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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Asset Allocation: Was ist das und warum ist das wichtig?

  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff

Aktualisiert am 27.08.2020Lesedauer: 5 Min.
Ein GeschĂ€ftsmann prĂŒft Kursentwicklungen (Symbolbild): Verschiedene Asset-Klassen sind unterschiedlich riskant und ertragreich. Auf die passende Kombination kommt es an.
Ein GeschĂ€ftsmann prĂŒft Kursentwicklungen (Symbolbild): Verschiedene Asset-Klassen sind unterschiedlich riskant und ertragreich. Auf die passende Kombination kommt es an. (Quelle: /Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Wenn Sie erfolgreich Geld anlegen wollen, kommen Sie um die richtige Asset Allocation nicht herum. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Was Asset Allocation bedeutet und wieso Sie sich damit beschÀftigen sollten.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ist ĂŒberhaupt ein Asset?
  • Definition: Was ist Asset Allocation?
  • Warum ist Asset Allocation wichtig?
  • Welche Asset Allocation empfiehlt sich?
  • Was ist Rebalancing?
  • Strategische oder taktische Asset Allocation?

Börsenprofis werfen mit allerlei Fachbegriffen um sich. Asset Allocation ist einer davon – und auch noch ein extrem wichtiger. Doch keine Sorge: So kompliziert, wie sie klingt, ist Asset Allocation gar nicht. Wir erklĂ€ren Ihnen, was es damit auf sich hat, welche Vorteile sie bringt und wie Sie die fĂŒr Sie passende Asset Allocation finden.

  • Börse & MĂ€rkte: Alle Kurse der FinanzmĂ€rkte

Was ist ĂŒberhaupt ein Asset?

Fangen wir vorne an: Ein Asset ist ganz einfach nur das englische Wort fĂŒr Vermögenswert oder Anlagegegenstand. Das könnte zum Beispiel ein Haus sein, das Sie besitzen, eine Aktie oder ein wertvolles GemĂ€lde. Assets lassen sich zu Assetklassen, zu Deutsch Anlageklassen, zusammenfassen, wenn sie ein Ă€hnliches VerhĂ€ltnis von Chancen und Risiken haben.

Die wichtigsten Assetklassen sind:

  • Aktien
  • Immobilien
  • Rohstoffe
  • Anleihen
  • liquide Mittel (zum Beispiel Guthaben auf dem Tagesgeldkonto oder Bargeld)

Definition: Was ist Asset Allocation?

Die deutsche Übersetzung verrĂ€t es bereits: Vermögensaufteilung. Mit der Asset Allocation teilen Sie also Ihr Vermögen auf verschiedene Assetklassen auf. Das heißt, Sie wĂ€hlen zum einen aus, in welche Vermögenswerte Sie ĂŒberhaupt investieren wollen. Zum anderen entscheiden Sie, welchen Prozentsatz Ihres Gesamtkapitals Sie in welche Asset-Klasse stecken wollen. Die Gesamtheit Ihrer Geldanlagen nennt sich dann Portfolio. Statt Asset Allocation oder Vermögensaufteilung hört man manchmal auch den Begriff Vermögensallokation.

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Beispielhaft könnte die Asset Allocation in einem Portfolio so aussehen:

  • 60 Prozent Aktien,
  • 20 Prozent Anleihen
  • 20 Prozent Tagesgeld

Warum ist Asset Allocation wichtig?

Ganz einfach: weil Sie damit das Risiko, mit Ihrer Geldanlage Verluste zu machen, systematisch reduzieren und gleichzeitig dafĂŒr sorgen können, Chancen auf hohe ErtrĂ€ge zu haben. Den Grund kennen Sie inzwischen: Verschiedene Assetklassen bergen unterschiedlich hohe Risiken – und liefern damit auch verschieden hohe ErtrĂ€ge.

