Sie sind hier: Home > Gesundheit > Coronavirus >

Corona-Selbsttests: So vermeiden Sie typische Fehler

Lagerung, Anwendung, Ergebnis  

So vermeiden Sie typische Fehler bei Corona-Selbsttests

04.06.2021, 13:11 Uhr | dpa-tmn

Expertin klärt auf: Wie problematisch sind die neuen Corona-Selbsttests?

Streichen, tröpfeln, ablesen: So einfach stellt man sich den Ablauf beim Corona-Selbsttest vor. Doch was trivial klingt, birgt teils noch große Risiken. Eine Expertin klärt über fünf Nachteile der Laientests auf. (Quelle: t-online)

Corona-Schnelltests für zu Hause: Eine Expertin klärt im Video über die größten Nachteile der Laientests auf. (Quelle: t-online)


Sie sollen für zusätzliche Sicherheit sorgen – zum Beispiel vor Besuchen bei der Oma. Doch trotz klar formulierter Anleitungen bleibt bei den Selbsttests viel Raum für Fehler. Experten klären auf.

Mit frei erhältlichen Selbsttests kann sich jeder und jede daheim auf das Coronavirus testen. Doch auch wenn die beigelegte Beschreibung eigentlich keine Fragen offen lässt, gibt es bei der Anwendung der Antigen-Schnelltests aus Supermarkt, Drogerie oder Apotheke immer wieder Unsicherheiten. Welche typischen Anwendungsfehler es gibt – und wie man sie vermeidet:

Lagerung: Auf die Temperatur achten

Nicht zu kalt und nicht zu warm sollte der Karton mit einem Selbsttest in der Wohnung liegen. Also weder im Gefrierschrank noch in der prallen Sonne – Studien deuten darauf hin, dass solch eine Lagerung die Ergebnisse des Tests verfälschen kann. 

Nach Daten, die Jan Felix Drexler vom Institut für Virologie der Berliner Universitätsklinik mit Kollegen im "Journal of Clinical Virology" veröffentlicht hat, reichen dabei auch schon kurzzeitig niedrigere oder höhere Temperaturen aus.

Den Beipackzettel anschauen

"Sie können ganz normal bei Raumtemperatur aufbewahrt werden", empfiehlt HNO-Arzt Bernhard Junge-Hülsing aus Starnberg. Bei welchen Temperaturen der Karton mit dem Test gelagert werden darf, steht in der Regel auf der Verpackung oder zumindest im Beipackzettel.

Wichtig ist: Es gibt einen kleinen aber feinen Unterschied zwischen Lagertemperatur und Anwendungstemperatur. Zum Zeitpunkt der Anwendung sollten die Tests stets Raumtemperatur haben – wer sie also an einem kühleren Ort gelagert hat, sollte sie für eine gewisse Zeit auf der Arbeitsfläche liegen lassen und nicht sofort benutzen.

In der Regel empfehlen Hersteller eine Lagerung zwischen 5 und 30 Grad und eine Anwendung bei Raumtemperatur, üblicherweise zwischen 15 und 30 Grad, wie Drexler sagt.

Durchführung: Auf Sauberkeit achten

Hygiene ist elementar, um das Testergebnis nicht zu verfälschen. Darum sollte die Arbeitsfläche sauber sein und bevor man loslegt, wäscht man sich gründlich die Hände – unter anderem, weil man nach dem Rühren der Tupferspitze in der Pufferlösung einen Verschluss mit Ausguss auf das Röhrchen stecken muss.

Wer mehrere Personen, zum Beispiel sich und seine Kinder, testet, kann die Teströhrchen nicht alle in der Hand halten. Junge-Hülsings Tipp: Wäscheklammern verhindern das Umfallen. Die klemmt man unten an die Röhrchen. Dort sind sie quasi eine Stütze und sorgen dafür, dass die Röhrchen aufrechtstehen und man problemlos arbeiten kann.

