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Wertpapierdepot eröffnen: So geht's ganz leicht in drei Schritten

Geldanlage  

So eröffnen Sie in drei Schritten Ihr eigenes Wertpapierdepot

25.09.2020, 16:02 Uhr
Animation erklärt: So einfach funktioniert der Handel an der Börse

Den Handel an der Börse stellen sich viele Menschen kompliziert vor, Märkte wirken unberechenbar, Aktien sind ihnen suspekt. Dabei ist Aktienhandel gar nicht schwierig, wie unser Video zeigt. (Quelle: t-online.de)

Aktien, Handel, Märkte: Diese Animation erklärt ganz einfach, wie Börsenhandel funktioniert. (Quelle: t-online.de)


Seit Jahren gibt es aufs Ersparte kaum Zinsen. Immer mehr Menschen wollen ihr Geld deshalb in Aktien und Fonds anlegen. Dafür benötigen Sie ein Depot. Wie Sie das richtige für sich finden und es eröffnen.

Ein Girokonto hat heutzutage fast jeder. Sie benötigen es für die grundlegenden Dinge: Von ihm geht die Miete ab, hier geht das Gehalt ein oder Sie bezahlen im Supermarkt mit der EC-Karte Ihre Einkäufe.

Für den Handel mit Aktien oder das Einrichten eines Fondsparplans benötigen Sie hingegen ein Wertpapierdepot. Am günstigsten richten Sie sich das im Internet bei einer Direktbank ein. Ein Depot funktioniert dabei so ähnlich wie das Online-Banking beim Girokonto: Hier finden Sie eine Übersicht über all Ihre Investments – und können leicht dazu oder -verkaufen.

Doch welches ist das beste Wertpapierdepot für mich? Wo sollte ich ein Wertpapierdepot eröffnen? Und wie funktioniert das überhaupt? t-online beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wozu benötige ich ein Wertpapierdepot?

Ganz einfach: Sie benötigen es, um in Aktien, ETFs, Fonds oder andere Anlageklassen zu investieren. Ihr Depot funktioniert wie ein Bankkonto. Hier finden Sie all Ihre Investments aufgelistet. In dem Wertpapierdepot können Sie nach Anlageklassen suchen, diese auswählen und per Kauf-Funktion direkt in einzelne Wertpapiere investieren.

Filialbank oder Direktbank: Wo sollte ich ein Depot eröffnen?

Beim Eröffnen eines Depots haben Sie drei Möglichkeiten: Sie können eines bei einer Filialbank, einer Direktbank oder einem Onlinebroker im Internet aufmachen.

  • Beispiele für Direktbanken: DKB, Comdirect, Consorsbank, ING oder Norisbank

Bei einer Filialbank werden Sie persönlich beraten. Dafür sind Depots bei Filialbanken deutlich teurer, als wenn Sie eines im Internet eröffnen. Bei einem Onlinebroker, also einem Wertpapierhändler im Netz, oder einer Direktbank entfällt der persönliche Service zwar. Dafür aber sind die Kosten deutlich geringer als bei einer Filialbank.

  • Beispiele für Onlinebroker: Flatex, Smartbroker, TradeRepublic oder SBroker

Wie eröffne ich ein Wertpapierdepot?

Ein Wertpapierdepot zu eröffnen, ist kinderleicht. Da Anbieter im Internet deutlich günstiger sind als Filialbanken, zeigen wir Ihnen im Folgenden anhand von drei Schritten, wie Sie ein Depot bei einer Direktbank oder bei einem Onlinebroker anlegen:

  1. Depot beantragen: Zunächst müssen Sie einen Antrag auf der Webseite der Bank oder des Brokers ausfüllen. Hier sind persönliche Daten wie Name oder Adresse gefragt. Zudem müssen Sie angeben, ob Sie bereits Erfahrung beim Aktienhandel haben oder wie viel Risiko Sie eingehen möchten. So will der Gesetzgeber verhindern, dass unerfahrene Anleger ungeeignete Produkte kaufen. Bei reinen Smartphone-Brokern geschieht all das in einer entsprechenden App. Um mit Ihrem Depot auch wirklich handeln zu können, benötigen Sie noch ein sogenanntes Verrechnungskonto. Das eröffnen Sie am einfachsten bei der Direktbank oder dem Broker, bei dem Sie auch Ihr Depot aufmachen möchten.
  2. Identität feststellen: Anschließend will der Anbieter Ihre Identität überprüfen. Denn Banken und Broker müssen sicher sein, dass der Antrag tatsächlich von Ihnen stammt. Das läuft über das Post-Ident-Verfahren oder das Video-Ident-Verfahren. Im ersten Fall bestätigt ein Postmitarbeiter in einer Filiale Ihre Identität, indem Sie ihren Personalausweis vorzeigen. Im zweiten Fall geschieht dies per Video-Chat mit dem Anbieter – direkt von Ihrem Computer oder Smartphone aus.
  3. Depot aktivieren: Nun müssen Sie darauf warten, dass Ihnen der Anbieter die Unterlagen zuschickt, mit denen Sie Ihr Depot aktivieren können. Das geschieht in der Regel per Post. Es gibt allerdings auch Broker und Banken, die Ihnen alles per E-Mail zusenden. Dann folgen Sie den Schritten in der Anleitung. Nun können Sie loslegen und Aktien, Anleihen, Fonds oder ETFs kaufen. Alternativ können Sie auch einen Sparplan einrichten.

