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Ukrainer verkauft Kurznachrichten auf Artilleriegeschossen

Von t-online, jnm

Aktualisiert am 17.06.2022Lesedauer: 3 Min.
152-mm-Artilleriegeschosse: Gegen eine Spende schreiben ukrainische Soldaten beliebige Botschaften auf die Munition, bevor sie gegen russische Truppen abgefeuert wird.
152-mm-Artilleriegeschosse: Gegen eine Spende schreiben ukrainische Soldaten beliebige Botschaften auf die Munition, bevor sie gegen russische Truppen abgefeuert wird. (Quelle: Screenshot / Telegram)
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Es ist ein makaberer Service: Gegen eine Geldspende kann jeder den russischen Truppen eine Nachricht schicken. Per Haubitze.

"For Putin from Belgium", "Welcome to Ukraine" oder "Weeeeeeeeee" – die Botschaften werden von ihren Empfängern wohl nie gelesen werden, denn ukrainische Soldaten kritzeln sie mit Filzstiften auf Artilleriegeschosse und Raketen, bevor sie diese auf russische Stellungen abschießen.

Aber um das Gelesenwerden geht es eigentlich auch nicht. "The medium is the message" könnte man hier den mittlerweile verstorbenen kanadischen Medientheoretiker Marshall Mc Luhan zitieren – auch wenn ihm eine derart drastische Auslegung sicher nie in den Sinn gekommen wäre.

Botschaften auf Bomben – das gibt es schon seit Jahrzehnten. Soldaten verleihen diesen abstrakten Angriffswaffen hier eine persönliche Note. Doch in diesem Fall stammen die einzelnen Nachrichten von Internetnutzern aus der ganzen Welt.

Botschaften auf Bomben – "The medium is the message"

50 US-Dollar kostet das pro Botschaft – das Geld geht an die ukrainischen Truppen, versichert der Initiator auf Telegram. Und das ungewöhnliche Spendenformat kommt an. Gerade erst habe er den Preis von ursprünglich 40 US-Dollar anheben müssen, weil die Nachfrage so groß sei, schreibt er in seinem Telegram-Kanal.

Die Aktion ist sicherlich eine der ungewöhnlichsten Social-Media-Aktionen im noch immer erbittert geführten Ukraine-Krieg. Im zugehörigen Telegram-Kanal klingt das alles fast wie eine ganz normale Dienstleistung:

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Screenshot aus der Telegram-Gruppe mit dem Spenden-Angebot.
Screenshot aus der Telegram-Gruppe mit dem Spenden-Angebot. (Quelle: screenshio)

Übersetzt steht dort sinngemäß: "Du hast die Chance, mit deinem Text auf einer 152-mm-Artilleriegranate, die auf russische Soldaten abgeschossen wird, Orks zu töten." Der Begriff Orks wird von ukrainischen Soldaten oft abwertend für russische Soldaten genutzt.

Weiter heiĂźt es: "Alle Spenden werden fĂĽr AusrĂĽstung fĂĽr unsere Soldaten ausgegeben." Der Spendenbetrag pro Nachricht liege bei 50 US-Dollar, bei zwei Bestellungen gebe es zehn US-Dollar Rabat.

Dafür erhalten Spender die folgende Leistung: "Soldaten an der Front schreiben deinen Text mit wasserfestem Marker auf die ganze Seite einer 152-mm-Artilleriegranate und feuern diese dann auf Russen." Es folgen noch die verschiedenen Bezahlmöglichkeiten: Paypal, Revolut, Venmo – alles werde akzeptiert.

Limitierte Sonderangebote – eCommerce-Logik im Kriegsgebiet

Kanal und Angebot sind anscheinend echt. Das US-Magazin "Vice" kontaktierte einen Kunden, der bestätigte, dass er nach der Spende tatsächlich ein Foto mit einem entsprechend beschrifteten Geschoss erhalten hat – auch wenn das drei Wochen gedauert habe.

Scrollt man durch die Einträge in der Gruppe, stößt man in den Kommentaren auf viele ähnliche Botschaften und die Beweisfotos, die den Spendern geschickt wurden.

Ganz im Sinne von typischen Onlineshops stößt man im Kanal auch auf limitierte Angebote: "Limited BUK Rocket Sign" heißt es dort in einem Posting: Für eine 400-Dollar-Spende wird die eigene Botschaft auf eine von zwölf Luftabwehrraketen gesprüht: Über fünf Meter lang, 715 kg schwer, 1230 m/s schnell – Angaben wie im Autoquartett.

Wenig darunter dann ein Foto von einem Mann, der das Foto einer Wärmebildkamera ins Bild hält. Darunter die Botschaft: "Wir haben außerdem zwei von drei benötigten Autos gekauft und zwei Starlink-Vorrichtungen für Satelliteninternet." Die Spenden würden helfen, so die Botschaft.

Er wollte helfen – und kam dann auf diese Idee

"Vice" kontaktierte auch den Initiator des Kanals. Über Telegram erzählt er, dass er ein 20-jähriger IT-Student aus der Ukraine sei. Zu Kriegsbeginn habe ihn gewurmt, dass er nichts beitragen konnte. Er entschloss sich also, Spenden für die Ausrüstung der Soldaten zu sammeln. Zunächst sammelte er Bilder und Videos von Frontsoldaten, postete sie und bat um Spenden. Das funktionierte jedoch nicht lange, erklärte er gegenüber "Vice".

Die Idee sei ihm gekommen, als er Bilder davon sah, wie ukrainische Soldaten die Granaten als Rache fĂĽr gefallene Kollegen unterzeichneten. Das Modell, dies als Spendenanreiz zu nutzen, funktionierte sofort.

Bislang habe er ĂĽber 11.000 US-Dollar auf diese Weise eingesammelt. Allerdings komme er aufgrund der vielen Anfragen nicht mit dem Aufschreiben der Botschaften nach. Ăśber 100 Nachrichten warteten noch darauf, auf Geschosse geschrieben zu werden.

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  • Jan Moelleken
Von Steve Haak, Jan Mölleken
Ukraine

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