Abstrich: beide Nasenlöcher benutzen

In aller Regel ist für den Selbsttest ein Nasenabstrich gefordert. Und zwar in beiden Löchern. Es reicht doch, den Tupfer in eines zu stecken, könnte man meinen – ein Trugschluss. "Dadurch bekommt man womöglich zu wenig Sekret an den Tupfer", sagt Junge-Hülsing. Der Tupfer gehört also in beide Löcher.

Manche Test-Anleitungen geben vor, dass man sich vor dem Abstrich seine Nase gründlich putzt. Die Idee dahinter: Durch das Schnäuzen sollen Sekret und damit mögliche Viren aus dem tiefer liegenden Nasen-Rachen-Raum weiter nach vorne gepustet werden.

Corona-Selbsttest: Hygiene ist elementar, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. (Quelle: Getty Images/EllenMoran)Corona-Selbsttest: Hygiene ist elementar, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. (Quelle: EllenMoran/Getty Images)

Junge-Hülsing ist skeptisch, ob der Test dadurch genauer wird, ob dadurch also wirklich mehr mögliche Viren an den Flimmerhärchen im vorderen Nasenbereich haften bleiben als beim normalen Ausatmen und dort vom Tupfer aufgenommen werden können. Er hält das vorherige Ausschnäuzen für eher keine gute Idee.

Auf genug Sekret achten

Einen Anhaltspunkt dafür, dass vergleichsweise wenig Sekret am Tupfer gelandet ist, liefert nach Angaben von Junge-Hülsing die Farbe des Kontrollstriches auf der Testkassette.

"Ist dessen Farbe nur sehr blass, spricht das für wenig Sekret." Dann steige das Risiko eines falsch-negatives Ergebnisses, so der Arzt. Also, dass der Test negativ ausfällt, obwohl man positiv ist.

Ansonsten gilt beim Umgang mit dem Tupfer: Vorsicht und Gefühl. Bei den Selbsttests muss der Tupfer nicht bis in den Übergang von Nase zu Rachen geschoben werden. Zwei bis vier Zentimeter tief ins Nasenloch, das genügt. Und zwar flach in Richtung Gehörgangsboden und nicht schräg nach oben – dabei drohen Verletzungen.

Ergebnis: Strich bei C muss vorhanden sein

Hier lauert nach Einschätzung des HNO-Mediziners die wohl größte Fehlerquelle. Viele halten nämlich einen Strich bei C für ein positives Ergebnis. Dabei steht C nicht für Corona, sondern für Control, also Kontrolle. "Wenn bei C kein Strich ist, ist der Test nicht verwertbar." Das T steht für Test – das ist die relevante Stelle für die Frage, ob man positiv oder negativ ist.

Konkret bedeutet das: Sind bei C und T Striche zu sehen, ist der Test positiv ausgefallen. Ist nur bei C ein Strich zu sehen, ist der Test negativ. Ist nur bei T ein Strich zu sehen, ist er ungültig – das gilt auch, wenn gar kein Strich erscheint.

Und was fängt man mit dem Ergebnis an? "In dem Moment, wo der Test positiv ist, ist Sense", so formuliert es Junge-Hülsing. Was er damit meint: Ab dann sollte man Kontakte meiden und sich umgehend bei einem Arzt oder einer Ärztin oder in einem Testzentrum um einen genaueren PCR-Test bemühen, um das Ergebnis des Selbsttests zu bestätigen.

Negatives Ergebnis könnte auch falsch sein

Ein negativer Selbsttest wiederum ist kein Freibrief. Nicht nur aufgrund möglicher Anwendungsfehler bietet er keine Garantie, dass man nicht doch positiv und ansteckend ist. Experten wie der Virologe Christian Drosten weisen darauf hin, dass die Tests gerade am Anfang der Infektion oft noch negativ ausfallen – obwohl man womöglich bereits genug Viren in sich trägt, um andere anzustecken.

Man tut also gut daran, die Hygieneregeln auch bei negativem Selbsttest-Ergebnis weiterhin einzuhalten. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Gesundheit > Coronavirus

shopping-portal