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"An dem wirklichen Nutzen habe ich schon Zweifel"

Von Charlotte Janus, Jann-Luca KĂŒnßberg

Aktualisiert am 18.06.2020Lesedauer: 4 Min.
Die Corona-Warn-App
Die Corona-Warn-App: Die Meinungen zur App gehen stark auseinander. (Quelle: localpic/imago-images-bilder)
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Viele Menschen haben die Corona-Warn-App heruntergeladen. Wir haben Nutzer gefragt, was sie von der App halten. Nicht alle sind ĂŒberzeugt. Und: Nicht jeder kann sie nutzen.

Seit Dienstag steht die Corona-Warn-App zur VerfĂŒgung. Zeit genug, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen und sich eine Meinung zu bilden. Wir haben die t-online.de-Leser gefragt: Werden Sie die Warn-App nutzen? Überwiegen fĂŒr Sie die Vorteile in der Virusverfolgung oder hegen Sie Bedenken gegen die App?


Warnung vor Infektion: So sieht die App zur Corona-BekÀmpfung aus

Im Appstore von Apple ist die Warn-App seit heute verfĂŒgbar. Achtung: Derzeit muss tatsĂ€chlich noch nach "corona-warn-app" gesucht werden, um die richtige App zu finden. Die Suche wurde offenbar noch nicht optimiert.
So sieht das Symbol der deutschen Corona-Warnapp auf dem iPhone aus. Der Aufbau des Programms sieht auf Android genauso aus.
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Außerdem haben uns viele Mails erreicht und wir haben mit Menschen auf der Straße gesprochen. Ein großer Teil der Befragten steht der App grundsĂ€tzlich positiv gegenĂŒber. Sie wollen helfen, das Virus zu bekĂ€mpfen und vertrauen darauf, dass der Datenschutz sichergestellt ist.

Ein Problem geht aber klar aus den Antworten hervor: Viele Menschen wollen die App nutzen. Sie können sie aber nicht herunterladen, weil ihnen dafĂŒr die technische Ausstattung fehlt. Dabei sehen sie eine Gefahr: Ältere und sozial benachteiligte Menschen könnten stĂ€rker abgehĂ€ngt werden.

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Pro: Die App ist sinnvoll, sicher und leicht zu bedienen

Jörg V. per E-Mail – "keine Nachteile, nur Vorteile"

"Die Corona Maßnahmen waren ĂŒberwiegend nachzuvollziehen. Und die App? Einfach zu handhaben – keine Nachteile, nur Vorteile. Wer da noch meckert oder Bedenken trĂ€gt, sollte ĂŒberlegen, ob er sein Smartphone nicht besser freiwillig abgibt."

Joana R. bei der t-online.de-Straßenumfrage – "Ich will Teil einer Lösung sein"

"Ich habe die App schon heruntergeladen. Ich will Teil einer Lösung sein."

Passantin Joana R.
Joana R.: Die 39-JĂ€hrige hat Ihre Meinung zur Warn-App mit t-online.de geteilt. (Quelle: Jann-Luca KĂŒnßberg/T-Online-bilder)

Le Penseur per Leserkommentar – "an dem wirklichen Nutzen der Corona-App habe ich schon Zweifel"

"Ich finde die Corona-App und alles was wir erfolgreich zur Abwehr des Coronavirus getan haben gut. Ich werde sie auch nutzen. Bedenken wegen Überwachung und EinschrĂ€nkung der Freiheit habe ich keine. Ich lebe in einem demokratischen Staat mit grĂ¶ĂŸtmöglicher Freiheit. Aber an dem wirklichen Nutzen der Corona-App habe ich schon Zweifel.

Warum: Ich bin ein typischer Otto-Normalmensch, gehöre zur Ă€lteren Generation, fahre Mountainbike, Motorrad und gehe gerne in die Dorfkneipe und auch zu anderen Veranstaltungen. Ich besitze auch ein Smartphone, nehme es aber nicht ĂŒberall hin mit, weil es stört und mich stĂ€ndig ablenkt. Bei den 13- bis 30-JĂ€hrigen ist das sicherlich vorteilhaft, weil sie immer am Smartphone hĂ€ngen. Aber wo ist denn wirklich der Nutzen dieser App fĂŒr die Gesellschaft und mich, wenn ich mich ohne Smartphone, und das mache ich meistens, irgendwo hinbegebe.

Mein Fazit: Ich werde sie nutzen. Aber: sie tÀuscht eine vermeintliche, nicht gegebene Sicherheit vor."

