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Volatilität: Was Sie über die Aktienkennziffer wissen sollten


Volatilität  

Warum es gut ist, dass die Kurse an der Börse schwanken

10.02.2021, 16:56 Uhr
Animation erklärt: So einfach funktioniert der Handel an der Börse

Den Handel an der Börse stellen sich viele Menschen kompliziert vor, Märkte wirken unberechenbar, Aktien sind ihnen suspekt. Dabei ist Aktienhandel gar nicht schwierig, wie unser Video zeigt. (Quelle: t-online)

Aktien, Handel, Märkte: Diese Animation erklärt schnell und einfach, wie Börsenhandel funktioniert. (Quelle: t-online)


An den Finanzmärkten geht es rauf und runter. "Volatilität" nennen das Experten. Was manchen Sparer abschreckt, ist die Voraussetzung für Rendite. Was Sie über die Risikokennziffer wissen sollten.

Viele Sparer scheuen eine Anlage an der Börse, weil die Aktienkurse schwanken. Die Angst, alles zu verlieren, ist zwar nachvollziehbar, sie verstellt aber den Blick auf das Potenzial, dass in diesen Schwankungen steckt.

Denn: Aktien und andere Wertpapiere sind gerade deshalb so ertragreich, weil sie schwanken. Ohne diese Volatilität gäbe es keine Rendite. Wir erklären Ihnen, was diese Kennziffer genau misst, warum Börsenkurse überhaupt schwanken und was Sie tun können, um das Risiko Ihrer Geldanlage zu senken.

Was ist Volatilität?

Volatilität ist der Fachbegriff für Kursschwankungen an der Börse. Um genauer zu sein: Die Kennziffer misst, wie stark der Preis eines Wertpapiers oder eines Index um seinen Mittelwert schwankt.

Je heftiger die Ausschläge nach oben und unten sind, desto höher ist die Volatilität – und desto größer ist auch das Risiko. Mit der Kennziffer können Sie also auch das Risiko einer Geldanlage bewerten.

Volatilität wird in Prozent angegeben. Ein Wert von 20 Prozent bedeutet zum Beispiel, dass Anleger damit rechnen müssen, dass der Kurs ihres Investments um durchschnittlich 20 Prozent nach oben oder unten um seinen Mittelwert schwanken wird.

Warum gibt es Volatilität?

Die Preise von Wertpapieren schwanken, weil sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage an den Finanzmärkten ständig ändert. Dabei ist viel Psychologie im Spiel. Jeder Anleger hat seine eigenen Erwartungen über den künftigen Preis eines Wertpapiers und handelt entsprechend.

Unsicherheiten wie zum Beispiel Sorgen über die Konjunktur, anstehende politische Entscheidungen oder Unerwartetes wie eine Pandemie treiben die Volatilität in die Höhe. Für Stabilität kann umgekehrt sorgen, dass eine Aktiengesellschaft seit Jahren ein ähnlich großes Gewinnwachstum verkündet.

Was bedeutet das für mich als Anleger?

Grundsätzlich gilt: Ohne Risiko keine Rendite. Volatilität (und damit Risiko) ist also nicht per se schlecht. Mit ihr steigt nämlich nicht nur die Wahrscheinlichkeit für hohe Kursverluste, sondern auch die Chance auf hohe Kursgewinne.

Aktien haben in der Regel eine höhere Volatilität als Anleihen. Sie gelten daher als riskanter, aber eben auch als ertragreicher. Das Gute ist: Mit der richtigen Strategie können Sie dem Risiko ein Schnippchen schlagen. 

Das funktioniert, indem Sie breit investieren, also nicht alles auf eine Karte setzen, und Ihr Geld langfristig anlegen. Möglich ist das zum Beispiel mit sogenannten Indexfonds, kurz ETFs

Dabei bildet ein Computeralgorithmus einen Aktienindex wie zum Beispiel den Dax oder den internationalen MSCI World eins zu eins ab. Der ETF entwickelt sich also genauso wie der Index, den er nachbildet.

Um beim Beispiel MSCI World zu bleiben: Wer seit 1975 beliebige 15 Jahre in diesen weltweiten Aktienindex investiert hat, hat nie Verluste gemacht. Selbst im schlechtesten Zeitraum von 2000 bis 2015 mit zwei großen Börsenkrisen nicht. Im Schnitt gab es etwa 7 Prozent Rendite pro Jahr.

Volatilität führt also langfristig dazu, dass sich Ihre Geldanlage auszahlt – Sie müssen nur die kurzfristigen Schwankungen aushalten.

Auch kurzfristig kann Ihnen Volatilität Gewinne bringen, wenn Sie den richtigen Zeitpunkt zum Ein- und Ausstieg finden. Das ist allerdings nicht vorhersehbar und deshalb wesentlich riskanter als die langfristige Anlage in breit gestreute Fonds.

Wie misst man Volatilität?

Man unterscheidet zwischen historischer und impliziter Volatilität. Die historische Volatilität nennt man auch Standardabweichung. Sie wird auf Grundlage zurückliegender Kursbewegungen berechnet.

Dabei errechnet man den Mittelwert zum Beispiel eines Aktienpreises, der sich als Kurve oder Gerade darstellen lässt. Die echten einzelnen Preise schwanken um diesen Mittelwert, mal nach oben und mal unten. Die durchschnittliche Differenz zwischen diesen Ausschlägen und dem Mittelwert ergibt die Volatilität.

Künftige Kursentwicklung bewerten

Implizite Volatilität hingegen misst die zukünftig erwartete Schwankungsstärke. Sie kann nur indirekt berechnet werden und basiert auf den Preisen der sogenannten Optionen auf ein Wertpapier. Wer eine Option kauft, erhält das Recht, aber nicht die Pflicht, ein bestimmtes Wertpapier in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen.

Mit Optionen sichern sich viele Händler am Markt ab. Deshalb taugen sie – und die daraus abgeleitete implizite Volatilität – als Maß für die erwartete Schwankungsbreite eines Wertpapiers in der Zukunft.

Wenn Sie zum Beispiel wissen möchten, wie sich der Dax entwickeln könnte, sollten Sie sich seinen Volatilitätsindex anschauen, den V-Dax. Er wird von der Deutschen Börse berechnet und gilt immer für die nächsten 30 Tage.

Was ist eine hohe Volatilität?

Das hängt stark davon ab, um welche Produkte es geht, aber auch in welchem Zeitraum Sie Ihr Geld anlegen. Aktien sind beispielsweise volatiler als Anleihen.

In den vergangenen Jahrzehnten hatten europäische Aktienmärkte typischerweise eine Volatilität zwischen 20 und 30 Prozent. US-amerikanische lagen hingegen zwischen 15 und 25 Prozent.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Börse Frankfurt
  • Finanztest
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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