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Halloween 2019: Ursprung, Bedeutung und Bräuche des Gruselfestes

Von den Kelten nach Deutschland  

Warum Halloween auch ein christliches Fest ist

31.10.2019, 21:21 Uhr | ji, jb, t-online.de

Halloween: Woher kommt der beliebte Brauch?

"Süßes oder Saures", ausgehöhlte Kürbisse und schaurige Verkleidungen: Halloween wird auch in Deutschland immer beliebter. Doch woher kommt der Brauch eigentlich? (Quelle: dpa)

Schaurig-schöner Brauch: Warum feiern wir eigentlich Halloween und wie kam das Gruselfest nach Deutschland? (Quelle: dpa)


Am 31. Oktober wird von vielen Deutschen Halloween gefeiert, der Reformationstag gerät zunehmend in den Hintergrund. Doch was viele nicht wissen: Auch Halloween hat christliche Bezüge.

Für viele ist Halloween ein Tag des Kommerz – jährlich werden mit Halloween-Artikeln über 160 Millionen Euro Umsatz gemacht. Die Zeit vor Halloween wird daher von vielen Branchen als Zusatzgeschäft vor dem Weihnachtsgeschäft genutzt.

Doch die Tradition, den Abend vor Allerheiligen den Schleier zwischen den Lebenden und den Toten zu heben, ist bei den Kelten verankert – und wurde auch stark durch die katholische Kirche geprägt.

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Halloween Ursprung: Die Bräuche von Samhain

Halloween hat einen irischen Ursprung und geht auf eines der vier großen keltischen Feste zurück: Samhain. Samhain bedeutet so viel wie das "Ende des Sommers" und wurde beginnend am Vorabend des 1. Novembers als Oíche Shamhna gefeiert. Die Kelten glaubten, dass an diesem Abend die Tore zur Unterwelt offen stehen.

Die Toten sollen an Oíche Shamhna wieder auf der Erde wandeln, um ihre Verwandten zu besuchen. Die Kelten hießen die Verstorbenen mit Süßigkeiten und Lichtern willkommen. Andere jedoch fürchteten, dass sich die Toten an ihnen rächen wollten und verkleideten sich daher totenähnlich und unheimlich, um böse Geister abzuwehren.

Das Fest wurde vor allem auf den katholisch geprägten Teilen der britischen Inseln gefeiert. Die Gebiete, in denen die anglikanische Kirche eine größere Stellung hatte, zelebrierten an diesem Tag die Reformation.

Was hat Halloween mit dem katholischen Feiertag Allerheiligen zu tun?

Nach Amerika kam Halloween erst im 19. Jahrhundert mit den irischen Auswanderern, die ihre Bräuche mitbrachten und pflegten. Die Traditionen von der Kürbislaterne und den Süßigkeiten haben sich bis heute durchgesetzt. Der Begriff Halloween geht auf "All Hallows Eve" – der Abend vor Allerheiligen – zurück.

Am kirchlichen Feiertag Allerheiligen, dem 1. November, wird den Verstorbenen gedacht. Einen Tag danach, am 2. November, ist Allerseelen. Dieser Feiertag ist sowohl den Verstorbenen als auch ihren Seelen gewidmet. 

Brauch des geschnitzten Kürbisses: Jack O'Lantern und der Teufel

Am Tag vor Allerheiligen begann auch die Geschichte, als der Teufel wieder einmal auf der Suche nach neuen Seelen war. In einer Kneipe traf er den irischen Hufschmied und Trunkenbold Jack Oldfield, um ihn zu holen. Dieser bot dem Teufel seine Seele im Austausch für einen letzten Drink. Luzifer hatte nichts dagegen, ihm den letzten Drink zu spendieren. Da der Teufel kein Geld dabei hatte, verwandelte er sich selbst in eine Münze. Statt jedoch damit zu bezahlen, legte Jack die Münze zusammen mit einem Silberkreuz in seinen Geldbeutel. Luzifer war gefangen und konnte sich nicht mehr zurückverwandeln.

Deal mit dem Teufel

In einem Handel schlug er dann dem Satan vor, ihn freizulassen, wenn er ihn zehn Jahre lang nicht mehr belästigt. Der Handel wurde vollbracht. Nach zehn Jahren kehrte der Teufel in die Kneipe zurück, wo er abermals auf Jack traf. Erneut bat Jack um einen letzten Gefallen: Er wünschte sich einen frisch gepflückten Apfel als Henkersmahlzeit. Als Luzifer den Apfel für Jack pflücken wollte, ritzte Jack ein Kreuz in den Apfelbaum und der Dämon war erneut gefangen. Jack bot ihm also an, das Kreuz zu entfernen, wenn er ihn für alle Ewigkeit in Frieden lasse. Der Teufel hatte keine andere Wahl als zuzustimmen.

