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Blackout: Katastrophenschutz gibt Tipps, wie sie den Stromausfall meistern


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Katastrophenschutz: Auf lange Stromausfälle vorbereitet sein

Von dpa, jb

Aktualisiert am 06.11.2022Lesedauer: 6 Min.
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Ausgelöschte Kerze (Symbolfoto): Bei einem Blackout fehlt nicht nur das Licht. (Quelle: IMAGO/Christian Ohde)
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Ein Blackout kann sich über Tage ziehen und die komplette zivile Infrastruktur lahmlegen. Experten nennen sinnvolle Maßnahmen zur heimischen Notversorgung.

Das Wichtigste im Überblick


  • Wasser hat oberste Priorität
  • Heizen ohne Strom
  • Lichtquellen
  • Bargeld
  • Lebensmittel
  • Akku- oder batteriebetriebene Geräte
  • Medizinische Hilfe und Notfallregister
  • Kontakt mit Familie und Freunden

Bei einem Blackout handelt es sich um keinen normalen Stromausfall. Nicht nur der Strom ist weg, sondern auch das Wasser. Geschäfte bleiben geschlossen und viele Menschen sind auf sich allein gestellt. Aber Robert Schmitt, Präsident des Medizinischen Katastrophen-Hilfswerks Deutschland (MHW), ist überzeugt: "Hätten wir eine vorbereitete Bevölkerung, könnten wir ohne Probleme auch einen Stromausfall von einer Woche durchstehen."

Wasser hat oberste Priorität

800 Berliner Wohnungen ohne Wasser wegen Rohrbruch
Ein Tropfen Wasser kommt aus einem Wasserhahn: Für die Wasserversorgung wird Energie benötigt. (Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/dpa-bilder)

"Das Gute ist, auch bei einem Stromausfall kann es noch eine Weile eine Wasserversorgung geben. Wie lange, das hängt vom Grunddruck im Leitungssystem ab", sagt Michalowski, Katastrophenschützer im Landesdienst Berlin des Arbeiter-Samariter-Bundes. Gerade in höheren Etagen oder auf dem Land, wo die Wasserzuleitung an den Strom gebunden ist, kann die Wasserversorgung allerdings auch direkt ausfallen.

Sein Tipp lautet daher: Wenn man den Stromausfall bemerkt, als Erstes die Badewanne oder mehrere Eimer mit Wasser füllen. "Und es macht Sinn, ein paar Flaschen Trinkwasser auf Vorrat zu Hause zu haben." Idealerweise in Glasflaschen, da sie länger haltbar sind als Kunststoffflaschen.

Vorrat einrichten

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, 20 Liter Flüssigkeit pro Person für zehn Tage (Wasser und Säfte) vorrätig zu haben. Darunter auch fünf Liter Wasser, die zum Kochen vorgesehen sind, also 0,5 Liter pro Tag.

Gesammeltes Regenwasser eignet sich vor allem als Brauchwasser. Denn wenn es über Dachflächen gelaufen ist, kann es Schwermetalle, Bakterien und Krankheitserreger enthalten. Folglich muss das Regenwasser zur Nutzung als Trinkwasser aufbereitet werden. Sie sollten es auffangen, abkochen, filtern und mit Tabletten aus dem Outdoor-Bedarf behandeln. Dann kann es auch als Trinkwasser verwendet werden.

Toilette spülen

Das Brauchwasser in der Badewanne oder den Eimern ist auch Spülwasser für die Toilette. Ebenso können Sie auch das Wasser, welches Sie zur Körperreinigung, zum Abwasch oder Kochen verwendet haben (für Nudeln) verwenden. Wichtig ist, im Katastrophenfall die Kanalisation nicht allzu stark zu belasten. Denn alles, was nicht leicht weggespült werden kann, kann die Rohre verstopfen.

Ist das Brauchwasser aufgebraucht oder funktioniert diese händische Art der Spülung nicht (mehr), empfehlen beide Katastrophenhelfer, kleine Windel-, Hygiene- oder Hundekotbeutel zur Entsorgung. Sie unterbinden Gerüche. Wer einen Garten hat, kann natürlich auch eine Art Plumpsklo improvisieren – das sollte aber in den ersten Tagen nicht nötig sein. Wie eine Notfalltoilette aussieht, erfahren Sie in diesem Artikel.

Heizen ohne Strom

Die meisten Heizungen brauchen Strom. Wer darauf verzichten muss, sollte mit warmer Kleidung und Decken in einen einzigen Raum gehen und die Türen geschlossen halten. So kann die Restwärme nicht entweichen. Denken Sie auch daran, Ihre Fenster mithilfe von Vorhängen, Jalousien oder Rollos zu dämmen. Dann kann die Kälte von außen nicht hineindringen und die Wärme bleibt länger im Raum erhalten.

Katastrophenhelfer Schmitt rät, darin ein Zelt aufzustellen, Schlafsäcke und Decken reinzulegen.

Vorsicht bei selbstgebauten Öfen

Eine Person wärmt sich an einem selbstgebauten Teelichtofen: Lassen Sie Kerzen nicht unbeaufsichtigt.
Teelichtofen: Viele Modelle sind gefährlich und nicht effizient. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)

Die Nutzung von selbstgebauten Öfen in geschlossenen Räumen, etwa den derzeit beliebten Teelichtöfen, ist gefährlich. "Erstens ist die Wärmeleitung nicht so gut", so Boris Michalowski. Zweitens drohen sogenannte Wachsbrände mit unkontrollierbar entstehenden hohen Flammen, wenn sich die Wärme staut.

