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Das Fairphone 3+ im Praxistest

Von dpa
29.09.2020Lesedauer: 3 Min.
Das Fairphone 3+ kostet 469 Euro und kommt mit zwei Jahren Garantie.
Das Fairphone 3+ kostet 469 Euro und kommt mit zwei Jahren Garantie. (Quelle: Fairphone/dpa-tmn./dpa)
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Berlin (dpa/tmn) - Weltweit besitzen rund 3,5 Milliarden Menschen ein Smartphone. Im Schnitt nutzen sie ihr GerÀt rund zweieinhalb Jahre lang, dann wird ein neues Modell fÀllig. Fairphone stellt sich diesem Trend entgegen und setzt auf Nachhaltigkeit.

Das niederlÀndische Unternehmen will, dass seine Kunden ihr Smartphone möglichst lange behalten, bei Bedarf reparieren und wichtige Komponenten mit verbesserten Modulen austauschen.

Vor diesem Hintergrund ist es nur logisch, dass Fairphone parallel zur PrÀsentation des neuesten Modells auch ein Konzept vorgestellt hat, wie Bestandskunden von den Neuerungen profitieren können. Das neue Fairphone 3+ entspricht nÀmlich in weiten Teilen dem VorgÀngermodell. Es wurden aber Kamera-Module und das Audio-System verbessert, was sich im Praxistest auch bemerkbar macht.

Die verbesserten Module stecken nicht nur im neuen Modell. Besitzer und Besitzerinnen des Fairphone 3 können sie nachkaufen und selbst einsetzen, da die dritte Fairphone-Generation modular aufgebaut ist. Der notwendige Schraubendreher gehört zum Lieferumfang - nicht nur als politisches Symbol, sondern als Werkzeug fĂŒr die Praxis.

Stabiler Kunststoff dominiert

Andere Smartphone-Hersteller bauen ihre Smartphones mit Metall oder Glas. Damit kann Fairphone nicht protzen. Das GehĂ€use des 3+ wirkt etwas klobig, hinterlĂ€sst dabei aber einen Ă€ußerst stabilen Eindruck. Der Kunststoff ist leichter zu verarbeiten als etwa Aluminium.

Er verschlingt auch weniger Energie und Rohstoffe, zumal er zur HĂ€lfte aus recyceltem Plastik besteht. Die RĂŒckseite des Fairphone-GehĂ€uses lĂ€sst sich ohne Werkzeug abnehmen, um an sieben Module heranzukommen, die man selbst austauschen kann. Diese sind ĂŒbersichtlich beschriftet, so dass auch Laien nicht ĂŒberfordert sind.

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Das 3+ verfĂŒgt wie das 3er-Modell ĂŒber ein 5,65 Zoll großes Full-HD-Display mit LCD-Technik, das eine ordentliche QualitĂ€t bietet, auch aus verschiedenen Blickwinkeln. Technisches Zentrum bildet ein Prozessor mit acht Kernen, der Snapdragon 632 von Qualcomm. Die Android-OberflĂ€che wird damit flĂŒssig dargestellt, bei Apps mit anspruchsvoller Grafik oder intensivem Multitasking zeigt sich der Mittelklasse-Chip aber tendenziell ĂŒberfordert.

Akku hÀlt bis zu zwei Tage

Fairphone stattet das GerĂ€t mit vier Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher aus. Der Datenspeicher von 64 GB kann mit einer Micro-SD-Karte erweitert werden. Nichts geĂ€ndert haben die NiederlĂ€nder auch beim Akku, der ĂŒber 3060 mAh KapazitĂ€t verfĂŒgt und das Fairphone 3+ acht Stunden unter Volllast durchhalten lĂ€sst. Bei weniger intensiver Nutzung muss man erst nach zwei Tagen wieder laden.

Im Praxistest bemerkt man sofort, dass Fairphone die Auflösung der Hauptkamera von 12 auf 48 Megapixel (MP) erhöht hat. Damit werden nicht mehr so viele Bilddetails wegkomprimiert wie beim VorgÀngermodell. Bei ausreichend Licht gefallen die Bildergebnisse sehr gut, auch wenn die Aufnahmen in manchen Belichtungssituationen einen leichten Blaustich haben.

Im Gegensatz zu seinem VorgĂ€nger unterstĂŒtzt das Fairphone 3+ die Objektverfolgung und Szenenoptimierung. Auch wenn es keinen optischen Zoom gibt, ist sein digitaler Zoom gut genug. Der PortrĂ€tmodus ist ebenfalls nicht schlecht, genĂŒgend Licht fĂŒr die Szene vorausgesetzt. Bei weniger Licht hat das neue Fairphone dagegen etwas MĂŒhe, auf das Motiv zu fokussieren, das auf dem Display ausgewĂ€hlt wurde.

Hauptkamera-Modul fĂŒr 60 Euro

Fairphone-3-Besitzer erhalten fĂŒr knapp 60 Euro die neue Hauptkamera. Die neue Selfiekamera, die in der Auflösung von 8 auf 16 MP verdoppelt wurde, kann fĂŒr knapp 35 Euro nachgerĂŒstet werden. Tauscht man beide Module zugleich, liegen die Kosten bei 70 Euro.

Das niederlÀndische Unternehmen versucht, möglichst viele Bauteile umweltfreundlich und fair entlang der gesamten Lieferkette zu beschaffen. Auch bei der Produktion in China verspricht die Firma faire Arbeitsbedingungen. Das Fairphone 3+ kostet 469 Euro und kommt mit zwei Jahren Garantie. Es ist wie seine VorgÀnger leicht reparierbar, der Akku ist von den Anwendern selbst austauschbar.

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