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Preise, Verfügbarkeit, Nachteile: Alles über die neuen DSL-Tarife mit Supervectoring

Preise, Verfügbarkeit, Nachteile  

Neue DSL-Tarife: Das ändert sich durch Supervectoring

31.07.2018, 14:42 Uhr | avr, t-online.de

Preise, Verfügbarkeit, Nachteile: Alles über die neuen DSL-Tarife mit Supervectoring. Highspeed-Internet: Mit Supervectoring verspricht die Telekom höhere Surfgeschwindigkeiten. (Quelle: imago/Christian Ohde)

Highspeed-Internet: Mit Supervectoring verspricht die Telekom höhere Surfgeschwindigkeiten. (Quelle: Christian Ohde/imago)

Eine neue DSL-Technik soll deutsche Haushalte mit schnellerem Internet versorgen. Was bringt Supervectoring, wie viel verlangen Anbieter für die neuen DSL-Tarife und wann lohnt sich die Anschaffung? 

Sechs Millionen Haushalte sollen ab dem 1. August schnelleres Internet bekommen. Das verspricht jedenfalls die Deutsche Telekom. Der Konzern schaltet ab Mittwoch das sogenannte Supervectoring scharf. Die DSL-Technik ermöglicht Download-Geschwindigkeiten von bis zu 250 Megabit pro Sekunde (MBit/s).

Doch wie funktioniert die Technik? Wer kann sie nutzen, wie viel kostet es und was sind die Nachteile? Fragen und Antworten im Überblick:

Was ist Supervectoring?

Beim normalen DSL-Internet gibt es ein Problem: Alle Nutzer teilen sich ein Kabelbündel, durch das Daten übertragen werden. Dabei handelt es sich meist um alte Kupferleitungen. Die sind anfällig für elektromagnetische Störungen. Je mehr Leute surfen, desto weniger Bandbreite bleibt dabei für den Einzelnen übrig.

Die Vectoring-Technologie soll das Problem lösen: Dafür werden Verteilerkästen am Straßenrand mit Glasfaserkabel angeschlossen. In der sogenannten "letzten Meile" bis zum Nutzer liegen aber noch Kupferleitungen. Die Vectoring-Technologie reduziert Störsignale. Dafür werden spezielle Geräte im Verteilerkasten eingesetzt, die die Störungen herausrechnen.

Supervectoring setzt auf ein Frequenzspektrum von 35 Megahertz statt 17 Megahertz wie beim Standard-Vectoring und soll so höhere Geschwindigkeiten ermöglichen.

Wie schnell ist Supervectoring?

Die Telekom verspricht bis zu 250 MBit/s beim Download und bis zu 40 MBit/s beim Upload. Laut Fritzbox-Hersteller AVM sind mit Supervectoring theoretisch sogar Geschwindigkeiten von bis zu 300 MBit/s bei Downloads und 50 MBit/s bei Uploads möglich. Mit bisheriger Vectoring-Technologie surften Nutzer im besten Fall mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde.

Wie viel kostet Supervectoring?

Wer die neuen Geschwindigkeiten nutzen will, muss den Tarif "Magenta Zuhause XL 250" buchen. Laut der Telekom kostet das Kunden im ersten halben Jahr knapp 20 Euro pro Monat, danach knapp 55 Euro pro Monat. Bei einer handelsüblichen Vertragslaufzeit für 24 Monate wären das also umgerechnet etwa 46 Euro pro Monat ohne Kosten für einen Router.

Wo ist Supervectoring erhältlich?

Zu Beginn will die Telekom die Technik für 900 Kommunen schalten, vor allem im ländlichen Raum. Das entspricht etwa sechs Millionen Haushalte. Ballungszentren folgen Ende des Jahres. Bis 2019 soll die Zahl freigeschalteter Haushalte auf 15 Millionen steigen. Für Interessenten hat die Telekom eine Webseite eingerichtet, nachsehbar ist, ob sich der eigene Anschluss für Supervectoring eignet.

Gibt es Supervectoring nur bei der Telekom?

Neben der Telekom hat 1&1 seit Ende Juni Vorbestellungen für zwei Supervectoring-Tarife gestartet: "1&1 DSL 250" und "1&1 DSL Young 250". Bei einer Vertragslaufzeit von 24 Monaten zahlen Kunden im Schnitt etwa 37,50 Euro beziehungsweise 36,00 Euro pro Monat.

Zudem betreibt der saarländische Netzbetreiber Inexio in Frankfurt seit Ende Mai mit 16 Nutzern ein Pilotprojekt mit der Technik. Auf Anfrage nennt der Anbieter keinen Endzeitpunkt für das Projekt. In Zukunft soll Supervectoring in weiteren Gebieten verfügbar sein.

Wie kann ich Supervectoring nutzen?

Nicht jeder Router ist mit der neuen DSL-Technik kompatibel. Nutzer müssen sich unter Umständen ein passendes Gerät anschaffen. Die Telekom bietet den Speedport W 925V und den Speedport Smart 3. Monatliche Mietkosten betragen etwa fünf Euro. Daneben beherrschen laut "Computerbild.de" auch die Fritzbox 7530 und die Fritzbox 7590 von AVM sowie der TP-Link Archer VR2800v Supervectoring.

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Warum wird Supervectoring kritisiert?

Obwohl Supervectoring schnelleres Surfen ermöglicht, kritisieren Experten wie der Wirtschaftswissenschaftler Torsten J. Gerpott die Technologie. "Die Telekom sollte lieber in zukunftsfähige Glasfasern investieren statt alte Kupferleitungen", sagt Gerpott. Durch Supervectoring werde der Ausbau des Glasfasernetzes in Deutschland nachhaltig ausgebremst. Das schade letztendlich auch dem Industriestandort Deutschland. "Volkswirtschaftlich gesehen ist Vectoring Glasfaser unterlegen." Gerpott leitet den Lehrstuhl für Unternehmens- und Technologieplanung/Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg-Essen.

Glasfaserausbau: Im Vergleich zu anderen Ländern liegt Deutschland weit zurück.  (Quelle: Statista)Glasfaserausbau: Im Vergleich zu anderen Ländern liegt Deutschland weit zurück. (Quelle: Statista)

In Deutschland beträgt der Glasfaserausbau gemessen an allen stationären Breitbandanschlüssen nur 2,3 Prozent. In Spanien sind es dagegen etwa 46 Prozent. Glasfaser ermöglicht Upload-Geschwindigkeiten von bis zu 500 MBit/s und Download-Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 MBit/s.

Auch die Telekom bezeichnet "Fiber to the Home" (Glasfaser bis zur Haustür) in einem YouTube-Video als "zielführende Architektur für unsere Server und unser Land". Allerdings sei der Ausbau in Deutschland aufgrund des Zwangs zum Tiefbau extrem aufwändig und kostspielig. In Spanien können Konzerne hingegen unter anderem Kabel über der Erde verlegen. Dadurch komme der Glasfaserausbau im Ausland schneller voran. 

Hinweis: Das Portal t-online.de ist ein unabhängiges Nachrichtenportal und wird von der Ströer Digital Publishing GmbH betrieben.

Hinweis: Der Artikel enthielt eine Grafik, welche Ladezeiten eines Films von 30 GB mit verschiedenen Downloadgeschwindigkeiten verdeutlichen sollte. Die Ergebnisse der Grafik waren aufgrund eines Rechenfehlers aber falsch. Wir haben die Grafik darum entfernt.

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