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Trinkwasser abkochen: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Richtig handeln in Notsituationen  

Trinkwasser abkochen: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

16.07.2021, 12:31 Uhr | dpa, t-online, ron

Trinkwasser abkochen: Diese Fehler sollten Sie vermeiden. Trinkwasser: Die Behörden empfehlen für einige Regionen Deutschlands, das Leitungswasser abzukochen. (Symbolbild) (Quelle: dpa/Patrick Pleul/zb)

Trinkwasser: Die Behörden empfehlen für einige Regionen Deutschlands, das Leitungswasser abzukochen. (Symbolbild) (Quelle: Patrick Pleul/zb/dpa)

Wegen des Hochwassers sollen Menschen ihr Trinkwasser abkochen. Aber welche Landesteile sind genau betroffen? An welche Behörden kann man sich wenden? Und was sollte man beachten?

Durch das Hochwasser in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz kommt es momentan zu Problemen mit der Trinkwasserversorgung. Entweder es fließt überhaupt kein Leitungswasser mehr oder es besteht die Gefahr, dass es verschmutzt und somit gesundheitsgefährdend ist. Lesen Sie hier alle wichtigen Fragen rund um Trinkwasser.

Welche Regionen sind besonders betroffen?

Zum Beispiel wurden Anwohner in mehreren Städten im Ruhrgebiet aufgefordert, ihr Trinkwasser abzukochen. "Es ist mit gravierenden Geschmacks- und Geruchsveränderungen zu rechnen", teilte die Stadt Mühlheim an der Ruhr am Donnerstag mit. Betroffen seien die Versorgung von Mülheim an der Ruhr (ohne Mintard), Ratingen-Breitscheid und Teile von Oberhausen und Bottrop.

Der Grund: Durch das Hochwasser sei das Uferfiltrat von Flusswasser beeinträchtigt worden, hieß es in der Mitteilung. Die Wasserwerksgesellschaft desinfiziere das Wasser daher mit Ozon, UV-Licht und Chlor "in extrem hoher Konzentration".

Andere Städte wie Eschweiler melden, dass die Trinkwasser- und Stromversorgung komplett ausgefallen ist. Nach Angaben der Sprecherin der Städteregion vom Donnerstag ist infolge des Starkregens eine Trinkwasserleitung gebrochen, die die Innenstadt versorgt. Die Einwohner wurden aufgerufen, auf unnötigen Wasserverbrauch durch Duschen oder Toilettenspülungen verzichten.

Bereits am Mittwoch wurden rund 150.000 Menschen in Mittelfranken aufgerufen, ab sofort vor dem Trinken ihr Leitungswasser abzukochen. Aufgrund der anhaltenden Niederschläge und Überschwemmungen habe es in vermutlich bei zwei Brunnen Grenzüberschreitungen bei E. coli-Bakterien gegeben, teilte der Wasserversorger Reckenberg-Gruppe mit. Das Darmbakterium finde sich in Fäkalien und könne Durchfall und Übelkeit verursachen. Betroffen sind Gebiete in den Landkreisen Weißenburg-Gunzenhausen, Ansbach und Roth.

Jegliche Panik sei unbegründet, teilte der Wasserversorger mit. Die beiden Brunnen seien vom Netz genommen worden und würden gespült. Im Wasserwerk Wassermungenau würde das Trinkwasser desinfiziert. Bis auf weiteres gilt aber noch das Abkochgebot. "Wir hoffen, das in wenigen Tagen wieder in den Griff zu bekommen", sagte ein Sprecher der Reckenberg-Gruppe.

Wo erfährt man, ob man Trinkwasser abkochen muss?

Das zuständige Gesundheitsamt ist für die Wasserqualität verantwortlich und ordnet an, ob und ab beziehungsweise bis wann Trink- beziehungsweise Leitungswasser abgekocht werden muss. Die Behörde informiert auch, welche Wasserversorger (Stadtwerke, Gemeinden) betroffen sind. Eine sogenannte Abkochanordnung oder ein Abkochgebot hat zum Beispiel das Gesundheitsamt Ansbach für Teile des Landkreises Ansbach erlassen.

