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Börsengang: Was Anleger zu einem IPO wissen sollten


IPO  

So profitieren Anleger von einem Börsengang

26.02.2021, 17:59 Uhr
Animation erklärt: So einfach funktioniert der Handel an der Börse

Den Handel an der Börse stellen sich viele Menschen kompliziert vor, Märkte wirken unberechenbar, Aktien sind ihnen suspekt. Dabei ist Aktienhandel gar nicht schwierig, wie unser Video zeigt. (Quelle: t-online)

Aktien, Handel, Märkte: Diese Animation erklärt schnell und einfach, wie Börsenhandel funktioniert. (Quelle: t-online)


Mit einem Börsengang beschafft sich ein Unternehmen frisches Eigenkapital am Finanzmarkt. Doch auch Investoren können etwas davon haben. Wie ein Börsengang funktioniert – und was das für Anleger heißt.

Alles passiert irgendwann zum ersten Mal. Das gilt auch für Unternehmen, die sich entschließen Firmenanteile zu verkaufen. Bieten Sie erstmals Aktien öffentlich zum Kauf an, spricht man von einem Börsengang oder – auf Englisch – vom IPO.

Doch was ist das überhaupt? Wie läuft ein Börsengang ab? Und wir kann ich als Anleger oder Investor davon profitieren? t-online erklärt es Ihnen.

Was ist ein Börsengang?

Ein Börsengang ist die erste Ausgabe von Aktien eines Unternehmens an die breite Öffentlichkeit. Ab diesem Zeitpunkt können Anleger und Investoren also erstmals Anteile einer Aktiengesellschaft an der Börse kaufen und so zum Miteigentümer der Firma werden.

Im Englischen nennt sich dieser Vorgang IPO, die Abkürzung für "Initial Public Offering", zu Deutsch: "Erstmaliges öffentliches Anbieten" der Aktien. Häufig wird dieser Begriff auch in Deutschland genutzt, wenn ein Unternehmen an die Börse geht.

Warum geht ein Unternehmen an die Börse?

Der Hauptgrund für einen IPO ist, dass sich eine Firma mit einem Börsengang neues Eigenkapital beschaffen kann. Dafür verkauft sie mittels einer Aktie einen Teil des Unternehmens an Investoren, die deshalb auch Unternehmensanteile genannt werden. Ein Börsengang kann sinnvoll sein, wenn ein Unternehmen etwa expandieren möchte, oder Geld einnehmen will, um seine Schulden abzubezahlen.

Besonders attraktiv für die Unternehmen sind in diesem Zuge institutionelle Investoren, zum Beispiel Banken, Fondsgesellschaften oder Versicherungen, die die Aktien der Firma kaufen. Der Grund: Sie kaufen meist viele Anteile und halten das Unternehmen so liquide. Doch auch Privatanleger können vom Aktienhandel und einem IPO profitieren (siehe unten).

Neben der Möglichkeit, an frisches Kapital zu kommen, kann ein Börsengang auch mit Marketingfragen zu tun haben. Viele Unternehmen hoffen bei einem IPO auf zusätzliche Bekanntheit und ein besseres Image und eine größere Bekanntheit der eigenen Marke. Besonders für Start-Ups, also kleine, junge Firmen, kann ein Börsengang so ein wichtiger Schritt sein.

Wie läuft ein Börsengang ab?

Ein Börsengang ist in der Praxis eine Abfolge mehrerer Schritte. Eine Übersicht:

