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Das mĂŒssen umweltbewusste Smartphone-KĂ€ufer wissen

Christiane Schulzki-Haddouti

Aktualisiert am 04.05.2019Lesedauer: 5 Min.
Kaputte Smartphones (Symbolbild): Wer gebrauchte Smartphones nutzt, schont die Umwelt.
Kaputte Smartphones (Symbolbild): Wer gebrauchte Smartphones nutzt, schont die Umwelt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Smartphones werden im Schnitt alle zwei Jahre ersetzt, das hat Folgen fĂŒr die Umwelt. Wer ein ruhiges Gewissen haben will, sollte einige GrundsĂ€tze beherzigen.

Sobald ein Smartphone mit besserer Kamera oder mehr Funktionen auf den Markt kommt, landet das alte GerÀt oft in der Schublade oder es wird entsorgt. Reparaturen sind meistens teurer als ein neues Smartphone.


Ausrangierte Smartphones weiternutzen

Ein ausrangiertes Handy als Musikplayer: Auch wenn ein Handy nicht mehr einwandfrei funktioniert, kann es noch zum Musikhören genutzt werden.
Ein Smartphone als Überwachungskamera umfunktioniert: So hat man zum Beispiel unter Kontrolle, was der Vierbeiner treibt, wenn man nicht Zuhause ist.
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Wenn das Aktualisieren oder Reparieren leichter und gĂŒnstiger werden wĂŒrde, könnte sich das Ă€ndern. Das wĂ€re wichtig, da die Produktion eines Smartphones mit einem hohen Energie- und Ressourcenaufwand verbunden ist.

Eine wichtige Frage fĂŒr jeden Nutzer könne daher vor dem Kauf lauten: Wie nachhaltig soll mein Smartphone sein? Und: Wie muss mein GerĂ€t beschaffen sein, dass ich es möglichst lange nutzen kann oder dass sein Wert möglichst lange erhalten bleibt? Inzwischen gibt es verschiedene Projekte und AnsĂ€tze, die versuchen, den gesamten Produktzyklus von der Beschaffung und Produktion, ĂŒber Upgrades bis zur Reparatur und Recycling nachhaltiger zu gestalten. Hier eine Auswahl:

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Nachhaltige Beschaffung von Rohstoffen

FĂŒr die Produktion von Smartphones mĂŒssen die Hersteller bis zu 60 unterschiedliche Rohstoffe und Materialien beschaffen: Lithium fĂŒr die Batterie, Gold fĂŒr Kontaktstellen, Zinn fĂŒr Lötstellen, Tantalum fĂŒr Mikro-Kondensatoren, dazu Kobalt und Seltene Erden. Die Arbeitsbedingungen fĂŒr die Rohstoffgewinnung sind oft menschenunwĂŒrdig und verstoßen gegen internationale Standards. So sollen etwa Kinder regelmĂ€ĂŸig in den Kobaltminen im Kongo arbeiten. Coltan, aus dem Tantalum gewonnen wird, gilt als Material, an dem die meisten Konflikte entstehen. Und nicht immer lĂ€sst sich genau sagen, woher welcher Rohstoff kommt. In China, wo die meisten Smartphones gefertigt werden, werden Zulieferer-Informationen meist als Betriebsgeheimnis behandelt.

Ein Ansatz: Wer wissen, will, woher die Rohstoffe stammen, die in seinem Smartphone stecken, muss viel recherchieren. Denn dazu mĂŒssen auch die Hersteller wissen, woher jeder einzelne Stoff kommt. Derzeit ist eine hundertprozentige Transparenz in der Beschaffung nicht möglich, da zu viele Unternehmen in die Fertigung der Smartphone-Teile involviert sind.

Ein positives Beispiel: Die niederlĂ€ndischen Macher des Fairphones schlĂŒsseln alle Kosten fĂŒr Herstellung, Steuern und Investitionen genau auf und dokumentieren ihre Zuliefererkette. So beschaffen sie Gold, Tantal, Zinn und Wolfram aus "konfliktfreien" Minen. Die deutschen Hersteller des Shiftphones verzichten ebenfalls auf Metalle aus Konfliktzonen und ersetzen das Tantalum durch Keramik. Das Gold kommt aus als "fair" zertifizierten Minen im Kongo. Das Unternehmen verwendet fĂŒr Reparaturen ausschließlich den Lötdraht des Vereins "FairLötet".

