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Verbrennungen: Hautpflege nach Brandverletzungen bei Kindern mindert Narben


Brandwunden
Hautpflege nach Verbrennungen bei Kindern mindert Narben

Von t-online
Aktualisiert am 07.12.2012Lesedauer: 3 Min.
Verbrennungen: Kinder müssen den richtigen Umgang mit Feuer lernen, denn Verbrennungen passieren schnell.Vergrößern des BildesFaszination Feuer: Kinder müssen den richtigen Umgang lernen, denn Verbrennungen passieren schnell. (Quelle: indsaco/imago-images-bilder)
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Je jünger Kinder bei einer Brandverletzung sind, desto dickere Narben bildet ihre Haut in der Folge. Hat sich ein Kind durch Feuer, Hitze oder kochendes Wasser tief verbrannt, neigt die dünne Kinderhaut zu überschießender Narbenbildung. Wie können Eltern, Ärzte und die kleinen Patienten selbst Narben vorbeugen, pflegen und behandeln? Das braucht Babyhaut nach Verbrennungen.

Brandwunden - großes Risiko für Kleinkinder

Am wichtigsten ist die Vorbeugung von Brandverletzungen, hier sind die Eltern gefragt. Die Gefahren für Babys und Kinder werden immer noch unterschätzt, oft ist die korrekte Erste Hilfe unbekannt. "Haben sich Kinder erst einmal verbrannt, steht ihnen meist ein langer Leidensweg bevor," sagt Professor Karin Rothe, Direktorin der Klinik für Kinderchirurgie an der Charité Berlin.

Verbrannte Haut vernarbt und wächst mit dem Kind nicht mit. Oberhauttransplantate retteten zwar oft das Leben von Schwerverletzten, aber sie machten bislang mehr als 70 Operationen bis ins Erwachsenenalter notwendig. Die Medizin hat inzwischen große Fortschritte gemacht, Verbrennungszentren sind genau darauf spezialisiert. Vollhautersatz aus dem Labor soll künftig dicke Narben vermeiden.

Zarte Kinderhaut - lebenslange Narben

Die Haut von Kindern unter fünf Jahren ist nur einen halben Millimeter dick. Das ist etwa ein Fünftel der Dicke der Haut von Erwachsenen. "Deshalb erleiden Kleinkinder auch viel schneller tiefere und schwerere Brandverletzungen als Personen anderer Altersgruppen", erklärt Rothe. Schon zehn Sekunden mit über 50 Grad heißer Flüssigkeit reichen aus, um kindliche Haut vollständig zu zerstören und eine Verbrühung dritten Grades zu verursachen. Lebenslange Narben sind die Folge.

So schlimm ist die Haut zerstört

Leichte und oberflächliche Verbrennungen - sogenannte Verbrennungen des Grades I und IIa - heilen folgenlos in kurzer Zeit ab. Man erkennt sie an einer Rötung und gegebenenfalls leichten Blasenbildung. Bei tiefgehenden Brandverletzungen - Grad IIb und III - sind die zur Wiederherstellung benötigten Gewebsschichten beschädigt oder zerstört. Die Haut kann sich nicht regenerieren und bildet als Ersatzgewebe Narben.

Hauttransplantationen ermöglichen und beschleunigen den Heilungsprozess, doch an den Grenzen zur unverletzten Haut entstehen auch hier Narben. Diese sind oft wulstig, erhaben, gerötet und jucken stark. "Das liegt daran, dass in der Wachstumsphase die Zellaktivität des kindlichen Organismus deutlich erhöht ist. Dies führt zu einer Überproduktion von Bindegewebe während der Wundheilung“, führt Rothe aus. "Manchmal bildet der Körper gar Wucherungen über die ursprünglichen Grenzen der Wunde hinaus, sogenannte Keloide."

Narben an Haut und Seele

Narben hinterlassen Spuren an Haut und Seele. Insbesondere sichtbare Narben führen zu Ausgrenzung und Schamgefühl bei den Kindern sowie zu körperlichen Funktionseinschränkungen. Denn Narben wachsen nicht mit, wenn das Kind größer wird. Sitzen sie beispielsweise über Gelenken, schränken sie die Beweglichkeit ein und behindern das Wachstum. Im schlimmsten Fall versteifen Gelenke.

"Solche narbenbedingten Versteifungen - Kontrakturen - müssen wir dann operieren und chirurgisch nachkorrigieren", berichtet die Expertin aus ihrem Klinikalltag und ergänzt: "Je jünger das Kind zum Verletzungszeitpunkt ist, desto mehr Operationen während der Wachstumsphase können nötig sein."

Frühe Narbenpflege ist wichtig

Doch Eltern und Kinder können dazu beitragen, dass es nicht so weit kommt. Frühe Narbenpflege verringert das Risiko von wulstigen - hypertrophen - Narben und Versteifungen. Dazu muss das neu gebildete Gewebe von Anfang an mit Übungen bewegt und gedehnt werden. Arzt und Physiotherapeut leiten Eltern und Patienten dabei an. Ausgiebige Narbenpflege hilft, das kosmetische Erscheinungsbild zu verbessern. Dazu gehören zum Beispiel tägliche Massagen und rückfettende Cremes.

"Dadurch richten sich die Kollagenfasern der Haut gleichmäßig aus, was zu weicheren und flacheren Narben führt", erklärt Rothe. Damit sich keine dicken Narben bilden, müssen die Patienten mit großflächigen Verletzungen außerdem über etwa zwei Jahre einen fest sitzenden Kompressionsanzug, der wie lange Unterwäsche aussieht, tragen. Zusätzlich können Silikonpflaster oder -gele die Narben weicher machen. Wichtig sei auch, die ehemals verbrannte Haut und das Narbengewebe mindestens sechs Monate vor Sonnenlicht zu schützen.

Oft hilft eine Schönheits-OP

Trotz aller Möglichkeiten von Hauttransplantationen, Hautersatz bis hin zu modernen Wundversorgungsprodukten lassen sich Narben bis heute nicht vollständig vermeiden, bedauert Rothe. "Das kosmetische Ergebnis lässt sich jedoch mit Narbenmassage, Spezialcremes und unter Umständen professioneller Nachoperation deutlich verbessern", sagt sie.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
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