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Was kostet ein Testament beim Notar?


Beratung, Beglaubigung, Hinterlegung  

Was kostet ein Testament?

21.03.2021, 20:39 Uhr | mak, t-online

Was kostet ein Testament beim Notar?. Ältere Frau schreibt (Symbolbild): Ein Testament muss immer handschriftlich verfasst sein.  (Quelle: imago images/Westend61)

Ältere Frau schreibt (Symbolbild): Ein Testament muss immer handschriftlich verfasst sein. (Quelle: Westend61/imago images)

Ein Testament regelt Ihren letzten Willen. Kostenlos ist das aber noch lange nicht. Wir zeigen Ihnen, welche Gebühren beim Testament schreiben fällig werden.

Wenn Sie ein Testament aufsetzen möchten, haben Sie grundsätzlich zwei Wege zur Auswahl: Entweder Sie verfassen es eigenständig – oder mithilfe eines Notars. Beides hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Während Sie bei einem eigenständig verfassten Testament sich um die genauen juristischen Regelungen selbst kümmern müssen, sind die Kosten bei einem Notar selbstverständlich deutlich höher. 

Doch wie hoch eigentlich? Und welche Kosten kommen bei einem eigenständig verfassten Testament auf mich zu? t-online gibt Ihnen einen Überblick.

Was kostet ein selbstverfasstes Testament?

Sie können Ihren letzten Willen selbst zu Papier bringen, das heißt: ohne Beratung durch einen Notar oder Rechtsanwalt. Für das eigentliche Verfassen kommen dann keine Kosten auf Sie zu.

Allerdings: Ganz kostenlos ist das auch nicht. Denn Sie können ein Testament noch von einem Notar beglaubigen lassen. Dieser überprüft, ob die Unterschrift unter einem Testament echt ist. 

Hierfür verlangt der Notar 0,25 Prozent der vollen Notargebühr – maximal darf er aber nur 130 Euro fordern. Folgende Tabelle gibt Aufschluss darüber, wie hoch die Notargebühren für die Beglaubigung bei verschiedenen Nachlasswerten sind:

Nachlasswert

Beglaubigung von Notar

10.000 Euro

18,75 Euro

25.000 Euro

28,75 Euro

50.000 Euro

41,25 Euro

250.000 Euro

130 Euro

Das kostet eine Testamentshinterlegung

Wenn Sie das Testament beglaubigen lassen, lässt der Notar dies auch beim Amtsgericht hinterlegen. Das kostet Sie einmalig 75 Euro. Hinzu kommen noch 15 Euro als Einmalzahlung. Diese werden für den Eintrag im Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer fällig.

Wichtig: Ein beglaubigtes Testament können Sie nicht zurückrufen – Sie müssen ein neues erstellen. In diesem Fall werden dann auch nochmals die Kosten für Beglaubigung und Hinterlegung fällig.

Lassen Sie das Testament nicht beglaubigen, können Sie entscheiden, ob Sie das Testament hinterlegen möchten. Dann werden sowohl die 75 Euro fällig, als auch 18 Euro für den Eintrag im Testamentsregister.

Wichtig: Wenn Sie das Testament ändern möchten, müssen Sie es zurückverlangen. Hinterlegen Sie es erneut, werden die Kosten nochmals fällig. 

Was kostet ein Testament beim Notar?

Wenn Sie ein Testament mithilfe eines Notars verfassen möchten, richten sich die Kosten dafür nach der Höhe des Nachlasswertes. Es gilt: Je wertvoller der Nachlass, desto höher die Notarkosten. 

Außerdem hängt die Gebühr von der Art des Testaments ab. So können Sie ein Einzeltestament anfertigen, ein gemeinschaftliches, etwa gemeinsam mit Ihrem Ehepartner, oder einen Erbvertrag. Bei einem Einzeltestament wird die volle Notargebühr einfach fällig – bei einem gemeinschaftlichen Testament oder einem Erbvertrag die doppelte Summe.

Nachlasswert

Einzeltestament

Gemeinschaftliches Testament

10.000 Euro

75 Euro

150 Euro

25.000 Euro

115 Euro

230 Euro

50.000 Euro

165 Euro

330 Euro

250.000 Euro

535 Euro

1.070 Euro

Gut zu wissen: Wenn Sie ein Testament mithilfe eines Notars anfertigen, beglaubigt er auch die Echtheit Ihrer Unterschrift. Die Kosten hierfür sind aber in den Notarkosten enthalten.

Diese Zusatzkosten kommen beim Notar auf Sie zu

Ein Notar lässt das Testament auch beim Amtsgericht hinterlegen. Das kostet Sie einmalig 75 Euro. Hinzu kommen noch 15 Euro als Einmalzahlung. Diese werden für den Eintrag im Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer fällig.

Wenn Sie das Testament, das Sie mit Ihrem Notar angefertigt haben, durch Ihren Notar widerrufen lassen, kostet dies ebenfalls. Es wird eine halbe Notargebühr fällig. Die konkreten Kosten richten sich ebenfalls nach dem Nachlasswert.

Nachlasswert

halbe Gebühr

10.000 Euro

37,50 Euro

25.000 Euro

57,50 Euro

50.000 Euro

82,50 Euro

250.000 Euro267,50 Euro

Wenn Sie ein neues Testament erstellen wollen, werden erneut die Notarkosten fällig.

Gut zu wissen: Sie können ein Testament auch mithilfe eines Rechtsanwalts anfertigen. Dieser berät Sie zu den genauen Formulierungen. Allerdings können die Kosten hierfür bisweilen deutlich höher als die Notarkosten sein – und die Kosten für Beglaubigung und Hinterlegung kommen zusätzlich hinzu.

Welche Kosten kommen auf die Erben zu?

Nicht nur den Erblasser kostet das Vererben – auch auf die Erben kommen einige Kosten zu, die sich meist nach dem Nachlasswert richten. Eine Übersicht:

  • Testamentseröffnung: Wenn das Testament eröffnet wird, kostet das 100 Euro. Dazu können noch Portokosten oder andere Auslagen kommen. Mehr dazu lesen Sie hier.
  • Erbschein: Bei der Höhe der Gebühren für einen Erbschein handelt es sich nicht um einen festgesetzten prozentualen Wert, sondern um eine Staffelung. Hier hängt die Höhe ebenso vom Nettonachlasswert ab.
  • Testamentsvollstrecker: Hat der Erblasser einen Testamentsvollstrecker angeordnet, müssen die Erben ebenfalls die Kosten hierfür tragen – sofern nichts anderes geregelt wurde.
  • Rechtsstreit: Bei einem Rechtsstreit um die Rechtmäßigkeit eines Testaments müssen die Beteiligten ebenfalls mit hohen Kosten rechnen – zum Beispiel für Anwälte.
Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • advocado.de
  • notar-darmstadt.de
  • ndtv-info.de
  • anwalt.org
  • immoverkauf24.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen


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