  • Emissionsbank: Zunächst einmal muss das Unternehmen, das an die Börse will, entscheiden, welche Investmentbank den Börsengang begleiten soll.
  • Unternehmensanalyse: Nun schauen sich Analysten das Unternehmen genau an und erstellen mithilfe der Investmentbank einen Emissionsprospekt, auch Börsenprospekt genannt.
  • Roadshow: Den Börsenprospekt erhalten dann potenzielle große Investoren, etwa Fondsgesellschaften oder Versicherungen. Das Unternehmen versucht jetzt mit der Investmentbank, im Vorfeld für den IPO zu werben.
  • Ausgabepreis und Aktienzuteilung: Auf Basis der Rückmeldungen der Investoren legt die Emissionsbank anschließend eine Preisspanne für den erstmaligen Verkauf der Aktie fest. Großinvestoren und ihre Anleger können nun die Aktien "zeichnen". Gemeint ist damit, dass sie die Aktien vor dem Börsengang erwerben können – in einer gewissen Zeit, der Zeichnungsspanne. Nach dieser Frist wird der endgültige Ausgabepreis festgelegt.
  • Erstnotiz: Nun geht die Aktie an der Börse ins Rennen um die Gunst kleinerer Anleger und Investoren. Die berühmte Aktienglocke läutet. Die breite Öffentlichkeit kann jetzt mit der Aktie handeln. Abhängig von Nachfrage an der Börse entscheidet sich nun, ob der Ausgabepreis zu hoch oder zu niedrig angesetzt wurde.

Welche Alternativen zu einem Börsengang gibt es?

Es muss nicht immer der Börsengang sein. So gibt es einige Alternativen zum IPO. Ein Überblick:

  • Direktplatzierung: Bei der Direktplatzierung, auch Direktnotierung oder "Direct Listing" genannt, werden die Papiere ohne Begleitung durch Investmentbanken und ein vorheriges Preisbildungsverfahren direkt an die Börse gebracht. Mit dieser eher ungewöhnlichen, aber kostengünstigeren Variante sind Firme wie etwa der Musikdienst Spotify oder die Messenger-App Slack an die Börse gegangen.
  • Reverse Takeover: Ein Reverse Takeover, auch Reverse-IPO genannt, ist letztlich ein Börsengang durch die Hintertür. Hier bringt eine Investmentbank oder ein Investor zunächst nur einen Börsenmantel an die Börse, in den später eine Firma schlüpfen kann. Ein zentraler Vorteil dieses Vorgehens: Bei diesem IPO müssen weniger Regeln eingehalten werden. Ein ähnliches Vorgehen ist der Börsengang einer sogenannten SPAC, der besonders in den USA beliebt ist. Mehr dazu lesen Sie hier.
  • Holländische Auktion: Bei diesem Verfahren entsteht der Ausgabepreis der Aktien auf Basis einer Versteigerung. Besonders Privatanleger haben so eine Chance, an die Aktien zu gelangen, das Vorkaufrecht der Großinvestoren entfällt in diesem Fall.

Was heißt ein Börsengang für Anleger?

Mit einem Börsengang ist es für Anleger erstmals möglich, dass sie eine Aktie der Firma kaufen können, sich also direkt an dem Unternehmen beteiligen können. Es kann auch gut sein, dass Fondsgesellschaften, Banken oder Versicherungen ihre Fonds umschichten und in die neue Aktie investieren.

Können Anleger vor einem Börsengang Aktien kaufen?

Ja, das ist möglich. Sie können Aktien vor offiziellem Handelsbeginn "zeichnen". Dazu müssten Sie sich an eine Bank, Großinvestor oder Aktienhändler wenden, der die Aktie vor dem IPO anbietet. Bei diesem müssen Sie angeben, wie viele Aktien Sie kaufen möchten und zu welchem Preis.

Dabei kann es aber vorkommen, dass die Aktie "überzeichnet" ist. Das heißt: Es gibt mehr Interessenten als Aktien, die neuen Anteile werden dann verteilt – nach einem speziellen System.

Ob sich es lohnt, eine Aktie vor einem Börsengang zu kaufen, lässt sich pauschal nicht sagen. Steigt der Preis direkt nach dem IPO, weil die Aktie begehrt ist, haben Sie womöglich ein Schnäppchen gemacht. Es kann aber auch sein, dass die Aktie nach Handelsstart fällt. In dem Fall verlieren Sie womöglich Geld.

Generell ist es ohnehin sinnvoller, wenn Sie Ihr Geld breit über viele Aktien streuen und nicht auf eine Aktie setzen. Lesen Sie hier, wie das am einfachsten geht.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Handelsblatt
  • fuer-gruender.de
  • finanzen.net
  • ig.com
  • gevestor.de
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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