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Corona-Studie: Spätfolgen sind häufig Organschäden

Auch bei zuvor gesunden Erwachsenen  

Diese Corona-Spätfolgen treten am häufigsten auf

21.07.2021, 10:23 Uhr
Corona-Studie: Spätfolgen sind häufig Organschäden. Covid-19: Die Spätfolgen einer durchgemachten Infektion mit dem Coronavirus können auch ein halbes Jahr danach noch andauern. (Symbolbild) (Quelle: Getty Images/Nevena1987)

Covid-19: Die Spätfolgen einer durchgemachten Infektion mit dem Coronavirus können auch ein halbes Jahr danach noch andauern. (Symbolbild) (Quelle: Nevena1987/Getty Images)

Von Corona genesen, aber nicht gesund: Das Post-Covid-Syndrom kann Menschen aller Altersgruppen betreffen. Analysen zeigen nun, mit welchen Beschwerden die Betroffenen zu kämpfen haben.

Die große Mehrheit der Patienten, die eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben, werden wieder völlig gesund und erholen sich. Doch ein Teil von ihnen leidet auch noch Wochen und Monate danach unter den Folgesymptomen. Welche Beschwerden dies selbst für zuvor gesunde Menschen konkret sein können, haben Forscher nun analysiert.

Dazu werteten sie Studien zu Folgen und Spätkomplikationen von Covid-19 aus. Diese stammten aus medizinwissenschaftlichen Datenbanken wie Scopus, Pubmed und medRxiv. Berücksichtigt wurden Publikationen zu erwachsenen Corona-Patienten bis 50 Jahre mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion. Insgesamt 31 Studien konnten in die Analyse aufgenommen werden.

Was von Covid-19 bleibt: Die häufigsten Folgen der Infektion

Die Folgen der Infektion dauerten teils 14 Tage an, wurden aber auch für die Dauer von bis zu drei Monaten und darüber hinaus in den Studien beschrieben. Zu den häufigsten Beschwerden nach einer Corona-Infektion zählen:

  • andauernde Fatigue (Ermüdungssyndrom)
  • Atemlosigkeit
  • eingeschränkte Lungenfunktion und auffällige CT-Befunde (beispielsweise Lungenfibrose)
  • Hinweise auf Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
  • neurologische Symptome
  • psychiatrische Diagnosen
  • Abnahme der Lebensqualität
  • unvollständige Erholung von Geruchs- und Geschmackssinn

Eine Vielzahl von Organsystemen ist demnach mittel- und längerfristig von Covid-19 betroffen – auch nach der Genesung von der akuten Infektion.

Deutsche Forscher: Corona-Spätfolgen sind häufig Organschäden

Ein Forschungsprojekt der Universitätsklinik Ulm zu Corona-Spätfolgen hat bislang bei etwa jedem fünften seiner Patienten Organschäden festgestellt. "Wir hatten bislang rund 250 Patienten. 20 Prozent von ihnen haben Organschäden", sagte Dominik Buckert, betreuender Oberarzt der Spezialambulanz für Covid-Spätfolgen an Lunge, Herz und Gefäßen am Uniklinikum Ulm.

Die Spezialisten für innere Medizin beobachten vor allem Herzmuskelentzündungen und die Folgen davon. Dazu gehörten etwa Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen, so Buckert. "Bei der Lunge beobachten wir, dass sich das Lungengerüst verändert und so ein schlechterer Gasaustausch möglich ist." Atemnot sei die Folge.

Die meisten Menschen, die in die Sprechstunde kommen, sind demnach zwischen 40 und 50 Jahre alt. "Und eigentlich verhältnismäßig gesund, also ohne chronische Vorerkrankungen", so der Oberarzt. Die jüngsten der etwas mehr männlichen Patienten sind um die 20 Jahre alt.

US-Forscher: Corona verursacht Spätfolgen von Kopf bis Fuß

Eine weitere, im März veröffentlichte Studie von US-Wissenschaftlern hat ebenfalls untersucht, welche Folgeschäden das Coronavirus im Körper hinterlassen kann. Dazu wurden die Daten von 47.910 Corona-Patienten zwischen 17 und 87 Jahren ausgewertet.

Das Ergebnis: 80 Prozent der Patienten entwickelten mindestens ein Langzeitsymptom. Insgesamt fanden die Forscher 55 einzelne Auswirkungen, die beinahe von jedem Organ und jedem Körperteil ausgehen.

Die fünf häufigsten Symptome in dieser Studie waren:

  • Müdigkeit (Fatigue): 58 Prozent
  • Kopfschmerzen: 44 Prozent
  • Aufmerksamkeitsstörung: 27 Prozent
  • Haarausfall: 25 Prozent
  • Atembeschwerden und Atemnot: 24 Prozent

Die Studie zeigt das Ausmaß einer Covid-19-Erkrankung und macht den Forschern zufolge deutlich, wie wichtig eine umfassende Nachsorge nach einer Corona-Infektion ist. Nur so könnten mögliche Organschäden früh erkannt und behandelt werden.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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