Als Jack eines Tages als alter Mann starb, wollte ihn im Himmel keiner, da er im Leben ein feiger Trunkenbold gewesen war. Und der Teufel wollte ihn auch nicht in der Hölle aufnehmen. Jack erhielt vom Teufel lediglich ein Stück Kohle, das ihm als Licht diente, um auf ewig zwischen den Welten zu wandern. Dieses legte Jack in eine ausgehöhlte Rübe, welche er als Laterne nutzte. So hat er bis heute ein Licht, das ihn auf seiner ewigen Reise begleitet.

Halloween-Kürbis als Jack O'Lanter wird zum Brauch

Was früher die Rübe war, ist heute der Kürbis. Da es in Amerika nur wenige Rüben gab, haben die ausgewanderten Iren stattdessen Kürbisse genutzt. So entstand der Brauch mit den Kürbissen. In Anlehnung an die Rübenlaterne von Jack O’Lantern werden Halloween-Kürbisse ausgehöhlt, mit Kerzen bestückt und vor Allerheiligen aufgestellt.

Die gruseligen Fratzen werden auf der Terrasse oder vor der Haustür aufgestellt, um böse Geister und Dämonen zu verjagen. Außerdem wurden oft kleine Geschenke oder Süßigkeiten dazugelegt, um die bösen Geister freundlich zu stimmen.

Halloween-Spruch soll Kindern Süßigkeiten bringen

Die ganzen Bräuche rund um Halloween nutzten Kinder, um sich zu verkleiden und die Rollen der bösen Geister zu mimen. Sie ziehen dann von Haus zu Haus, um "Trick or Treat" ("Süßes, sonst gibt's Saures") zu verkünden. Wenn der Hausherr keine Süßigkeiten rausrückt, spielen die kleinen Geister ihm eben einen Streich. Es gibt aber auch noch andere Sprüche, die Sie an diesem Tag sagen können. 

Wie der Brauch nach Deutschland kam

Das Halloween-Fest war bis in die Neunzigerjahre in Deutschland im Grunde völlig unbekannt. Erst durch den zweiten Golfkrieg 1991 wurde das Fest auch hier bekannt – nicht aus Solidarität mit den USA, sondern aus ökonomischen Gründen. In vielen Städten wurden damals aus Pietätsgründen die Karnevalsumzüge abgesagt und die Kostümhersteller blieben auf ihrer Ware sitzen. Als Ersatz machten die Firmen durch geschickte Medienarbeit Halloween populär. Natürlich sprangen nach und nach auch weitere Branchen, wie die Süßigkeitenindustrie, auf diesen Zug auf und brachten spezielle Halloween-Produkte auf den Markt. Dennoch ist Halloween in Deutschland kein Feiertag.


Die Universität Dortmund stellt in einer Studie die These auf, dass Halloween in Deutschland sogar amerikanischer gefeiert wird als in den USA. Demnach wird Halloween in Deutschland dunkler und gespenstischer inszeniert als in den USA.

Halloween-Fest: Deko, Kostüme und viele Streiche

Heutzutage ist Halloween sehr kommerziell geprägt. Die Umsätze mit Halloween Artikeln liegen bei über 160 Millionen Euro jährlich. Die Zeit vor Halloween wird also von vielen Branchen als Zusatzgeschäft vor dem Weihnachtsgeschäft genutzt.

Vor allem die Halloween Kostüme und die Halloween-Dekorationen werden immer ausgefeilter: riesige Masken, abgeschnittene Gliedmaßen, aus denen Blut spritzt oder aufwendige Lichtershows sind aktuell wichtige Accessoires, um die Verkleidung aufzupeppen. Besonders beliebt sind auch berühmt Characktere aus Film und Fernsehen, wie etwa Halrey Quinn und der Joker aus "Batman", Stephen Kings Horror-Clown Pennywise oder die Räuber aus "Haus des Geldes".

Damit Sie durch ein ganz besonderes Kostüm alle Blicke auf sich ziehen, sollten Sie am besten Ihr Kostüm selbst basteln. Inspiration können Sie sich leicht in den sozialen Netzwerken holen. 

Bei den Streichen sollten Sie darauf achten, dass nicht alle erlaubt sind. Sie können Ihnen teilweise richtig Ärger einbringen. Mit einfachen Knallfröschen, Nebel, gruseliger Lachen, rote Lebensmittelfarbe oder auswaschbares Kunstblut an Wänden und Gängen können Sie klingelnde Kinder leicht erschrecken.

Von Jahr zu Jahr findet Halloween hierzulande mehr Anhänger. Sie sollten also lieber Süßes zu Hause haben – sonst gibt's Saures!

Verwendete Quellen:
  • visitirland.de
  • Eigene Recherche

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