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Porno-Bann bei OnlyFans von Banken erzwungen

Von t-online, jnm

25.08.2021Lesedauer: 2 Min.
Der Twitter-Account von OnlyFans: Die Plattform erlebte während der Pandemie einen enormen Zulauf, vor allem mit seinen Erwachsenen-Inhalten. Doch Banken sollen das Unternehmen deshalb bedrängt haben.
Der Twitter-Account von OnlyFans: Die Plattform erlebte während der Pandemie einen enormen Zulauf, vor allem mit seinen Erwachsenen-Inhalten. Doch Banken sollen das Unternehmen deshalb bedrängt haben. (Quelle: Jan Mölleken)
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OnlyFans-Boss Tim Stokely hat in einem Interview erklärt, weshalb seine Plattform bald sexuell explizite Inhalte verbieten will: Banken hätten das Unternehmen dazu gedrängt.

Tim Stokely, der CEO der Online-Plattform OnlyFans, hat sich in einem Interview mit der "Financial Times" zu dem kürzlich veröffentlichten Bann sexuell expliziter Inhalte geäußert: "Der Wandel in unserer Geschäftspolitik – wir hatten da keine Wahl. Die kurze Antwort ist Banken", zitiert das IT-Magazin "The Verge" aus dem Gespräch.

Offenbar, so erläutert Stokely gegenüber der "Financial Times" weiter, hätten vor allem drei große Banken ihre Dienste verweigert, da sie eine Beschädigung ihres Rufs befürchten. Die Bank of New York Mellon, Metro Bank und JPMorgan Chase. Vor allem die BNY Mellon habe jegliche Überweisung im Zusammenhang mit OnlyFans abgewiesen, weshalb OnlyFans Schwierigkeiten bekam, seine "Creator", also die Nutzer, die Inhalte auf der Plattform einstellten, zu bezahlen.

Die Plattform OnlyFans hat in der Pandemie enorm viele Nutzer dazu gewonnen. Während beim Unternehmen 2019 noch 120.000 "Creator" registriert waren, wuchs die Zahl bis Ende 2020 auf über eine Million, schreibt "The Verge" – und 90 Millionen Nutzer.

Der Großteil der Inhalte ist dabei tatsächlich sexuell explizit – und genau das soll es ab dem 1. Oktober auf der Plattform nicht mehr geben. Dann ist alles verboten, was echten oder simulierten Geschlechtsverkehr zeigt, Selbstbefriedigung und in Verbindung stehende Körperflüssigleiten.

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Nur noch Nacktheit erlaubt, aber nicht zu dicht

Nacktheit sei zwar noch erlaubt, allerdings wurden Inhalteersteller in einer E-Mail von OnlyFans bereits darauf hingewiesen, dass ein zu nahes Heranzoomen an einzelne Körperteile ebenfalls die Regeln verletze, berichtet "The Verge".

OnlyFans ist übrigens nur das jüngste Opfer in einer ganzen Reihe weiterer Netz-Plattformen, die von Banken zu ähnlichen Regeln gedrängt wurden. Auch Die Fotoblog-Site Tumblr, Ebay oder auch Patreon haben sexuelle Inhalte aus ihrem Angebot verbannt.

Dass Banken und Finanzdienstleister auf diese Weise ihre Moralvorstellungen im Netz durchsetzen können, wird durchaus kritisch betrachtet. "Dass OnlyFans legale Sex-Arbeit von ihrer Plattform verbannt, ist ein perfektes Beispiel dafür, warum wir ein Internet brauchen, das weniger Hebelpunkte für Zensur bietet", sagte etwa Lia Holland, von der Digitale-Rechte-Gruppe "Fight for the Future" in einem Statement.

"Große Banken und Zahlungsabwicklungsunternehmen sollten nie die Schiedsrichter darüber sein, wer oder was online existieren darf und es ist verstörend, dass diese gigantischen Riesen im Jahr 2021 noch immer ihre Macht schwingen um legale, im beidseitigen Einverständnis erfolgte freie Äußerungen zu zensieren", so Holland weiter.

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Von Alexander Roth-Grigori
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