Was kostet ein Depot?

Eines Wertpapierdepot allein kostet maximal Depotgebühren. Diese Kosten fürs Eröffnen sowie das Führen des Depots entfallen jedoch meist bei Internetanbietern wie Direktbanken oder Onlinebrokern. Doch wenn Sie über das Wertpapierdepot mit Aktien handeln möchten, fallen weitere Kosten an. Ein Überblick:

  1. Ordergebühren: Bei jedem Kauf oder Verkauf von Aktien müssen Sie Ordergebühren an den Depotanbieter zahlen. Das sind bei Onlinebrokern und Direktbanken meist Pauschalbeträge von fünf bis zehn Euro. Bei manchen Anbietern ist auch eine bestimmte Anzahl an Ordern kostenlos, die billigsten Broker bieten inzwischen sogar eine Flatrate ein, bei der Sie für einen monatlichen Betrag so viel handeln können, wie Sie wollen.
  2. Handelsplatz-Gebühren: Zu den Ordergebühren an den Depotanbieter kommen Gebühren des Handelsplatzes, also Börsen-Entgelte. Je nach dem, wo ein Broker oder eine Direktbank Ihre gewünschten Aktien oder Anleihen kauft oder verkauft, können diese Gebühren schwanken. Auch je Anlageklasse kann der Preis dabei von Handelsplatz zu Handelsplatz variieren. Günstiger als der Börsenhandel ist es in der Regel, wenn Sie Ihre Bank beauftragen, bei einem sogenannten Direkthändler zu kaufen. Damit ist ein Wertpapierhändler gemeint, der Aktien und Fondsanteile auf Vorrat hält. In diesem so genannten "außerbörslichen Handel" sind Aktien und Fondsanteile oft billiger, da Sie die Börsengebühren sparen.
  3. Nebenkosten: Kursgewinne über dem Sparerpauschbetrag von 801 Euro müssen in Deutschland besteuert werden. Die sogenannte "Abgeltungssteuer" beträgt pauschal 25 Prozent auf den Ertrag.

Anbieter vergleichen: Was ist das beste Depot für mich?

Bevor Sie ein Wertpapierdepot eröffnen, sollten Sie vorher verschiedene Anbieter miteinander vergleichen. Nutzen Sie dazu am besten einschlägige Portale im Internet. Folgende Kriterien sollten Sie beim Vergleich beachten:

  • Kosten: Wie hoch sind die Kosten pro Order? Fallen gar Kosten für das Depot selbst an? Die Kosten sind in jedem Fall entscheidend, da diese Ihre Rendite, genannt Ertrag, verringert.
  • Auswahl: In wie viele Fonds, Aktien oder ETFs können Sie Ihr Geld anlegen? Das ist deshalb entscheidend, wenn Sie spezielle Vorlieben beim Investieren haben.
  • Sparplan: Ist es möglich, einen Sparplan einzurichten? Was kostet das? In welche ETFs oder Fonds kann ich mein Geld anlegen? Diese Fragen sind wichtig, wenn Sie vorhaben, einen Sparplan einzurichten.

Wie übertrage ich meine Wertpapiere?

Der Übertrag Ihrer erworbenen Anlagen auf eine andere Person ist in der Regel sehr einfach. Sie müssen dazu nur ein Formular auf der Webseite des Onlinebrokers oder der Direktbank ausfüllen. Grundsätzlich sollten Sie zwei unterschiedliche Fälle beachten:

  • Übertrag auf einen Bekannten: Wenn Sie Ihr Depot auf einen Bekannten übertragen wollen, zählt das rechtlich als Verkauf. Das bedeutet, Sie müssen auf erwirtschaftete Erträge Steuern bezahlen. Das sind pauschal 25 Prozent an Abgeltungssteuer für Erträge über dem Sparerpauschbetrag von 801 Euro.
  • Übertrag auf einen Verwandten: Wenn Sie Ihr Depot auf einen Verwandten übertragen wollen, fällt keine Abgeltungssteuer an, weil es rechtlich als Schenkung gilt. Allerdings kann hier die Erbschafts- oder Schenkungssteuer greifen. Die setzt aber erst ab einem Depotwert von 20.000 Euro an, wenn Sie Ihr Depot an Geschwister oder Eltern übertragen. Wenn Sie es Ihrem Kind schenken wollen, gilt die Freigrenze bis 400.000 Euro, bei einem Ehepartner von 500.000 Euro.

Dauer eines Übertrags
Bis alle Aktien, Anleihen und Fondsanteile auf dem Depot angekommen sind, dauert es in der Regel zwei Wochen. In bestimmten Fällen – etwa wenn es ausländische Aktien sind – kann der Übertrag auch noch länger dauern.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • depot-vergleich24.net
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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