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Alexa: Amazon-Mitarbeiter hören Nutzergespräche von Sprachassistent an


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Amazon wertet Privatgespräche mit Alexa aus

Von dpa
Aktualisiert am 14.04.2019Lesedauer: 3 Min.
Amazon Echo: Amazon-Mitarbeiter tippen Alexa-Sprachbefehle ab.
Amazon Echo: Amazon-Mitarbeiter tippen Alexa-Sprachbefehle ab. (Quelle: imago-images-bilder)
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Amazon lässt zum Teil Mitarbeiter aufgezeichnete Befehle von Nutzern an seine Assistenzsoftware Alexa anhören und abtippen, um die Spracherkennung zu verbessern. Viele Nutzer wissen davon nichts.

Der Konzern bestätigte die Vorgehensweise am Donnerstag dem Finanzdienst Bloomberg. "Wir versehen nur eine sehr geringe Auswahl an Alexa-Sprachaufnahmen mit Kommentaren, um das Kundenerlebnis zu verbessern."


So löschen Sie Alexa-Sprachdaten bei Amazon

Wer Alexa nutzt, dessen Sprachdaten werden bei Amazon gespeichert. Der Konzern bietet aber die Möglichkeit, diese Daten zu löschen. Unsere bebilderte Anleitung zeigt, wie das geht.
Loggen Sie sich mit in Ihren Amazon-Account und klicken Sie auf "Mein Konto". Es öffnet sich eine Dropdown-Liste.
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Bloomberg zufolge wird diese Arbeit an diversen Standorten rund um die Welt erledigt, unter anderem in Boston, Costa Rica, Indien und Rumänien. Laut zwei Mitarbeitern in Bukarest bearbeiten sie dort pro Schicht bis zu 1.000 Mitschnitte. Ein Mitarbeiter aus Boston sagte, er habe zum Beispiel Aufzeichnungen mit den Worten "Taylor Swift" analysiert und sie mit der Anmerkung versehen, dass die Nutzer die Sängerin meinten.

"Beschäftigte haben keinen direkten Zugang zu Informationen, durch die eine Person oder ein Account bei diesem Verfahren identifiziert werden können", betonte Amazon in der Stellungnahme an Bloomberg. Der Finanzdienst berichtete zugleich, auf einem Screenshot zu einem solchen Transkriptions-Auftrag seien eine Account-Nummer, der Vorname des Nutzers sowie die Seriennummer des Geräts aufgeführt gewesen. Der Konzern erklärte, alle Informationen würden streng vertraulich behandelt und es werde mit Zugangseinschränkungen und Verschlüsselung gearbeitet.

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Kunden können der Nutzung widersprechen

Aus Amazons Informationen zu Alexa geht bisher nicht eindeutig hervor, dass unter Umständen auch Menschen die Aufzeichnungen anhören könnten. "Zum Beispiel verwenden wir Ihre Befehle an Alexa, um unsere Systeme zur Spracherkennung und zum Verstehen natürlicher Sprachen zu trainieren", heißt es lediglich in Fragen und Antworten auf einer Amazon-Seite. Zugleich können Nutzer in den Einstellungen der Nutzung ihrer Aufnahmen zur Weiterentwicklung des Dienstes widersprechen.

In den Nutzungsbedingungen von Amazons Echo heißt es: "Um den Alexa Dienst zur Verfügung stellen zu können, zu personalisieren und um unsere Dienste zu verbessern, verarbeitet und speichert Ihre Alexa Interaktionen, wie Ihre Spracheingaben, Musikwiedergabelisten und Ihre Alexa-To-do- und -Einkaufslisten in der Cloud. Erfahren Sie mehr über diese Sprachdienste, einschließlich wie Sie mit Ihrem Konto verbundene Sprachaufnahmen löschen können." Und weiter: "Zum Beispiel verwenden wir Ihre Befehle an Alexa, um unsere Systeme zur Spracherkennung und zum Verstehen natürlicher Sprachen zu trainieren. Je mehr Daten wir benutzen um diese Systeme zu trainieren, desto besser funktioniert Alexa, und das Trainieren mit Sprachaufzeichnungen von vielen unterschiedlichen Kunden hilft sicherzustellen, dass Alexa für jeden gut funktioniert."

Nutzer, die nicht möchten, dass Aufzeichnungen mit ihrer Stimme ausgewertet werden können dem auf der Privacy-Seite von Alexa widersprechen.

Dort muss man in den Einstellungen den Punkt "Verwalten Sie, wie Ihre Daten zur Verbesserung von Alexa genutzt werden dürfen" auswählen und sollte dann die folgenden beiden, zur Verfügung stehenden Optionen deaktivieren. Zum einen die Möglichkeit, dass die eigenen Sprachaufnahmen zur Entwicklung neuer Funktionen verwendet werden dürfen. Und zum anderen die Möglichkeit, dass die eigenen, über Alexa gesendeten Nachrichten zur Verbesserung der Genauigkeit von Abschriften herangezogen werden dürfen.

Von Amazon gab es am Donnerstag zunächst keine weiteren Stellungnahmen über die Erklärung an Bloomberg hinaus. Auch die Konkurrenten Apple und Google äußerten sich zunächst nicht zur Anfrage, ob sie auf eine ähnliche Vorgehensweise bei ihren Assistenten Siri und Google Assistant zurückgreifen.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
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