Das Fairphone 2.
Das Fairphone 2. (Quelle: Fairphone.com/flickr)

Arbeitsbedingungen

Arbeiter in chinesischen Montagefabriken mĂŒssen teilweise bis zu 90 Wochenstunden arbeiten, bei niedrigem Lohn und geringer sozialer Absicherung. Einen mit europĂ€ischen Standards vergleichbaren Arbeits- und Gesundheitsschutz gibt es nicht. Die meisten Smartphones werden in China montiert.

Die Lösung: Die Produktion kann in kleineren Unternehmen durchgefĂŒhrt werden, die sich besser kontrollieren lassen. Auch können unabhĂ€ngige Organisationen, wie etwa das TAOS-Network, die Hersteller mit Beratung und unabhĂ€ngiger Überwachung in den ProduktionsstĂ€tten vor Ort unterstĂŒtzen.

Ein Positiv-Beispiel: Das Unternehmen Shift achtet auf möglichst faire wie nachhaltige Produktionsbedingungen und dokumentiert die Fertigung seines Shiftphones. Die GerĂ€te werden zwar auch in China produziert, aber in kleinen Familienbetrieben mit weniger als 300 Mitarbeitern. Ihnen werden bei geregelten Arbeitszeiten von weniger als 50 Wochenstunden höhere Löhne gezahlt. Außerdem erhalten die Arbeiter vier verschiedene Versicherungen. Inzwischen sind zehn Modelle erschienen. Kontrolliert werden die realen Arbeitsbedingungen vom TAOS-Network.

Problem Upgrades: kĂŒnstliche Alterung

Nicht selten wird ein funktionsfĂ€higes Handy durch ein neueres Modell ersetzt, weil das Neue etwa ĂŒber eine bessere Kamera oder höheren Speicherplatz verfĂŒgt. Die Upgrade-FĂ€higkeit eines GerĂ€ts spielt daher eine zentrale Rolle bei der VerlĂ€ngerung seines Lebenszyklus.

Die Lösung: Könnten einzelne Module wie Kamera oder Speicherkarte einfach getauscht werden, mĂŒssen nicht mehr komplette GerĂ€te ersetzt werden. Nutzer mĂŒssen in der Lage sein, selbst den Austausch vorzunehmen. Alternativ können hier auch einschlĂ€gige Services und Dienstleistungen angeboten werden. Der Innovationsverbund Nachhaltige Smartphones an der Leuphana UniversitĂ€t LĂŒneburg entwickelt solche neuen GeschĂ€ftsmodelle fĂŒr eine Kreislaufwirtschaft. So können beispielsweise freie WerkstĂ€tten beschĂ€digte GerĂ€te ankaufen, reparieren und mit einer einjĂ€hrigen GewĂ€hrleistung wieder anbieten. Voraussetzung sind jedoch verfĂŒgbare Reparaturanleitungen und Original-Ersatzteile. Auch Leasing-Modelle von großen Herstellern in Kooperation mit kleinen WerkstĂ€tten wĂ€re eine Lösung.

Ein positives Beispiel: Das Fairphone war das erste Smartphone, das den Austausch einzelner Module ermöglichte. Es ist ein modular aufgebautes Handy, das sich in sieben Einzelelemente wie Display oder Kamera zerlegen lĂ€sst. Der Nachfolger Fairphone 2 wurde so konzipiert, dass die Ersatzteile möglichst immer verfĂŒgbar sind. Auch wurde eine lĂ€ngere Update-FĂ€higkeit fĂŒr das Android-Betriebssystem ĂŒber ein neues Design ermöglicht. Es erhielt daher als erstes Smartphone 2016 das Nachhaltigkeitssiegel "Blauer Engel". Auch das Shiftphone gibt es in einer modularen Variante, alle Ersatzteile lassen sich einzeln bestellen und austauschen. Der Speicher des Shiftphone ist erweiterbar und der Akku einfach zu tauschen. Die GewĂ€hrleistung verfĂ€llt nicht, wenn Nutzer ihr GerĂ€t aufschrauben oder mit einem neuen Betriebssystem versehen ("rooten").

