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Twitter stimmt Übernahme durch Tesla-MilliardĂ€r Elon Musk zu

Von dpa
Aktualisiert am 25.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Es gibt Fortschritte - aber noch keinen Deal.
Es gibt Fortschritte - aber noch keinen Deal. (Quelle: Matt Rourke/AP/dpa./dpa)
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San Francisco (dpa) - Twitter hat den Widerstand gegen eine Übernahme durch Tech-MilliardĂ€r Elon Musk aufgegeben. Der Online-Dienst teilte am Montag mit, dass er sich mit Musk auf einen Deal verstĂ€ndigt hat.

Twitter soll danach von der Börse genommen werden. Der Preis bleibt bei den von Musk von Anfang an gebotenen 54,20 Dollar je Aktie. Jetzt liegt es an den AktionÀren von Twitter, ob sie das Angebot annehmen wollen.

Anleger haben noch leichte Zweifel

In der Mitteilung von Twitter gab es keine Hinweise darauf, ob Musk sich bereits die Zustimmung von genug Anteilseignern sichern konnte. Er hĂ€lt nach bisherigen Angaben gut neun Prozent und mĂŒsste ĂŒber 50 Prozent kommen. Twitter hat mehrere GroßaktionĂ€re aus der Finanzbranche. So hĂ€lt etwa laut Medienberichten die Bank Morgan Stanley gut acht Prozent und die Investmentfirma Vanguard Group rund zehn Prozent. Die Twitter-Aktie notierte am Montag in New York an der Marke von 52 Dollar - Anleger haben also noch leichte Zweifel.

Musk erklÀrt sein Interesse an Twitter mit angeblichen EinschrÀnkungen der Redefreiheit bei dem Kurznachrichtendienst, die er abstellen wolle.

Heimlich 9 Prozent an Twitter zusammengekauft

Seine Übernahmeattacke dauerte nur wenige Wochen. Der MilliardĂ€r teilte Anfang April mit, dass er sich still und heimlich eine Twitter-Beteiligung zusammenkaufte. Dann ĂŒberschlugen sich die Ereignisse. Erst sollte Musk in den Twitter-Verwaltungsrat einziehen. Damit wĂ€re aber die Bedingung verbunden gewesen, dass der Chef des Elektroautobauers Tesla seine Beteiligung an Twitter nicht ĂŒber 15 Prozent erhöht. Stattdessen schlug er den Sitz im Gremium aus und kĂŒndigte an, Twitter kaufen zu wollen.

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Der Verwaltungsrat fĂŒhrte daraufhin eine Gegenmaßnahme ein, bei der andere AktionĂ€re gĂŒnstiger Anteile hinzukaufen können, sobald die Beteiligung eines Angreifers wie Musk 15 Prozent ĂŒberschreitet. Zugleich behielt sich Twitter generell vor, einem Deal zuzustimmen. Musk erklĂ€rt sein Interesse mit angeblichen EinschrĂ€nkungen der Redefreiheit bei dem Kurznachrichtendienst, die er abstellen wolle.

Mit Abstand reichste Person der Welt

Der 50-JĂ€hrige prĂ€sentierte in der vergangenen Woche Zusagen fĂŒr Kredite ĂŒber 25,5 Milliarden Dollar und will darĂŒber hinaus Aktien im Wert von rund 21 Milliarden Dollar einbringen. Musk ist die mit Abstand reichste Person der Welt. Sein Vermögen besteht aber fast ausschließlich aus Aktien von Tesla und seiner Weltraumfirma SpaceX, so dass er fĂŒr einen Twitter-Kauf auch zu Krediten greifen mĂŒsste.

Musk zĂ€hlt zu den aktivsten prominenten Twitter-Nutzern und hat rund 83 Millionen Follower. Er kĂŒndigte an, Twitter zu einer "globalen Plattform fĂŒr Redefreiheit" machen zu wollen, weil dies wichtig fĂŒr die Zivilisation sei. Musks Versprechen einer lockeren Regulierung sorgten fĂŒr Kritik von Experten.

Beifall von Trump-AnhÀngern

Seine Kritik am Stand der Redefreiheit bei Twitter findet bei AnhĂ€ngern von Ex-PrĂ€sident Donald Trump und anderen US-Konservativen Anklang. Sie wettern schon lange unter anderem dagegen, dass Twitter und andere Online-Plattformen gegen Falschinformationen rund um das Coronavirus sowie Trumps ungedeckte WahlbetrugsvorwĂŒrfe vorgingen.

Trump wurde bei Twitter verbannt, nachdem er Sympathie fĂŒr seine AnhĂ€nger bekundet hatte, die am 6. Januar 2021 das US-Kapitol in Washington erstĂŒrmt hatten. Das Management betonte bisher, dass es fĂŒr den Ex-PrĂ€sidenten keinen Weg zurĂŒck auf die Plattform gebe. Musks AnsĂ€tze könnten Trump mit Blick auf eine erneute Kandidatur bei der PrĂ€sidentenwahl 2024 nun aufhorchen lassen: Er finde vorlĂ€ufige "Timeouts" besser als permanente AusschlĂŒsse, sagte der Tesla-Chef allgemein. Musk hatte in der Anfangszeit die Gefahren durch das Coronavirus selbst heruntergespielt und EinschrĂ€nkungen in Kalifornien als "faschistisch" kritisiert.

Nervensystem der Nachrichtenbranche

Twitter, gegrĂŒndet 2006, wurde schnell zu einer Art Nervensystem der Nachrichtenbranche. Die breite Öffentlichkeit wurde auf Twitter 2009 aufmerksam, nachdem ein Nutzer Fotos eines im New Yorker Fluss Hudson gelandeten Passagierflugzeugs veröffentlichte. FĂŒr Trump war Twitter sowohl vor als auch wĂ€hrend seiner Amtszeit das mit Abstand wichtigste Kommunikationsmittel.

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