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So bekommt man die Medikamente ins Kind

t-online, cst

21.02.2012Lesedauer: 3 Min.
Kinder schlucken nicht gern Medizin.
Kinder schlucken nicht gern Medizin. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Einem kranken Kind Medikamente zu verabreichen kann für Eltern mitunter eine große Herausforderung darstellen. Nur selten lässt sich der Nachwuchs ein Zäpfchen oder bitteren Saft freiwillig verabreichen. Mund zu halten, um sich schlagen oder weglaufen sind gängige Verweigerungsstrategien. Lesen Sie hier, was Eltern tun können, damit die Kleinen dennoch die nötige Medizin zu sich nehmen.

Nina ist verzweifelt. Ihr vierjähriger Sohn Max kämpft nicht nur gegen seinen Infekt, sondern auch gegen seine Mutter. Mit Händen und Füßen wehrt er sich gegen ein fiebersenkendes Zäpfchen. Alle Versuche, ihn von der Notwendigkeit der Medizin zu überzeugen, sind fehlgeschlagen. Die Zeiten, in denen Nina ihren Sohn einfach festhalten konnte, um ihm das Zäpfchen einzuführen, sind vorbei. Entnervt gibt Nina schließlich auf und bietet Max das Fiebermittel als Saft an. Doch zu spät: Max ist so außer sich, dass er Nina den Löffel samt Saft wutentbrannt aus der Hand schlägt.

Keine langen Verhandlungen

"Kranken Kindern Medikamente zu geben, kann für Eltern in der Tat sehr schwierig werden", bestätigt Barbara Mühlfeld, Kinder- und Jugendärztin aus Bad Homburg gegenüber t-online.de. "Besonders im Trotzalter, also bei Kindern zwischen zwei und vier Jahren, kann es schnell zu Machtkämpfen kommen." Am besten sei es, keine langen Verhandlungen zu führen, sondern nur kurz zu erklären, dass jetzt ein Medikament nötig sei und dieses schnell und bestimmt zu verabreichen.

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"Wenn Eltern unsicher sind, spüren das die Kinder sofort"

Wichtig hierbei ist, dass man Autorität ausstrahlt. "Wenn Eltern unsicher sind, spüren das die Kinder sofort", so die Medizinerin. "Dann kann es hilfreich sein, sich klarzumachen, dass es um die Gesundheit des Kindes geht. Das stärkt die innere Entschlossenheit."

Gewalt ist tabu

Keinesfalls sollten Eltern ihren Kindern drohen oder gar Gewalt anwenden. Für den Fall, dass Kinder sich komplett verweigern, aber dringend auf Medikamente angewiesen sind, ist ein Besuch beim Kinderarzt der richtige Ausweg. "Oft wissen die Helferinnen beim Kinderarzt einen Trick, mit dem das Kind die Medizin dann doch einnimmt", rät Mühlfeld. Bei besonders schwierigen Fällen kann mitunter auch eine Einweisung ins Krankenhaus in Betracht kommen.

Ältere Kinder lassen sich überzeugen

In vielen Fällen hilft es auch, die undankbare Aufgabe an eine Person zu delegieren, die dem Kind nicht ganz so nahe steht wie die Mutter, zum Beispiel an den Vater oder die Oma. Ist die Trotzphase erst mal geschafft, wird es meist leichter, denn ältere Kinder sind seltener krank und lassen sich durch Erklärungen überzeugen.

"Das ist privat!"

Besonders heikel ist es für viele Eltern, Medikamente in den Penis oder die Scheide einzuführen. Einerseits sollen die Kinder angehalten werden, über ihren Körper selbst zu bestimmen - etwa, in dem sie lernen, dass bestimmte Köperteile "privat" sind und von niemandem gegen ihren Willen berührt werden sollen. Andererseits muss man sich als Eltern über den Willen des Kindes hinwegsetzen, wenn die Gesundheit in Gefahr ist. Wie löst man dieses Dilemma? "Man sollte den Kindern von Anfang an klar machen, dass für Mama und Papa eine Ausnahme gilt", rät Barbara Mühlfeld. Auf jeden Fall sollten Eltern, die sich mit der Medikamentengabe schwer tun, noch einmal mit dem Kinderarzt sprechen. Häufig lässt sich ein Medikament finden, das es Kindern und Eltern leichter macht. Im Falle einer Penis- oder Scheidenentzündung könne man zum Beispiel auch auf Sitzbäder ausweichen, so die Medizinerin.

Die Tricks der Profis

Tropfen und Säfte Die Kinder sollten sich in einer aufrechten Position befinden. Am besten verwendet man eine Spritze (ohne Nadel). Sie ermöglicht eine gute Dosierung. "Spritzt" man hinter die Backenzähne, umgeht man die Geschmackspapillen und die Kinder tun sich mit dem Schlucken leichter.
Augentropfen Das Kind sollte sich hinlegen und die Augen schließen. Die Tropfen gibt man in den Augeninnenwinkel und zieht dann das Unterlid herunter. Dadurch verteilen sich die Tropfen von selbst im Bindehautsack, wenn das Kind blinzelt. Laufen die Tropfen über die Wange, muss der Vorgang wiederholt werden.
Ohrentropfen Die Tropfen sollten nicht zu kalt sein. Das Fläschchen am besten in warmem Wasser erwärmen und vorsichtig ins Ohr einträufeln.
Zäpfchen Das Kind sollte auf dem Rücken liegen, die Beine leicht angewinkelt. Das Zäpfchen "flutscht" leichter, wenn man es in der Hand kurz erwärmt und mit Babycreme oder Vaseline bestreicht. Wenn die Kinder dagegen drücken ("Drück mal!"), gelingt das Einführen leichter.
Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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