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Vergleich der mRNA-Vakzine Moderna und Biontech: Welcher Impfstoff schützt besser?

Vergleich der mRNA-Vakzine  

Schützt dieser Impfstoff besser vor Corona?

Von Christiane Braunsdorf

02.09.2021, 11:54 Uhr
Vergleich der mRNA-Vakzine Moderna und Biontech: Welcher Impfstoff schützt besser?. Corona-Impfung: Ist ein mRNA-Impfstoff klar im Vorteil? (Quelle: Getty Images/ zoranm/ E+)

Corona-Impfung: Ist ein mRNA-Impfstoff klar im Vorteil? (Quelle: zoranm/ E+/Getty Images)

Belgische Wissenschaftler untersuchten das Antikörperlevel von Menschen nach Impfungen mit Moderna und Biontech. Bei einem der beiden mRNA-Impfstoffe fanden sie deutlich mehr Abwehrstoffe.

Die mRNA-Impfstoffe gelten als die Stars in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Mit Abstand am meisten wird in Deutschland das Vakzin von Biontech/Pfizer verimpft. Doch eine neue Studie kommt nun zu dem Schluss: Eine höhere Schutzwirkung könnte Moderna aufweisen.

Untersucht wurde das Antikörperlevel von mehr als 1.600 Mitarbeitern im belgischen Gesundheitssystem. Dabei fanden die Forscher heraus: Mit Moderna Geimpfte hatten zwei Monate nach ihrer zweiten Impfdosis doppelt so hohe Antikörpertiter im Vergleich zu den mit Biontech Immunisierten. 

Dieser Unterschied bestand auch bei Genesenen, die geimpft wurden und auch über verschiedene Altersgruppen hinweg. Die Immunantwort von Moderna war immer deutlich besser. 

Biontech zu gering dosiert?

Eine mögliche Erklärung der Forscher: Die Dosis könnte den Ausschlag geben. Werden bei Moderna 100 Mikrogramm RNA verimpft, sind es bei Biontech nur etwa ein Drittel davon (30 Mikrogramm).

Auch die Intervalle zwischen der Erst- und Zweitimpfung könnten eine Rolle spielen. Bei Moderna gilt ein Abstand von mindestens vier Wochen, bei Biontech kann die Zweitimpfung schon nach drei Wochen erfolgen. 

Doch die Anzahl der Antikörper allein ist kein ausreichender Indikator für den Immunschutz. So erklärte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, Ende Juni in einer Bürgersprechstunde des Bundesgesundheitsministeriums: "Die Vorstellung ist: Man weist Antikörper im Blut nach und dann weiß man anhand der Menge der Antikörper, jemand ist besser oder weniger gut geschützt. Aber dieses Wissen ist einfach nicht da. Das heißt, es kann Menschen geben, die haben Antikörper im Blut, aber die schützen gar nicht und es gibt andere, da weist man gar keine Antikörper nach, aber sie sind trotzdem geschützt."

Antikörperlevel nicht allein ausschlaggebend

"Es kann einem noch niemand sagen, ab welchem Wert man wirklich immun ist", erklärte der Immunologe Professor Carsten Watzl der dpa. "Das kann man bei anderen Viren, so weit sind wir beim Coronavirus aber noch nicht."

Um künftige Infektionen zu verhindern, spielen auch andere Faktoren eine Rolle, wie die Antwort der T-Zellen auf das Virus. Diese wurden in der belgischen Studie nicht berücksichtigt. Zudem ist die Studie durch die Probandenauswahl (Krankenhausmitarbeiter) nur eingeschränkt auf die Gesamtbevölkerung übertragbar: Mehr als drei Viertel der Studienteilnehmer waren Frauen.

Weniger Impfdurchbrüche mit Moderna?

Bereits Mitte August war eine US-amerikanische Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Impfung mit Moderna zu weniger Impfdurchbrüchen führt als die Biontech-Impfung. Im Bundesstaat Minnesota wurden zwischen Januar und Juli an Zehntausenden Menschen PCR-Tests durchgeführt.

Im Juli zeigte sich ein Abfall des Infektionsschutzes bei beiden Vakzinen. Moderna reduzierte das Infektionsrisiko demnach nur noch zu 76 Prozent. Biontech senkte das Infektionsrisiko der Geimpften offenbar nur noch um 42 Prozent – also um weniger als die Hälfte.

"Bemerkenswert ist, dass der Anteil der Delta-Variante in Minnesota zwischen Mai und Juli von 0,7 Prozent auf über 70 Prozent angestiegen ist", schreibt das Forscherteam. Es erscheine naheliegend, dass die Virusvariante für den Abfall des Infektionsschutzes verantwortlich ist und das Mittel von Biontech/Pfizer gegen diese Form des Virus womöglich eine geringere Wirksamkeit hat. Die Studie ist bislang nur als Preprint erschienen. 

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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