Das Smartphone "SHIFT5me" von Shift.
Das Smartphone "SHIFT5me" von Shift. (Quelle: shiftphones.com)

Reparatur und Wiederaufarbeitung

Wird ein einziges, durchschnittliches Smartphone wiederverwendet, können 14 Kilogramm Rohstoffe und 58 Kilo Treibhausgas-Emissionen eingespart werden. Das stellte 2018 eine Studie der Fraunhofer-Gesellschaft "Umsicht" fest. Funktionieren die GerÀte aber nicht mehr optimal oder gar nicht, werden sie trotz der hohen Anschaffungskosten nur selten repariert. Dies mag an den relativ hohen Reparaturkosten im Vergleich zum vermuteten Restwert liegen.

Wenn Hersteller wie Apple die Reparatur durch die Anforderung spezieller Werkzeuge erschweren, kann sie auch nicht in jeder Werkstatt, sondern nur in sogenannten autorisierte Service-WerkstĂ€tten durchgefĂŒhrt werden. In manchen GerĂ€ten sind die einzelnen Bauteile miteinander verklebt, was die Reparatur ebenfalls erschwert. Einzelne Komponenten, wie zum Beispiel das Display, sind relativ teuer.

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Die Lösung: Kein Handy hat eine so gute Ökobilanz wie ein gebrauchtes: DafĂŒr muss jedoch der Aufwand fĂŒr Reparatur und Austausch, insbesondere fĂŒr Display, Batterie und Ladestecker möglichst niedrig gehalten werden. Eine Modulbauweise, ein freier Bezug von Ersatzteilen und eine möglichst umfassende und freie technische Dokumentation können den Aufwand mindern und eine Reparatur lohnend oder den Austausch gĂŒnstig machen.

Das Shiftphone und Fairphone gibt es von den Herstellern in gĂŒnstigeren Varianten, die wieder aufgearbeitet wurden. Das Ziel der Macher ist es, den Lebenszyklus der GerĂ€te um mehrere Jahre zu verlĂ€ngern. Viele HĂ€ndler und Telekommunikationsanbieter bieten inzwischen von den ĂŒblichen Herstellermarken geprĂŒfte GebrauchtgerĂ€te samt Garantie an.

Noch ein Beispiel: Das gemeinnĂŒtzige IT-Unternehmen AFB arbeitet gebrauchte IT-GerĂ€te auf, darunter auch Smartphones. Im AFB-Shop finden sich unter anderem nicht nur ĂŒberholte Huawei-GerĂ€te, Samsung-Galaxy-Smartphones, sondern auch iPhones, die alle mit einer 12-Monate-Garantie angeboten werden. Kunden können die Garantie auf 25 und 36 Monate erweitern. Anders als kommerzielle Wiederverwerter legt das GeschĂ€ftsmodell von AFB großen Wert auf soziales und nachhaltiges Wirtschaften. So beschĂ€ftigt es unter anderem Menschen mit Behinderung.

Wiederaufarbeitung und Recycling: Sammeln und wieder verwenden

SchĂ€tzungen gehen davon aus, dass ĂŒber 124 Millionen Handys unbenutzt in deutschen Schubladen liegen. UnabhĂ€ngig davon, ob ein Hersteller ein eigenes RĂŒcknahme-System aufgebaut hat, ist es fĂŒr eine möglichst effiziente Wiederverwertung der GerĂ€teteile wichtig, dass sich die einzelnen Bauteile leicht voneinander trennen lassen. Mehr als die HĂ€lfte der verbauten Materialien bestehen aus Metallen, die einer Wiederverwertung zugefĂŒhrt werden können.

Die Lösung: Gebrauchthandys können gesammelt und dem Recycling zugefĂŒhrt werden. Einzelne Projekte verfolgen damit gemeinnĂŒtzige soziale Zwecke.

Noch ein Beispiel: Handys können an gemeinnĂŒtzige Organisationen wie das Katholischen Missionswerks "missio" gespendet werden. Die Handys können an Abgabestellen abgegeben werden oder per Post eingesandt werden. Jeder kann eine solche Annahmestelle einrichten. Die Recycling-Erlöse kommen sozialen Projekten zugute.

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