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Bundesnetzagentur warnt: Kriminelle hacken WLAN-Router für Telefonbetrug

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Netzagentur warnt  

Kriminelle hacken Internetrouter für Telefonbetrug

12.05.2018, 12:33 Uhr | dpa-AFX

Bundesnetzagentur warnt: Kriminelle hacken WLAN-Router für Telefonbetrug. WLAN-Router von AVM (Symbolfoto) (Quelle: dpa/Britta Pedersen)

WLAN-Router von AVM (Symbolfoto): Die Bundesnetzagentur warnt vor Kriminellen, die sich in Router einhacken und hohe Telefonrechnungen verursachen. (Quelle: Britta Pedersen/dpa)

Kriminelle haben sich eine neue Masche bei der Telefonabzocke einfallen lassen: Sie dringen in Internetrouter ein, um teure Ferngespräche aufzubauen und hohe Gebühren zu kassieren. 

"So wurden innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums über 12.000 Verbindungen zu ausländischen Rufnummern generiert", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, in Bonn. Allein in zwei Fällen sei durch dieses Router-Hacking ein Schaden von mehr als 50.000 Euro entstanden.

Die Bundesnetzagentur sei von Netzbetreibern, denen die ungewöhnlich hohen Rechnungen aufgefallen waren, eingeschaltet worden, sagte ein Sprecher. Die Behörde hat daraufhin ein Verbot verhängt, für diese Gespräche Rechnungen zu schicken und Gebühren zu kassieren. In solchen Fällen dürfen die Netzbetreiber kein Geld an ausländische Vertragspartner überweisen.

Ganz neu ist diese Masche nach Angaben einer Sprecherin der Netzagentur nicht. Einzelfälle habe es seit Ende 2013 gegeben, der Schaden sei aber nicht besonders hoch gewesen. Die Netzagentur habe jetzt zum ersten Mal ein Verbot der Rechnungslegung ausgesprochen.

Das können Nutzer gegen die Schwachstelle tun

Um seinen Router vor solchen Angriffen zu schützen, empfiehlt die Netzagentur ein regelmäßiges Sicherheitsupdate der Software. 

David Jursa, Threat Intelligence Analyst beim IT-Sicherheitsanbieter Avast: "Dieser Angriff hat allem Anschein nach von außen stattgefunden, das heißt der jeweilige Router hatte einen offenen Port auf seiner öffentlichen IP-Adresse, den Hacker mithilfe einer 'Zero-Day-Schwachstelle' ausnutzen konnten, um Malware zu installieren. Nutzer sollten grundsätzlich das voreingestellte Passwort ihres Routers ändern. Wir empfehlen auch, alle geöffneten Ports des Routers von außen zu schließen, denn Cyberkriminelle können verletzliche Router sonst einfach über eine Suchmaschine finden. Um herauszufinden, ob Ports geöffnet sind, können Nutzer einen Scan mit einer kostenlosen Software, zum Beispiel dem 'Wi-Fi-Inspector' von Avast durchführen. Alle offenen Ports des Routers zu schließen ist der sicherste Weg, um einem Angriff vorzubeugen. Offene Ports lassen sich über die Benutzeroberfläche des Routers schließen. Ist die Benutzeroberfläche weniger intuitiv oder der Verbraucher weniger erfahren, ist es ratsam, den Telekommunikationsanbieter dabei um Hilfe zu bitten."

Das Geschäft mit unerlaubter Telefonwerbung boomt

Bei der Netzagentur sind im vergangenen Jahr mehr als 190.000 Beschwerden und Anfragen zum Missbrauch von Rufnummern sowie zu unerlaubten Werbeanrufen eingegangen, etwa 65.000 mehr als 2016. Das sei ein neuer Höchststand, sagte Homann bei der Vorstellung des Jahresberichts der Netzagentur. 

Das Geschäft mit unerlaubter Telefonwerbung blühe, sagte die Netzpolitische Sprecherin der Grünen, Tabea Rößner. Sie verwies auf eine aktuelle Gesetzesinitiative des Bundesrats zur Einführung einer sogenannten Bestätigungslösung. Dabei müssten Verbraucher die durch unerlaubte Anrufe veranlassten Verträge ausdrücklich bestätigen. Das würde das Abzockermodell spürbar unattraktiv machen, sagte Rößner.

Beschwerden über verspätete Zustellung bei der Post

Gestiegen ist laut Bundesnetzagentur auch die Zahl der Beschwerden über die Post, allerdings auf einem deutlich geringeren Niveau. Insgesamt seien 2017 rund 6.100 Beschwerden eingegangen, über 2.000 mehr als im Jahr zuvor, sagte Homann. Rund 54 Prozent davon hätten den Briefbereich betroffen. Die bei der Netzagentur eingegangenen Beschwerden über verspätete Zustellung und andere Mängel seien aber nur die "Spitze des Eisbergs" heißt es im Jahresbericht der Behörde.

Postkunden sei eine kurze Laufzeit ihrer Briefsendungen am wichtigsten. Dauere die Zustellung mehr als zwei Werktage, sinke ihre Zufriedenheit deutlich, sagte Homann. Das habe eine Verbraucherbefragung durch die Netzagentur ergeben. Im Briefbereich hat die Post im vergangenen Jahr in geringem Umfang Marktanteile an die Konkurrenz verloren. Die Wettbewerber kamen 2017 nach vorläufigen Zahlen beim Umsatz auf einen Anteil von 16,5 Prozent, das sind 0,8 Prozentpunkte mehr als 2016. Insgesamt wurden wieder rund 15,7 Milliarden Briefe verschickt.

Fusion der Stromanbieter unproblematisch

Die Übernahme der Stromnetze der RWE-Tochter Innogy durch den Konkurrenten Eon ist für die Bundesnetzagentur kein Grund zur Besorgnis. Energienetze seien grundsätzlich staatlich reguliert, sagte Homann. "Und alle werden gleich reguliert. Deshalb spielt es keine Rolle, wer der jeweilige Eigentümer des Netzes ist." Kritiker fürchten eine zu große Marktmacht der neuen Eon bei den Stromnetzen.

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Verwendete Quellen:
  • dpa
  • Eigene Recherche

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