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Nachhaltige Investments: Rendite mit gutem Gewissen

Ethische Geldanlage  

Nachhaltige Investments: Rendite mit gutem Gewissen

21.05.2019, 17:03 Uhr | sm, t-online.de

Nachhaltige Investments: Rendite mit gutem Gewissen. Pflanze entspringt aus Geldmünzen: Verbraucher können mir ihrem Geld Gutes tun, indem sie es nachhaltig anlegen. (Quelle: dpa/Franziska Gabbert)

Pflanze entspringt aus Geldmünzen: Verbraucher können mir ihrem Geld Gutes tun, indem sie es nachhaltig anlegen. (Quelle: Franziska Gabbert/dpa)

Mit Geld kann man viel bewegen. Auch Kleinanleger können mit ihrem Geld Gutes tun: mit nachhaltigen Investments. Auf Rendite müssen sie dabei nicht verzichten.

Rendite einfahren und dabei noch etwas für die Umwelt oder eine bessere Gesellschaft tun? Wem das wichtig ist, der kann sein Geld nachhaltig investieren. Das Problem: Was genau nachhaltig ist, ist nicht definiert. Wir geben einen Überblick:

Was sind nachhaltige Geldanlagen?

Nachhaltige Geldanlagen erweitern die klassischen Anlagekriterien wie Rentabilität, Liquidität und Sicherheit um ökologische, soziale und ethische Aspekte. Das bedeutet, dass zum Beispiel eine gute Unternehmensführung als weiteres Kriterium zugrunde gelegt wird, während Waffenhändler, Ölkonzerne oder Unternehmen, die Kinder für sich arbeiten lassen, ausgeschlossen werden.

Das Problem sind allerdings die Bewertungskriterien. Eine einheitliche Definition gibt es nicht, da Begriffe wie "nachhaltige", "ökologische", "soziale" oder "klimafreundliche" Geldanlage gesetzlich nicht geschützt sind. Der Anleger muss hier seine eigenen ethischen Grenzen ziehen.

Welche nachhaltigen Anlageprodukte gibt es?

Mittlerweile finden sich nachhaltige Anlagemöglichkeiten in nahezu allen Anlageklassen und Finanzprodukten – so zum Beispiel Aktien, Investmentfonds, ETF, Anleihen, Lebensversicherungen, fondsgebundene Versicherungen sowie Rentenversicherungen. Vor Investitionen in den nicht regulierten grauen Kapitalmarkt, so zum Beispiel auch in Form von Direktbeteiligungen oder Nachrangdarlehen, sei hingegen abgeraten.

Wie genau wird nachhaltig investiert?

Grundsätzlich gibt es verschiedene Vorgehensweisen: den negativen, den positiven und den Best-in-Class-Ansatz. Im ersten Fall werden ganze Bereiche wie Kernenergie, Öl oder Rüstung bei der Wahl der Geldanlage ausgeschlossen. Im zweiten Fall geben ein oder mehrere Positivkriterien den Ausschlag für eine Investition. Das bedeutet, es wird in Unternehmen investiert, die zum Beispiel im Bereich der erneuerbaren Energien tätig sind oder sich durch soziales Engagement auszeichnen.

Beim Best-in-Class-Ansatz wiederum werden Unternehmen einer Branche ausgewählt, die im Branchenvergleich besonders umweltfreundlich oder sozialverträglich sind. Da hierbei grundsätzlich keine Branche ausgeschlossen wird, kann es sich hierbei auch um Investitionen in Wirtschaftszweige wie die Atom-, Waffen- oder Ölindustrie handeln.

Aktienindex: Anleger, die nur in ökologisch wirtschaftende Unternehmen investieren möchten, können sich unter anderem am Natur-Aktien-Index (NAI) orientieren. Er umfasst 30 internationale Unternehmen..

Wie kann ich die Investitionen überprüfen?

Anleger sollten vor einer Investition einen Blick in die Unterlagen der Anbieter werfen. Aus diesen sollte hervorgehen, in welche Branchen oder Projekte die Gelder fließen. Börsennotierte Unternehmen unterliegen der Informationspflicht und müssen aus diesem Grund zeitnah über das Unternehmen und damit auch die Aktie betreffende Entscheidungen informieren. Das gilt auch für Fondsgesellschaften, die nachhaltige Investmentfonds auf den Markt bringen. Auf den Internetseiten der Anbieter lassen sich das Wertpapierprospekt, die Investitionsrichtlinien und Geschäftsberichte runterladen. Je konkreter die Anlageziele und Investitionen erklärt werden, desto besser.

Zudem vergibt unter anderem das Forum für nachhaltige Geldanlagen (FNG) ein Güte-Siegel. Das Siegel erhalten nur Fonds, die bestimmte Mindestkriterien erfüllen. So dürfen sie zum Beispiel nur in Unternehmen investieren, die die vier Bereiche des globalen Pakts zwischen den Unternehmen und den Vereinten Nationen zustimmen – also Menschen- und Arbeitsrechte einhalten, Umweltschutz beachten, Korruption und Bestechung bekämpfen.

ESG-Kriterien: Nachhaltige Geldanlagen sollten die so genannten ESG-Kriterien erfüllen, fordert das Forum für nachhaltige Geldanlagen. Die Abkürzung steht für Umwelt, Soziales, Unternehmensführung (engl.: environment, social, governance).

Gibt es auch nachhaltige Geldinstitute?

Ja, es gibt Geldinstitute, die sich ethische Kriterien auferlegen. Nachhaltige Banken arbeiten häufig nach Ausschlusskriterien und investieren nicht in Waffen und Rüstung, Kinderarbeit, Atomkraft oder Kohlestrom. Sie führen keine Geschäftsbeziehung mit korrupten Regimes, führen keine zweifelhaften Transkationen durch und Spekulieren nicht mit Nahrungsmitteln.

Stattdessen vergeben sie Kredite bevorzugt in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Pflege sowie Erneuerbare Energien. Ökologisches Bauen und Energiesparmaßnahmen sind weitere Schwerpunkte des Kreditgeschäfts. Bei kirchlichen Banken kommen Investitionen in gesonderte Geschäftsfelder hinzu.

Welche Unterschiede gibt es bei den Produkten?

Die Produktpalette unterscheidet sich in der Regel kaum von der konventioneller Geldhäuser. Man findet im Grunde alles, was bei anderen Banken auch angeboten wird – vom Tagesgeld übers Sparbuch bis zum Girokonto oder zum Teil auch Versicherungen.

Ethisch-ökologische Investmentfonds sind ebenfalls oft zu haben. Inzwischen gibt es auch nachhaltige börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Allerdings ist das Produktangebot bei manchen Banken mit Nachhaltigkeitsstandards begrenzt.

 

Verwendete Quellen:
  • Forum Nachhaltige Geldanlagen
  • Verbraucherzentrale Bremen
  • Stiftung Warentest
  • Natur-Aktien-Index
  • Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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