Sprachbarriere oder schlechte Erfahrungen im Ausland

Max aus Frankreich (Nachname soll nicht genannt werden) bei der t-online.de-Straßenumfrage – Ich glaube aber, dass damit die Leute getrackt werden

"Es gibt auch eine App in Frankreich. Ich glaube aber, dass damit die Leute getrackt werden, deshalb habe ich die App nicht. Ich weiß nicht, wie die deutsche Regierung ist. Aber in Frankreich ist es so. Aber ohnehin sind die Deutschen, zumindest was Corona angeht, viel strenger mit den Regeln als die Franzosen. Vielleicht reicht das auch."

Georgios K.
Georgios K.: Er fĂŒhlt sich ĂŒber englischsprachige Internetseiten nicht ausreichend ĂŒber dir App informiert. (Quelle: Jann-Luca KĂŒnßberg/T-Online-bilder)

Georgios K. bei der t-online.de-Straßenumfrage – "wurde nicht ausreichend darĂŒber informiert"

"Ich habe die App nicht installiert. Ich wurde nicht ausreichend darĂŒber informiert. Ich folge den Nachrichten auf "berlin.de". Da stand nichts zu der App." (Aus dem Englischen, Georgios K. ist Grieche, lebt aber in Berlin. Auf der Website der Hauptstadt finden sich aktuell tatsĂ€chlich nur Informationen zur Corona-App auf Deutsch, ruft man die englischsprachige Seite auf, finden sich Nachrichten zum Virus, nicht aber zur App. Anm. d. Red.)

Contra: Sorge wegen des Datenschutzes und der Freiheitsrechte

Tritionion50S per Leserkommentar – "glaube ich nicht, dass diese Daten ausschließlich dafĂŒr genutzt werden"

"Nein, ich werde diese Corona-App nicht nutzen und zwar aus folgenden GrĂŒnden. Erstens: Solange nicht mindestens 80 Prozent der Bevölkerung getestet ist, ist die App fehlerhaft und deshalb nutzlos. Zweitens: glaube ich nicht, dass diese Daten ausschließlich dafĂŒr genutzt werden. Die Erfahrung lehrt mich etwas anderes. Außerdem haben wir laut Robert Koch-Institut in unserem Landkreis aktuell noch zwei Corona-Infizierte registriert. Alle anderen sind entweder genesen oder leider verstorben."

Jennifer I. bei der t-online.de-Straßenumfrage – "Dann kriege ich ja stĂ€ndig was auf mein Handy"

"Ich habe die App nicht installiert. Ich wasche mir mehrmals am Tag die HĂ€nde, ich trage in jedem Laden Mundschutz, habe Desinfektionsmittel dabei – ich lasse mich nicht irre machen. Dann kriege ich ja stĂ€ndig was auf mein Handy geschickt. Dann kann ich gleich Zuhause bleiben."

Das grĂ¶ĂŸte Problem: Alte Handys und technische Schwierigkeiten

Roman Z. per E-Mail – "bekommt man ein neues Handy von Herrn Spahn?"

"Die Angst vor mangelnder PrivatsphĂ€re von all denen, die permanent in sozialen Medien die "Hosen runterlassen", kann ich nur belĂ€cheln. Weiterdenken ist oft hilfreich. Und an alle Zweifler, die vermuten, dass positiv getestete Personen sich nicht freiwillig eintragen: Was wĂŒrden Sie denn persönlich machen? Vielleicht mal darauf vertrauen, dass diesbezĂŒglich andere genauso ehrlich sein werden, wie ich.

Einzig Àrgerlich: Àltere GerÀte funktionieren nicht mit der App. Deshalb kann die Nutzung nur freiwillig sein und bleiben. Oder bekommt man ein neues Handy von Herrn Spahn, falls die Nutzung verpflichtend wird?"

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Ute (Nachname soll nicht genannt werden) bei der t-online.de-Straßenumfrage – "Weil ich unfĂ€hig bin mit meinem Handy"

"Ich habe die App nicht installiert. Weil ich unfÀhig bin mit meinem Handy."

Franziska H. per E-Mail – "Diese App scheint die beste Verkaufsförderung fĂŒr Apple zu sein."

"Ich wĂŒrde die App sehr gerne nutzen. Es geht leider nicht. Ich habe ein IPhone 6. Diese App scheint die beste Verkaufsförderung fĂŒr Apple zu sein. Hat man sich ĂŒberlegt, dass viele viele IPhone-Nutzer nun gezwungen wĂ€ren ein neues IPhone zu kaufen? Das kann es nicht sein. Mein Mann hat ein Android-Billig-Smartphone. Das ist fast genauso alt. Die Leistung ist wesentlich geringer, aber er kann die App installieren.

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Ich hÀtte die App gerne, ich gehöre in mehrerer Hinsicht zur Risikogruppe, aber ich werde mir kein neues Smartphone kaufen!"

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