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Neurodermitis bei Babys und Kindern: Erkennen und lindern


Ausschlag auf Babys Haut: Welche Krankheit dahintersteckt


Aktualisiert am 21.02.2024Lesedauer: 3 Min.
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Neurodermitis tritt oft im Kindesalter auf. Sie kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Vor allem der Juckreiz kann belastend sein,Vergrößern des Bildes
Neurodermitis tritt oft im Kindesalter auf. An welchen Körperstellen, hängt vom Alter, aber auch von individuellen Faktoren ab. (Quelle: leadenpork/Getty Images)

Juckreiz, Ekzeme und schuppige Haut. Neurodermitis ist für Kinder besonders belastend. Wie ausgeprägt sie ist und an welchen Körperstellen sie auftritt, variiert mit dem Alter.

Neurodermitis gehört zu den häufigsten chronischen Hauterkrankungen bei Kindern. In Deutschland sind 9,4 Prozent der Kinder bis 15 Jahre sowie jedes vierte Baby und Kleinkind betroffen. Die Krankheit verläuft in Schüben und kann sich im Laufe der Zeit auch wieder bessern. Je nach Lebensalter können sich die Symptome der Neurodermitis auch verändern. An welchen Körperstellen sich die Ekzeme bilden, ist altersbedingt unterschiedlich.

Was ist Neurodermitis?

Bei einer Neurodermitis (auch atopisches oder endogenes Ekzem sowie atopische Dermatitis) ist die natürliche Hautbarriere durch Entzündungsreaktionen in der Haut geschädigt. Dadurch kann die äußerste Schutzschicht der Haut, die Hornschicht, den Körper nicht ausreichend schützen. Dahinter steckt vermutlich eine erblich bedingte Störung des Immunsystems. Aber auch Umwelteinflüsse oder Allergien spielen eine Rolle, also Überempfindlichkeiten gegenüber bestimmten Stoffen.

Die Symptome treten in der Regel schubweise auf. Während dieser Schübe verstärken sich die Ekzeme und auch der Juckreiz. Die Haut ist an den betroffenen Stellen gerötet und kann von nässenden Bläschen bedeckt sein. Die Schwere der Schübe ist aber von Person zu Person unterschiedlich. Wenn die Erkrankung schon länger besteht, kann sich die Haut dort, wo die Ekzeme auftreten, dauerhaft verdicken.

Neurodermitis: Typische Stellen bei Babys, Kindern und Jugendlichen

An welchen Körperstellen die Hautentzündungen auftreten, hängt vom Alter ab. Bei Babys sind vor allem die Wangen und die Außenseiten der Arme und Beine betroffen – seltener zeigt sich eine Neurodermitis auf Rücken, Bauch und Brust. Die Ekzeme in dieser Altersgruppe sind meist nässend und bilden Bläschen. Später verkrusten sie und werden gelblich (Milchschorf).

Bei Kindern treten die Ekzeme vorwiegend an den Beugeseiten der Arme, den Schienbeinen, dem Nacken sowie den Rückseiten der Beine auf. In Einzelfällen kann aber auch das gesamte Gesicht betroffen sein. Die Ekzeme nässen meist nicht mehr so stark wie bei Säuglingen, sondern sind eher trocken.

In der Pubertät klingt die Neurodermitis häufig ab. Falls nicht, geht sie im Jugend- und Erwachsenenalter meist mit etwas anderen Symptomen einher als im Kindesalter: Die Ekzeme treten nun bevorzugt an den Handinnen- und Außenflächen, den Ellenbeugen und Innenseiten der Oberarme, dem Nacken, den Kniekehlen und den Füßen auf.

Neurodermitis: eine Herausforderung für Kinder und Eltern

Neurodermitis ist unangenehm und belastend. Oft sind die entzündlichen Stellen so trocken, dass sie aufreißen und Schmerzen bereiten. Das Jucken wiederum führt zu Kratzen, wodurch die Haut weiter geschädigt wird.

Säuglinge und Kinder mit einer schweren atopischen Dermatitis leiden meist unter Schlafstörungen, wodurch auch die Bettruhe der Eltern gestört wird. Tagsüber sind die jungen Patienten oft gereizt und unkonzentriert, was bei Schulkindern negative Auswirkungen auf ihre Leistungen in der Schule haben kann. Für die Familien bedeutet das eine Dauerbelastung, die schnell zu einer Überforderung werden kann.

Die Deutsche Allergie- und Hauthilfe rät betroffenen Eltern daher, Hilfsangebote anzunehmen, die auf Antrag auch von den Krankenkassen erstattet werden. Hierzu gehören beispielsweise Neurodermitisschulungen (AGNES, ARNE), die Fachwissen über die Erkrankung liefern, und Tipps für den Alltag mit jungen Neurodermitis-Patienten geben. Im Rahmen der Schulung lernt man auch, dass die richtige Ernährung den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen kann.

Nicht heilbar, aber gut behandelbar

Auch wenn eine Neurodermitis nach aktuellem wissenschaftlichen Stand nicht heilbar ist, lässt sich die Lebensqualität der jungen Patienten durch die richtige Behandlung deutlich verbessern. Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist die regelmäßige Hautpflege, die sogenannte Basistherapie, die sich aus Pflegesalben, Badeölen, Umschlägen und Hautschutzmaßnahmen zusammensetzt. Sie soll verhindern, dass die Haut zu sehr austrocknet. So können Krankheitsschübe abgemildert oder sogar verhindert werden.

Gut zu wissen

Kinder mit Neurodermitis sollten leichte und glatte Stoffe aus Naturfasern (Baumwolle, Seide, Leinen) tragen, die nicht zu eng am Körper anliegen. Auf Wolle sollte man besser verzichten. Neue Kinderkleidung sollte immer zuerst gewaschen werden. Wenn die Kinder auf Hausstaubmilben allergisch reagieren, ist es ratsam, antiallergische Bettwäsche zu verwenden.

Bei schweren Fällen kommen medikamentöse Therapien in Frage. Dabei können Kortison, Calcineurin-Hemmer, juckreizstillende Wirkstoffe, immununterdrückende Wirkstoffe oder im Fall einer bakteriellen Infektion auch Antibiotika zum Einsatz kommen.

Neben der medikamentösen Behandlung können weitere unterstützende Therapien wie die Lichttherapie (Phototherapie) oder eine Psychotherapie in Frage kommen.

Welche therapeutischen Maßnahmen ergriffen werden, hängt von vielen Faktoren ab und wird nach einem ausführlichen Gespräch zwischen Arzt und Eltern entschieden. Das Alter, die Beschwerden, der Schweregrad, der Verlauf und der Leidensdruck des Patienten spielen dabei eine wichtige Rolle.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
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