Wenn Sie nicht alles auf eine Karte setzen, sondern Ihr Geld und damit das Risiko mit einer breiten Vermögensallokation auf verschiedene Anlageklassen streuen, sinkt mit großer Wahrscheinlichkeit also auch das Verlustrisiko. Das Gute: Trotzdem kann ein hĂŒbscher Ertrag, genannt Rendite, fĂŒr Ihr gesamtes Portfolio dabei herausspringen. Mehr zur Risikostreuung lesen Sie hier.

Welche Asset Allocation empfiehlt sich?

Das lĂ€sst sich pauschal nicht sagen. FĂŒr jeden Anleger ist ein anderer Mix richtig, je nachdem, welches Ziel Sie verfolgen. Die drei klassischen Anlageziele sind:

  • Sicherheit
  • VerfĂŒgbarkeit
  • Rendite

Man nennt sie auch das "magische Dreieck der Geldanlage". Magisch deshalb, weil Sie immer nur höchstens zwei Ziele gleichzeitig erreichen können. Das dritte wird zwangslÀufig vernachlÀssigt.

Sind Ihnen zum Beispiel Sicherheit und VerfĂŒgbarkeit Ihres Vermögens wichtig, werden Sie einen grĂ¶ĂŸeren Teil Ihres Kapitals in risikoĂ€rmere Assetklassen wie Anleihen und Tagesgeld investieren wollen, als jemand, der eine möglichst hohe Rendite anstrebt und dafĂŒr auch bereit ist, stĂ€rker ins Risiko zu gehen. Dann wĂ€ren Aktien die bessere Wahl. Aber auch schon ein Wechsel vom Tages- zum Festgeldkonto bringt in der Regel mehr Rendite – allerdings zum Preis einer geringeren VerfĂŒgbarkeit.

Ein weiterer möglicher Faktor, der darĂŒber entscheiden kann, wie Sie Ihr Portfolio zusammenstellen, ist die Nachhaltigkeit einer Geldanlage. Das Thema wird immer mehr Deutschen auch bei ihren Finanzen wichtig. Dass man fĂŒr Nachhaltigkeit auf Rendite verzichten mĂŒsse, ist allerdings ein Mythos.

Mitentscheidend fĂŒr die Asset Allocation Ihres Portfolios kann zudem sein, wie groß der Zeitraum ist, ĂŒber den Sie Ihr Geld anlegen wollen. Generell gilt: Je mehr Zeit Sie haben, desto mehr Risiko können Sie eingehen. Denn dann machen Ihnen Krisen weniger aus, weil sich kurzfristige Kurs- und Wertschwankungen auf lange Sicht wieder ausgleichen.

Tipp: Eine Möglichkeit, gute Renditen einzufahren, ohne allzu stark ins Risiko gehen zu mĂŒssen, ist die Geldanlage in sogenannte ETFs. Das sind spezielle Aktienfonds, also Aktienkörbe, bei denen ein Computeralgorithmus einen Aktienindex wie etwa den Dax nachbildet. Mit vergleichsweise wenig Aufwand und ohne großes Startkapital können Sie so in Unternehmen auf der ganzen Welt investieren – und innerhalb der Assetklasse Aktien eine sehr breite Streuung Ihres Geldes ĂŒber verschiedenste Unternehmen erreichen.

Was ist Rebalancing?

Mit Rebalancing (mehr dazu lesen Sie hier) sorgen Sie dafĂŒr, dass die von Ihnen gewĂ€hlte Asset Allocation langfristig erhalten bleibt. Höchstwahrscheinlich entwickeln sich Ihre verschiedenen Assetklassen nĂ€mlich nicht parallel.

Nehmen wir an, Sie haben 3.000 Euro in Aktien investiert und 3.000 Euro in Anleihen. Dann haben Sie sich fĂŒr eine Vermögensallokation entschieden, bei der Ihr Kapital zu 50 Prozent in Aktien und zu 50 Prozent in Anleihen steckt.

Nun kann es aber sein, dass Ihre Aktien innerhalb eines Jahres um 9 Prozent im Wert steigen, Ihre Anleihen hingegen nur um 1 Prozent. Ihre Aktien stehen dann bei 3.270 Euro, Ihre Anleihen nur bei 3.030 Euro.

