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Energydrinks im Test: Extrakick mit Risiko

t-online, WDR 2 Quintessenz

19.06.2012Lesedauer: 3 Min.
Vor allem bei Jugendlichen sind Energydrinks wie "Red Bull" sehr beliebt.
Vor allem bei Jugendlichen sind Energydrinks wie "Red Bull" sehr beliebt. (Quelle: imago-images-bilder)
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Ob "Flying Power", "Sexergy", "Magic Man" oder "Red Bull" - schon die Namen von Energydrinks versprechen den ultimativen Kick: Durchtanzte Nächte ohne Müdigkeit, Höchstleistung im Sport. Vor allem für Teenager sind die Trend-Drinks fast schon ein Muss. Doch was steckt drin in diesen Dosen? "WDR 2 Quintessenz" hat zehn Energydrinks ins Labor geschickt und auf ihre wichtigsten Inhaltstoffe untersuchen lassen - hier finden Sie die Ergebnisse.

Dreimal so viel Koffein wie in Cola

Energydrinks sind nichts anderes als extrem süße Limonaden mit zum Teil exotischen Zusatzstoffen und sehr viel Koffein. Eine 250 Milliliter Dose kann bis zu 80 Milligramm Koffein enthalten. Das ist doppelt so viel wie in einer normal aufgebrühten Tasse Kaffee und fast dreimal soviel wie in einer vergleichbaren Menge Cola.

Alarmierend ist dieser Koffeingehalt in den Energydrinks erst einmal nicht. Kritisch kann es aber werden, wenn man an einem Abend gleich mehrere dieser koffeinhaltigen Mixturen trinkt. Dann kann es zu Herzrasen und Übelkeit kommen.

Darauf müssen die Hersteller hinweisen

Auf den erhöhten Koffeingehalt müssen die Hersteller schon jetzt per Gesetz hinweisen. Das gilt ab diesem Frühjahr auch für Energydrinks, die in Clubs und Discos offen im Glas serviert werden. Der WDR-Test zeigt: Einige Energydrink-Hersteller wollen rechtlich auf der ganz sicheren Seite sein und warnen Käufer außerdem mit dem Zusatz "nicht empfohlen für Kinder, Schwangere und koffeinempfindliche Personen". Dieser Hinweis ist erst ab 2014 gesetzlich vorgeschrieben.

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Nicht in Kombination mit Alkohol trinken

Bei ausgiebiger körperlicher Betätigung sollte man von Energydrinks die Finger lassen, warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Durch die aufputschende Wirkung der Drinks kann es zu Erschöpfungszuständen kommen, der Körper kann dehydrieren. Im Extremfall droht ein Kreislaufzusammenbruch.

Gefährlich kann es auch werden, wenn diese Aufputschdrinks mit Alkohol gemixt werden. Studien belegen, dass junge Leute, die Energydrinks mit Alkohol kombiniert konsumieren, denken, sie wären noch nüchtern und fit. Sie sind es aber nicht, ihre Reaktionszeiten sind häufig stark eingeschränkt. Diese Selbstüberschätzung ist besonders beim Autofahren gefährlich.

Leistungsfördernde Wirkung nicht nachgewiesen

Energydrinks sind exotische Mixturen aus allen möglichen Inhaltstoffen. Wie diese Mischungen im Körper wirken, weiß man nicht. Ein besonders bekannter Zusatzstoff ist Taurin, ein köpereigenes Eiweiß, das angeblich die Leistung steigern sein soll. Wissenschaftlich bewiesen ist das nicht. Wenig erforscht ist auch die Wirkung von Inosit. Das ist ein vitaminähnlicher Stoff, der die Fettverbrennung und die Gedächtnisleistung steigern soll. Auch für diese Werbeaussagen gibt es keine wissenschaftlichen Belege.

Verbraucherschützer kritisieren koffeinhaltigen Wirkstoff

Von den zehn Energydrinks in dem Test hatten drei Produkte außerdem den Wirkstoff Guarana in der Rezeptur. Guarana ist eine südamerikanische Pflanze, deren Früchte Koffein enthalten. Dieses Koffein wird im Körper langsamer freigesetzt als Koffein aus Kaffee und wirkt dadurch länger - auch das sehen Verbraucherschützer kritisch.

Süß und teuer

Zudem enthalten die Drinks im Durchschnitt zehn Prozent Zucker. Hochgerechnet stecken in einer Viertel-Liter-Dose zehn bis zwölf Zuckerwürfel - gesund und gut für die Figur ist das nicht. Lebensmittelrechtlich entsprechen die getesteten Produkte jedoch alle den gesetzlichen Anforderungen.

Dazu kommt, dass Energydrinks zum Teil extrem teuer sind. Marktführer Red Bull verlangt für einen Liter seines Getränks knapp sechs Euro. Genauso teuer ist die Edelmarke "Schwarze Dose". Bei den preiswerten Anbietern auf dem Markt ist ein Liter Energydrink für etwas mehr als einen Euro zu haben.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Wiebke Posmyk
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