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Darum bringt die Pandemie Ihre innere Uhr durcheinander

Zeitlupe oder Zeitraffer  

Darum bringt die Pandemie Ihre innere Uhr durcheinander

14.07.2020, 11:06 Uhr | dpa

Darum bringt die Pandemie Ihre innere Uhr durcheinander. Uhrzeit: Ältere Menschen nehmen einen Zeitraum von zehn Jahren im Rückblick gewöhnlich kürzer wahr als jüngere Menschen. (Quelle: Getty Images/Zephyr18)

Uhrzeit: Ältere Menschen nehmen einen Zeitraum von zehn Jahren im Rückblick gewöhnlich kürzer wahr als jüngere Menschen. (Quelle: Zephyr18/Getty Images)

Seit der Krise ist kein Tag mehr wie zuvor. Für die einen vergingen die Monate wie im Flug, für die anderen waren sie endlos lang. Forscher haben nun die Wahrnehmung von Zeit während Corona untersucht. 

Viele Menschen haben den Lauf der Zeit während der ersten Corona-Welle anders wahrgenommen als sonst. Das geht aus einer in der Fachzeitschrift "PLOS ONE" veröffentlichten Studie britischer Wissenschaftler hervor. Ein Team der John-Moores-Universität in Liverpool befragte dafür rund 600 Menschen in Großbritannien zwischen dem 7. und 30. April in einer Online-Umfrage zu Zeitempfinden, Gemütszustand und persönlichen Umständen.

Mehrheit nahm die Zeit anders wahr als üblich

Mehr als 80 Prozent der Befragten gab an, die Zeit der Kontaktbeschränkungen sei für sie entweder schneller oder langsamer vergangen als sonst. Wer älter und unzufrieden mit dem Maß seiner sozialen Kontakte war, für den verging die Zeit häufig langsamer. Wer jünger und zufriedener war, verspürte eher eine Beschleunigung der Ereignisse.

Interessant ist dieses Ergebnis vor allem, weil frühere Studien zeigten, dass ältere Menschen einen Zeitraum von zehn Jahren im Rückblick gewöhnlich als kürzer wahrnehmen als jüngere Menschen.

Umstände beeinflussen Zeitempfinden

Der Psychologie-Professor Helmut Prior von der Goethe-Universität in Frankfurt am Main sieht darin keinen Widerspruch. Wer in der Zeit der Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen ein nur wenig ereignisreiches Leben hatte, habe einzelne Tage möglicherweise als quälend lang empfunden, so Prior. Später einmal im Rückblick könne sich das anders darstellen. "Wenn diejenigen, für die das über viele Wochen so lief, zurückschauen, haben sie fast das Gefühl, da war überhaupt keine Zeit", sagte der selbst nicht an der Studie beteiligte Wissenschaftler.

Für Menschen, die in der Krise stärker gefordert waren als vorher, beispielsweise Eltern und Beschäftigte in systemrelevanten Berufen, sei die Zeit im momentanen Empfinden offenbar schneller vergangen. Doch im Rückblick könne es sich für sie so anfühlen, als seien es beinahe Jahre gewesen, sagte Prior.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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