung, die zur Wohnung führt, sondern auch im WLAN-Netzwerk selbst, das die Daten an die Endgeräte verteilt. Doch gerade in dicht besiedelten städtischen Räumen wird es in den verfügbaren WLAN-Frequenzbändern zunehmend eng, weil sich dort immer mehr WLAN-Netzwerke hineindrängen.

Die Wi-Fi Alliance hat deshalb eine Erweiterung des Wi-Fi-6-Standards entwickelt: Wi-Fi 6E. Diese erlaubt zusätzlich zu den Frequenzbändern im Bereich von 2,4 GHz und 5 GHz nun auch die Nutzung der Frequenzen um 6 GHz. Hier können Router und Endgeräte zusätzlich 14 Kanäle mit 80 MHz Frequenzbreite, sowie 7 Kanäle mit 160 MHz Frequenzbreite nutzen. Zum Vergleich: Im bereits verfügbaren 5-GHz-Band gibt es gerade mal fünf Kanäle mit 80 MHz und zwei mit 160 MHz.

Ein neues Frequenzband sorgt für deutlich mehr Speed

Vereinfacht gesagt heißt das: Im Äther wird erheblich mehr Platz geschaffen, um gleichzeitig Daten zu verschicken. Dadurch kommen sich die einzelnen Nutzer mit ihren Verbindungen weniger in die Quere – außerdem wächst die machbare Geschwindigkeit. Die Wi-Fi-Alliance spricht von ein bis zwei Gigabit, die dann etwa zu einem Smartphone gefunkt werden könnten. 

Im Alltag dürfte sich das neue Netz also durch deutlich höheren Datendurchsatz und weniger Störungen in dicht genutzten Bereichen auswirken. Sprich: mehr Tempo, weniger Ärger.

In den USA hat die zuständige Behörde FCC die Nutzung der Frequenzen bereits zugelassen – nun wurden die entscheidenden Weichen auch auf europäischer Ebene gestellt, wie die Bundesnetzagentur in dieser Woche mitteilte. Deshalb plant die Behörde nun, im zweiten Quartal 2021 den 6 GHz-Bereich für die WLAN-Nutzung von jedermann zuzulassen. Allerdings erfolgt erstmal nur eine Zulassung für ein zusätzliches Spektrum von 480 MHz. Das bedeutet, dass vorerst nur sechs 80-MHz-Kanäle bzw. drei 160-MHz-Kanäle möglich sein werden. Angesichts der Tatsache, dass zunächst nur wenige Nutzer passende Geräte haben werden, dürfte es vorerst dennoch nicht zu Engpässen in dicht besiedelten Bereichen kommen.

Erste passende Geräte schon ab Dezember verfügbar

Denn einfach so wird man vom neuen Tempo-Schub nicht profitieren können. Die aktuelle Hardware unterstützt den neuen Standard Wi-Fi 6E noch nicht. Doch die Chiphersteller Qualcomm und Broadcom haben bereits passende Chips für Router und Mobilgeräte im Angebot. Qualcomm verspricht für seine Router-Chips einen theoretischen Durchsatz von bis zu 7,8 Gigabit pro Sekunde (Gbps), mehr als das Doppelte von dem, was moderne Wi-Fi-6-Router in den Bändern 2,4 GHz und 5 GHz in der Regel theoretisch übermitteln können.

In beiden Fällen sind die Werte nur sehr theoretisch – aufgrund der neuen, bislang noch ungenutzten Frequenzbänder dürfte das neue 6GHz-WLAN aber insbesondere in dicht besiedelten Städten deutlich mehr Leistungsreserven bieten.

Asus hat bereits im September einen Wi-Fi 6E Router angekündigt, den GT-AXE11000. Er soll noch in diesem Jahr in den Handel kommen. Die ersten kompatiblen Smartphones und Notebooks dürften dann in den nächsten Monaten folgen.

Verwendete Quellen:

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