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So entsteht mehr Raum im Kinderzimmer

Von dpa
Aktualisiert am 17.08.2020Lesedauer: 3 Min.
Wird das untere Drittel der Wand farblich anders gestaltet, lassen sich RĂ€ume optisch etwas vergrĂ¶ĂŸern.
Wird das untere Drittel der Wand farblich anders gestaltet, lassen sich RĂ€ume optisch etwas vergrĂ¶ĂŸern. (Quelle: Alpina/DIY Academy/dpa-tmn./dpa)
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Köln/DĂŒsseldorf (dpa/tmn) - Das Kinderzimmer soll RĂŒckzugsort und Spielparadies sein. Damit dies gelingt, sollten Eltern besonders in kleinen RĂ€umen viel Stauraum schaffen und die GrundflĂ€che mit Licht und Farbe optisch vergrĂ¶ĂŸern. Zwei Einrichtungsprofis geben Tipps fĂŒr Möbel und WĂ€nde.

Helle Farben öffnen, Streifenmuster strecken

Weiß ist der Klassiker unter den Wandfarben, im Kinderzimmer wirkt ein weißer Anstrich aber hĂ€ufig etwas kĂŒhl. "Besser sind helle, freundliche Farben wie zum Beispiel Pastelltöne", sagt Mareike Hermann von der DIY Academy in Köln. "Sie öffnen kleine RĂ€ume optisch, schaffen Weite und lassen WĂ€nde zurĂŒcktreten", so die Heimwerker-Expertin.

UnterstĂŒtzen kann man den Effekt, indem ein fĂŒnf bis zehn Zentimeter breiter Streifen unter der Decke weiß gelassen wird. "Der Raum wirkt damit gleichzeitig höher", sagt sie. Möglich ist auch, die Fußleiste im Farbton der WĂ€nde zu streichen. Das nehme das GefĂŒhl der Enge weg, so Hermann.

Zum optischen Strecken hat sie noch weitere Ideen: So scheint ein Raum lĂ€nger, wenn die kurzen SeitenwĂ€nde in einem etwas dunkleren Farbton als die lĂ€ngeren gestrichen werden. Als Alternative schlĂ€gt sie vor, das untere Drittel der SeitenwĂ€nde farbig zu streichen. Vertikale oder horizontale Streifenmuster wĂŒrden ebenfalls helfen, die WĂ€nde in die Höhe oder Breite zu verlĂ€ngern.

Struktur mit Farbe und Licht schaffen

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"Kleine Zimmer lassen sich auch strukturieren, indem man einen Bereich zum Schlafen, Spielen und Lernen farblich absetzt", sagt Hermann. Ein Teppich zur Begrenzung kann dabei genauso helfen wie verschiedene Lichtquellen.

Nur ein zentrales Deckenlicht zu verwenden sei wenig förderlich. Es kann den Raum in der Mitte zusammenziehen. "Am Bett oder in die Kuschelecke gehört ein indirektes Licht, gern auch mit Dimmer", erklÀrt sie. Auch Deckenfluter oder Wandleuchten, die das Licht gut verteilen, seien geeignet, weil sie den Raum optisch höher wirken lassen.

Das beste Licht fĂŒr kleine Zimmer bleibt laut der Expertin aber Tageslicht. "Deshalb so viel wie möglich reinlassen", rĂ€t Hermann. An hellen, lichtdurchfluteten Fenstern könne der Schreibtisch stehen oder der Spielbereich liegen.

"FĂŒr kleine Kinderzimmer bieten sich zudem Spiegel auf WĂ€nden oder SchrĂ€nken an, da sie den Raum optisch vergrĂ¶ĂŸern", sagt Christine Scharrenbroch, Pressesprecherin im Verband der Deutschen Möbelindustrie. Umso grĂ¶ĂŸer der Spiegel, desto stĂ€rker sei der Effekt. Sie empfiehlt eine Breite von 50 bis 100 Zentimetern und eine Höhe von 1,50 Meter. Möbel passend zur Raumform

Standort und Art der Kinderzimmermöbel sind abhĂ€ngig von der Form des Raumes. "Bei einem quadratischen Zimmer sollte das Bett hinter der TĂŒr platziert werden. Wenn man in den Raum reinkommt, wirkt das Zimmer nicht so vollgestellt", rĂ€t Scharrenbroch. Zudem werde der Platz hinter der TĂŒr oftmals als gemĂŒtlich und geschĂŒtzt empfunden.

FĂŒr eine quadratische BodenflĂ€che bieten sich EckkleiderschrĂ€nke an. "Der Vorteil besteht darin, dass die FlĂ€che, die der Schrank beansprucht, auf zwei WĂ€nde aufgeteilt werden kann und nicht eine Wand komplett zugestellt wird", sagt sie.

Ein schlauchförmiger Raum sollte durch breite Möbel nicht unnötig in die LĂ€nge gezogen werden. Besser man stellt das Bett an eine der beiden kurzen WĂ€nde, lautet ihr Tipp. Sind im Kinderzimmer DachschrĂ€gen vorhanden, empfiehlt sie maßgeschneiderte SchrĂ€nke, die den vorhandenen Platz voll ausnutzen, oder niedrige Kommoden zu verwenden.

Hochbetten erst im Vorschulalter

Mehr vom Kinderzimmer haben die Kleinen, wenn ein Hochbett aufgebaut wird. "Darunter entsteht StellflĂ€che fĂŒr einen Schreibtisch plus Regal oder Raum fĂŒr eine Spielecke oder Kuschelhöhle", sagt Möbel-Kennerin Scharrenbroch. Hochbetten gibt es in unterschiedlichen Höhen ab etwa einem Meter. "Wenn ein Schreibtisch darunter passen soll, sollte das Bett etwa 1,80 Meter hoch sein", erklĂ€rt sie.

Bei herkömmlichen oder leicht erhöhten Betten sollte an integrierte Schubladen oder Rollcontainer gedacht werden, die unter das Bett geschoben werden können.

Wichtig: Hochbetten sind erst fĂŒr Kinder ab fĂŒnf oder sechs Jahren geeignet, weil sie erst dann die Höhe und das damit verbundene Risiko begreifen. Darauf weist die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit fĂŒr Kinder hin.

"Bei Kindermöbeln sollte auch darauf geachtet werden, dass ein GS-Zeichen fĂŒr GeprĂŒfte Sicherheit vorhanden ist, das den Eltern die Sicherheit gibt, dass alle Normen eingehalten wurden", rĂ€t Scharrenbroch.

Viel Stauraum fĂŒr Spielsachen

Kleine Zimmer sollten möglichst aufgerĂ€umt sein. "Dabei helfen auch verschiedene Stauraumlösungen wie zum Beispiel BĂŒcherboards oder Regale mit beschrifteten Spielzeugkisten an der Wand, Netze fĂŒr die Kuscheltiere unter der Decke sowie Haken und Garderobenleisten am Eingang", sagt Hermann.

Kleine Hocker oder BÀnke können Stauraum unter der SitzflÀche bieten. SchrÀnke und Regale sollten möglichst bis unter die Decke geplant werden. Ganz oben können Dinge lagern, die das Kind nicht tÀglich braucht.

Damit das Ordnunghalten nicht so schwerfĂ€llt, empfiehlt Scharrenbroch Spieltruhen und Regalkisten auf Rollen. "Diese können auch jĂŒngere Kinder eigenstĂ€ndig bewegen und so beim AufrĂ€umen mithelfen."

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