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eBay-Käufer zerstört antike Geige im Wert von 2000 Euro

eBay-Käufer zerstörte Geige im Wert von 2000 Euro  

Geige fällt eBay-Regeln zum Opfer

05.01.2012, 09:58 Uhr | Andreas Lerg

eBay-Käufer zerstört antike Geige im Wert von 2000 Euro. eBay-Käufer zerstört wertvolle Geige. (Quelle: Regretsy)

eBay-Käufer zerstört wertvolle Geige. (Quelle: Regretsy)

Eine über eBay erstandene antike Geige hielt ein Käufer für gefälscht und meckerte beim PayPal-Käuferschutz. Der eBay-Bezahldienst kann dann die Zerstörung der Ware anordnen. Der Käufer kam der Regelung nach und schlug das 2000-Euro-Instrument kurz und klein. Jedoch war die Geige gar keine Fälschung.

Eine Geige, die von einem belgischen Geigenbauer noch vor dem zweiten Weltkrieg angefertigt wurde, wechselte auf eBay für 2500 Dollar (knapp 2000 Euro) den Besitzer. Jedoch hielt der kanadische Käufer die Geige nach dem Studium des so genannten Geigenzettels, der im Inneren des Geigenkorpus angebracht ist, für eine Fälschung.

Der Geigenzettel wies den im Jahr 1885 geborenen belgischen Geigenbaumeister Maurice Bourguignon als Erbauer der Geige aus. Die Geigenzettel sind jedoch nicht immer ein Hinweis auf den Geigenbauer selbst, sondern können statt dessen auf Vorbilder von bekannten Instrumentenbauern hinweisen, die als Vorlage für das Instrument dienten.

Fatale PayPal-Regel

Der Käufer zweifelte jedoch daran, dass die Geige tatsächlich von Maurice Bourguignon stammt und nahm den PayPal-Käuferschutz in Anspruch, um sein Geld zurück zu erhalten. Auslöser für die Zerstörung war die folgende (übersetzte) Käuferschutzregelung der US-PayPal-Seite: "PayPal kann eventuell auch verlangen, dass Sie den Gegenstand zerstören und einen Beweis der Zerstörung liefern." Der Kanadier kam der Regel nach und zertrümmerte das Instrument. Die Bilder schickte er weisungsgemäß an PayPal und zudem an die Verkäuferin.

Geige war keine Fälschung

Die Verkäuferin hatte die Violine vor dem Verkauf von einem Sachverständigen prüfen und bewerten lassen, der das Instrument als echt bestätigte. Diese bedauerte in einem Brief an die Internetseite Regretsy, dass die Geige nicht einfach unversehrt zurück geschickt wurde und kommentierte: "Jetzt habe ich weder die Geige, die den zweiten Weltkrieg überlebt hat, noch die 2500 Dollar."

Der Käufer wurde wohl von PayPal tatsächlich aufgefordert, das Instrument zu zerstören, wie die entsetzte Verkäuferin in ihrem Schreiben an Regretsy berichtete. Sie habe am Telefon mit mehreren PayPal-Mitarbeitern gesprochen, die aber alle die Vorgehensweise als gerechtfertigt bezeichnet hätten. Deshalb wolle sie den Fall öffentlich machen, damit durch die PayPal-Bestimmungen nicht weitere wertvolle Violinen und Antiquitäten vernichtet würden. Die deutschen Geschäftsbedingungen von PayPal sehen übrigens nicht vor, das Waren in gleicher Weise zerstört werden müssen.

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