Das VerhĂ€ltnis hat sich verschoben: Statt des ursprĂŒnglichen 50-zu-50-VerhĂ€ltnisses machen Ihre Aktien nun einen Anteil von 52 Prozent aus, die Anleihen sind auf 48 Prozent geschrumpft. Das bedeutet: Sie mĂŒssen Ihr Portfolio neu gewichten – rebalancen.

Gut zu wissen: Rebalancing ergibt Sinn, weil Renditen von Wertpapieren wie Aktien und Anleihen langfristig von der sogenannten Regression zum Mittelwert gekennzeichnet sind. Das heißt, sie nĂ€hern sich tendenziell wieder der fĂŒr die jeweilige Assetklasse durchschnittlichen Rendite an. Performt eine Assetklasse in einem Jahr stark, ist es statistisch wahrscheinlich, dass das in Zukunft wieder anders aussieht – und umgekehrt.

Um die alte Verteilung innerhalb Ihres Portfolios wiederherzustellen, können Sie nun entweder "neues Geld" in die Assetklasse investieren, die sich schlechter entwickelt hat; in unserem Beispiel also in Anleihen. Umgekehrt können Sie auch AnlagegegenstÀnde aus der Assetklasse verkaufen, die hinzugewonnen hat (hier: Aktien), und kaufen von dem realisierten Gewinn in der Verlierer-Assetklasse nach.

Nehmen wir an, Sie entscheiden sich fĂŒr die zweite Variante. Dann mĂŒssten Sie zunĂ€chst Aktien im Wert von 120 Euro verkaufen. Die stecken Sie dann komplett in Anleihen, wodurch Sie in den ursprĂŒnglichen Stand zurĂŒckkehren: Ihre Aktien sind nun 3.150 Euro wert, Ihre Anleihen ebenfalls – das gewĂŒnschte VerhĂ€ltnis von 50 zu 50. Im Netz finden Sie verschiedene Rechner, mit denen Sie herausfinden, wie Sie Ihre Assetklassen richtig umschichten.

Strategische oder taktische Asset Allocation?

Bis hierher ging es ausschließlich um die sogenannte strategische Asset Allocation, bei der Sie sich langfristig fĂŒr eine bestimmte Gewichtung verschiedener Vermögenswerte entscheiden und diese mithilfe des Rebalancing immer wieder nachjustieren. Finanzexperten unterscheiden davon aber noch die taktische Asset Allocation.

Darunter versteht man, dass Anleger bestimmte Assetklassen fĂŒr einen begrenzten Zeitraum ĂŒber- oder untergewichten. Ziel dabei ist es, kurzfristig auf Marktentwicklungen zu reagieren und dadurch die Rendite des gesamten Portfolios zu erhöhen.

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Ein Beispiel: LĂ€uft es auf dem Aktienmarkt gerade besonders gut, könnten Sie Ihre Vermögensallokation taktisch Ă€ndern, indem Sie den Anteil der Aktien vorĂŒbergehend erhöhen. NĂ€mlich so lange, wie das Hoch auf dem Aktienmarkt anhĂ€lt. Danach wĂŒrden Sie wieder zu Ihrer strategischen Asset Allocation zurĂŒckkehren.

Doch Vorsicht: Taktische Vermögensallokation ist eigentlich nur ein anderes Wort fĂŒr Market Timing, eine aktive Anlagestrategie, bei der Sie versuchen, gĂŒnstige Zeitpunkte fĂŒr Kauf und Verkauf von Wertpapieren zu finden, um Ihren Ertrag zu erhöhen.

In der Theorie klingt das nicht schlecht, doch in der Praxis weist keine andere aktive Anlagestrategie so schlechte Ergebnisse vor. Passive Anleger – auch "Buy and Hold"-Anleger genannt – fahren langfristig weit ĂŒberwiegend besser. Eine einfache Art, passiv zu investieren, ist die bereits oben erwĂ€hnte Anlage in ETFs.

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