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Netzausbau: Schadet 5G-Strahlung den Bienen? Ein Faktencheck

Brennende Masten  

Schadet 5G-Strahlung den Bienen? Ein Faktencheck

22.04.2020, 19:16 Uhr | Katja Räther, dpa

Netzausbau: Schadet 5G-Strahlung den Bienen? Ein Faktencheck. Honigbienen sitzen auf einer Wabe: Kritiker befürchten, dass 5G-Strahlung Bienen schadet.  (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)

Honigbienen sitzen auf einer Wabe: Kritiker befürchten, dass 5G-Strahlung Bienen schadet. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

Die neue Technik 5G soll das Mobilfunknetz superschnell machen. Manche sehen in der Strahlung eine Bedrohung – etwa für Bienen. Was ist dran an den Behauptungen?

Informationen über Risiken von Mobilfunkstrahlen schwirren durch die digitale Welt. Jüngst wurden Sendemasten angezündet, weil manche der Behauptung glauben, die 5G-Technologie habe etwas mit dem Coronavirus zu tun.

Doch schon lange steht der kommende Mobilfunkstandard im Fokus nebulöser Kritiker. Eine weitere Behauptung ist beispielsweise, dass 5G-Strahlung Bienen schaden kann. Bei beiden Behauptungen geht es um die elektromagnetische Strahlung. Bilder toter Bienen dienen den Menschen als Beleg, die 5G auch Einfluss auf die Covid19-Erkrankungen unterstellen. Was ist dran an solchen Aussagen?

Wissenschaftliche Beweise fehlen bisher

Es gibt aktuell keine wissenschaftlich belastbaren Beweise, dass die recht neue 5G-Technologie Auswirkung auf Bienen hat. Allein aus Beobachtungen sind noch keine Rückschlüsse zu ziehen.

Für den Mobilfunk werden hochfrequente elektromagnetische Felder genutzt. Wissenschaftlich nachgewiesen ist: Funkstrahlen können für eine Erwärmung lebender Organismen in ihrem Umfeld verantwortlich gemacht werden. Die in Deutschland zuständige Behörde sieht allerdings keinen Beleg für negative Folgen, wenn die Strahlung unterhalb der Grenzwerte liegt. Auf seiner Homepage erklärt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): "Die Intensität der Felder, die von Sendeanlagen ausgehen, reicht nicht aus, um eine biologisch wirksame Erwärmung von Lebewesen zu verursachen."

Verschiedene Studien untersucht

BfS-Experten haben Dutzende verschiedener Studien über Gefahren durch Mobilfunkstrahlen unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Die Untersuchungen zum Thema "Bienen und Mobilfunk" erfüllen die wissenschaftlichen Anforderungen nicht ausreichend.

Zum Beispiel wurden bei einer Beobachtungsstudie in Indien Handys an Bienenstöcken angebracht. Die Insekten hätten zwar weniger Vorräte angelegt und sich schlechter orientieren können als ein Vergleichsvolk, das keiner Strahlung ausgesetzt war. Dennoch sind die BfS-Wissenschaftler nicht überzeugt: Nur vier Bienenstöcke seien untersucht und weitere mögliche Einflüsse wie Krankheiten, Parasiten oder Pestizide gar nicht in Betracht gezogen worden. Ähnliche Mängel erkennt das BfS in weiteren Studien.

Eklipse, ein EU-Netzwerk zum Informationsaustausch über Biodiversität und Ökosysteme, organisierte im Januar 2018 eine Internet-Konferenz über Auswirkungen elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder auf Lebewesen. Der Bericht, der die damals aktuelle Datenlage zusammenfasst, bestätigte: "Die Mehrheit der experimentellen und Feldstudien entsprach nicht wissenschaftlichen Standards". Messungen seien nicht nachzustellen gewesen, die Testbedingungen unrealistisch oder nicht ausreichend beschrieben worden. Für eine fundierte Bewertung forderte das Netzwerk weitere Forschung von hoher Qualität.

Bundesamt gibt Entwarnung

Mobilfunkkritiker wie die Initiative "Diagnose Funk" verweisen ihrerseits auf Beobachtungen von Imkern und Forschern, die Bienen durch Mobilfunkstrahlung so geschwächt sehen, "dass sie für Krankheiten, wie die Varroa-Milbe, anfälliger werden, was auch zum Zusammenbruch der Völker beitragen kann".

Doch die Strahlenschutzexperten des BfS sind sich sicher: Elektromagnetische Felder von Mobilfunkmasten spielen beim Bienensterben keine Rolle. "In Großstädten, die besonders gut mit Mobilfunk versorgt sind, breiten sich Bienen zunehmend aus und gedeihen besser als in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten", argumentieren sie. Es sei davon auszugehen, dass das oft beobachtete Bienensterben mit vielen Einflussfaktoren zu tun hat. Zu nennen seien Krankheiten, Parasiten wie die Varroa Milbe, und auch Pestizide, die das Nervensystem von Insekten schädigen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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