Unser Tipp
Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihre Stadt oder Gemeinde zu den Regionen zählt, kontaktieren Sie Ihr zuständiges Gesundheitsamt oder fragen Sie bei Ihrem Wasserversorger nach. Informationen erhalten Sie zum Teil auch auf den Internet- oder Social-Media-Seiten der Gemeinden.

Wasser abkochen: Was muss man beachten?

Kochen Sie das Leitungswasser einmal sprudelnd auf. Dann sollten Sie es langsam für mindestens zehn Minuten abkühlen lassen. Danach können Sie das abgekochte Trinkwasser zum Zubereiten von Essen (auch Säuglingsnahrung) oder zum Waschen von Obst, Salat oder Gemüse verwenden.

Kann man abgekochtes Wasser für später aufbewahren?

Sie können das abgekochte Wasser auch auf Vorrat kochen. Es sollte danach aber in einem abgeschlossenen Behältnis, zum Beispiel Trinkwasserkanister oder verschließbaren PET- oder Glasflaschen, aufbewahrt werden – am besten kühl. Eine Aufbewahrungszeit von nur einem Tag ist ratsam.

Info
Oft bleibt Restwasser im Wasserkocher übrig. Viele kippen es weg. Lesen Sie hier, ob das nötig ist.

Muss man Wasser für die Kaffeemaschine abkochen?

Nein, weil das Wasser in der Maschine beim Kaffeezubereiten automatisch auf eine sehr hohe Gradzahl erhitzt wird.

Info
Das betrifft nur Kaffeemaschinen, die das Wasser auf mindestens 82 Grad Celsius erhitzen. Nur in diesem Fall ist davon auszugehen, dass mögliche Keime zuverlässig abgetötet werden.

Kann man sich mit dem Wasser waschen?

Ja, Sie können sich mit dem Leitungswasser bedenkenlos waschen, duschen oder baden. Achten Sie aber darauf, dass es nicht in den Mund (Nicht schlucken, sondern ausspucken!) oder in offene Wunden (Wasserundurchlässiges Pflaster verwenden!) gelangt. Zum Zähneputzen empfiehlt sich allerdings abgekochtes Wasser oder stilles Mineralwasser aus der Flasche.

Wie erhitzt man Wasser, wenn der Strom ausgefallen ist?

In Katastrophenlagen fällt manchmal auch der Strom aus. Das Abkochen von Wasser mit dem Wasserkocher oder im Topf auf dem Elektroherd ist dann nicht möglich. Was tun? Diese Möglichkeiten gibt es bei Stromausfall:

  • Gasherd oder Holzofen: Hier können Sie das Wasser im Topf abkochen. Wichtig: Oft werden bei Katastrophen auch Gasleitungen beschädigt. Informieren Sie sich im Vorfeld, ob das Bedienen des Gasherds ungefährlich ist, zum Beispiel beim jeweiligen Gasversorger. 
  • Teelichtofen: Hier stellen Sie mehrere Teelichter in eine runde Tonschüssel mit Löchern. Am Boden der Schüssel steht ein Stövchen, auf den ein Topf gestellt werden kann. Dann muss nur noch der Tondeckel drauf. Bis das Wasser kocht, dauert es allerdings. Aber probieren können Sie es.
  • Mobiler Gaskocher: Wenn Sie gern campen oder an Festivals teilnehmen, haben Sie vielleicht einen kleinen Gaskocher zu Hause. Hier dauert das Erhitzen von Wasser etwa drei bis zehn Minuten.
Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Südwestpresse: "So könnt ihr ohne Strom und Wasser kochen"
  • Pressemitteilung des Landratsamtes Ansbach
  • Infranken: "Wasserverunreinigung: 150.000 Menschen betroffen – Gesundheitsamt weitet Abkochanordnung aus"
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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