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Skimming: In diesen Ländern schlagen Skimmer zu


Abzocke am Geldautomaten
Hier schlagen Skimmer am häufigsten zu

t-online, Yaw Awuku

13.07.2016Lesedauer: 2 Min.
Am Geldautomaten ausspioniert – wie groß ist die Gefahr von Skimming wirklich?Vergrößern des BildesAm Geldautomaten ausspioniert – wie groß ist die Gefahr von Skimming wirklich? (Quelle: dpa-bilder)
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Besonders im Urlaub ist die Angst vor Skimming und anderen Abzock-Maschen am Geldautomaten groß. Wir erklären, in welchen Ländern Geldautomaten am häufigsten manipuliert werden – und wie die Abzocke mit gestohlenen Kartendaten funktioniert.

Skimming ist die wahrscheinlich bekannteste Abzock-Masche an Geldautomaten. Die Kriminellen montieren eine Art Scanner vor oder in den Kartenslot. Der Scanner liest alle relevanten Daten von dem Magnetstreifen einer Karte aus, die Eingabe der PIN filmt eine versteckte Kamera. Die erbeuteten Daten werden auf dem Online-Schwarzmarkt verkauft und auf Blanko-Karten kopiert. Mit diesen Dubletten können die Kriminellen schließlich fremde Konten plündern – zumindest theoretisch.

Skimming in Deutschland

Zuerst die gute Nachricht: "An sich ist Skimming in Deutschland kein Problem mehr", sagt Margit Schneider von EURO Kartensysteme, einem Gemeinschaftsunternehmen der Banken und Sparkassen. Das betreffe sowohl deutsche Zahlungskarten im Inland als auch im Ausland, erklärt die Leiterin des Sicherheitsmanagements für Zahlungskarten.

Schneider nennt t-online.de bisher unveröffentlichte Zahlen: Im ersten Halbjahr 2016 wurden innerhalb Deutschlands demnach lediglich 94 der rund 61.000 Geldautomaten manipuliert – mit Abstand die meisten in Berlin (63). Danach folgt Hamburg mit lediglich 16 Skimmer-Attacken.

Bundesland 1. Halbjahr 2016
Berlin 63
Hamburg 16
Nordrhein-Westfalen 7
Hessen 3
Niedersachsen 3
Schleswig-Holstein 2
Baden-Württemberg 1
Quelle: EURO Kartensysteme

Skimming-Attacken auf deutsche Zahlungskarten im Ausland

Im Ausland wurden nur 121 Skimming-Angriffe gezählt, die auch deutsche Karten betrafen. Die meisten davon in Italien (24) und der Türkei (15). Insgesamt hätten Karten-Scanner bei deutschen Geldinstituten einen Bruttoschaden von 800.000 Euro verursacht, so Schneider. Im ersten Halbjahr 2015 waren es laut der PKS noch 1,1 Millionen Euro.

Staat 1. Halbjahr 2016
Italien 24
Türkei 15
Frankreich 12
Indonesien 12
Großbritannien 10
Spanien 8
Mexiko 7
Brasilien 6
Niederlande 4
Österreich 4
Quelle: EURO Kartensysteme

Der stetige Rückgang von Skimming in Europa ist vor allem den Chipkarten zu verdanken. In Europa sind fast alle Zahlungskarten nach dem EMV-Standard mit einem Prozessorchip ausgestattet, der die Zahlungsdaten speichern und verschlüsseln kann. Der Chip gilt in seiner aktuellen Version noch als fälschungssicher.

Darüber hinaus sperren Banken ausgegebene Kredit- und Debitkarten vermehrt für bestimmte Regionen oder Geldinstitute – das sogenannte Geoblocking. Wer im Ausland mit seiner Kreditkarte Geld abheben möchte, muss seine Karte in diesem Fall erst von der Bank freischalten lassen.

Die neue Gefahr: Schadsoftware für Geldautomaten

Und nun die schlechte Nachricht: Die Kriminellen haben sich bereits neue Techniken erdacht, mit denen sie an an fremdes Geld kommen. Schadsoftware für Geldautomaten ist voll im Trend, warnen unter anderem Europol und das Sicherheitsunternehmen Trend Micro. Anstatt physische Scanner an den Kartenlesern zu montieren, hacken die Kriminellen also die Bankautomaten.

Je nachdem welches Hacker-Tool zum Einsatz kommt, können sich die Kriminellen zum Beispiel beliebige Summen an Bargeld auszahlen lassen oder Kundendaten abgreifen. Besonders gefährdet sind wiederum Karten mit Magnetstreifen und Geldautomaten, die den EMV-Standard nicht unterstützen. Auch ohne PIN und Karte lassen sich die erbeuteten Daten zu Geld machen – etwa mit Lastschrifteinkäufen in Online-Shops.

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