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Auch der Grill, eine Feuerschale und andere selbstgebaute Behelfs- oder Outdoorheizungen sind im Wohnraum lebensgefährlich. Das Schornsteinfegerhandwerk und die Feuerwehren warnen vor einer Anreicherung von Abgasen, fehlendem Sauerstoff und Kohlenmonoxidkonzentration – es besteht akute Vergiftungsgefahr.

Dasselbe gilt auch beim Betrieb von Kaminen und Heizöfen. Sie sollten daher ein CO₂-Messgerät parat haben.

Lichtquellen

Der Lichtstrahl einer Taschenlampe: Wir stellen die besten Modelle im Vergleich vor
Der Lichtstrahl einer Taschenlampe: Denken Sie auch an Batterien für die Taschenlampen. (Quelle: Wako Megumi/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Egal, welche Lichtquellen im Haus verfügbar sind: Sie sollten stets griffbereit sein. Sämtliche Personen eines Haushaltes sollten die Orte kennen, an denen diese liegen.

Folgende Beleuchtungen sind im Falle eines Blackouts sinnvoll:

  • batteriebetriebene Taschenlampen inklusive Ersatzgeräte und Ersatzbatterien
  • kurbelbetriebene Taschenlampen
  • Camping- oder Outdoorlampen
  • Petroleumlaternen inklusive Brennstoff
  • Stirnlampen
  • Kerzen

Vorsichtsmaßnahmen bei offenen Flammen

Laut MHW seien Stirnlampen besonders nützlich, weil dadurch die Hände frei blieben. Wer nicht auf Kerzen verzichten will, solle diese in Laternen aufstellen. Das schütze vor Bränden durch umgefallene Kerzen. Wichtig ist zudem, Kerzen auf nicht brennbare Flächen zu stellen und stets einen Feuerlöscher oder eine Feuerdecke parat zu haben.

Durch die Nutzung von Kerzen und Benzinlampen verschlechtert sich die Luftqualität beträchtlich. Regelmäßiges Lüften ist notwendig. Selbst, wenn dadurch die Wärme etwas entweicht.

Bargeld

Wenn Sie noch vom Laden nebenan ein bisschen was kaufen können, braucht es Bargeld im Portemonnaie. Denn die Geldautomaten funktionieren vielleicht auch nicht mehr.

Das BBK rät zu einem Vorrat nach den individuellen Möglichkeiten – im besten Fall aber für zehn Tage. Doch schon ein Vorrat für drei bis vier Tage sei in vielen Situationen ausreichend.

"Der Vorrat kommt natürlich auf das Schadensszenario an. Bei zehn Tagen reden wir schon von einer komplett zerstörten Infrastruktur. Hier kann es dauern, bis Hilfe eintrifft", erklärt Michalowski. Der erfahrene Katastrophenhelfer rät, zumindest so weit vorzusorgen, dass man für zwei bis vier Tage eigenständig auskommt.

Lebensmittel

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Speisekammer mit Konservendosen und Einmachgläsern: Lebensmittel sollten lange haltbar sein. (Quelle: imago stock&people via www.imago-images.de)

Es lohnt sich, Nahrung im Haus zu haben, die kalt zubereitet und gegessen werden kann. Vor allem für Babys und Kleinkinder sind solche Lebensmittel eine wichtige Energiequelle.
"Es ist ganz wichtig, dass Sie nicht in den Supermarkt müssen. Denn der hat bei einem langen Stromausfall nun mal nicht geöffnet", so Schmitt.

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Genialer Trick spart beim Kochen Energie

Kochen

Zum Kochen warmer Speisen eignen sich Gaskocher – ob es nun der große Gasgrill für Balkon und Terrasse ist oder das kleine Camping-Modell für einen einzigen Topf. Wichtig ist, dass Sie diesen nur im Außenbereich anwenden. Wenn im Innenbereich, dann mit geöffnetem Fenster.

Ein Holzkohlegrill hat im Wohnraum nichts zu suchen – auch nicht, wenn die Fenster geöffnet sind. Von ihm geht eine hohe Brandgefahr aus. Zudem kann es schnell zu einer Kohlenmonoxid-Vergiftung kommen.

Akku- oder batteriebetriebene Geräte

Ein bisschen was geht noch mit Strom: Etwa Musik vom Smartphone oder tragbaren Lautsprechern, das Filme schauen auf dem Notebook. Aber dafür müssen die Akkus der Geräte immer gut geladen sein. Halten Sie außerdem Ihre Powerbanks gefüllt – das sind Batterien zum Aufladen von kleinen Elektrogeräten wie Smartphones oder Tablets.

Besser ist es, sich anderweitig zu beschäftigen. Es kann sinnvoller sein, den Smartphone-Akku zu schonen, da Sie im Notfall gegebenenfalls noch die Taschenlampenfunktion oder die Fotofunktion nutzen müssen.

Informationen über Radio einholen

Richtige Entscheidungen können nur mit sicheren Informationen gemacht werden. Folgende Informationen sind wichtig:

  • Wie groß ist das Gebiet, das der Stromausfall umfasst?
  • Wie lange könnte der Stromausfall noch andauern?

Im Fall eines Stromausfalls wird auch das Internet weitestgehend nicht mehr funktionieren. Auch das Telefonieren fällt flach. Wer sich informieren möchte, sollte daher auf batteriebetriebene Radios oder Kurbel- beziehungsweise Solarradios setzen. Geräte mit USB-Anschluss können mittels einer Powerbank aufgeladen werden.

Medizinische Hilfe und Notfallregister

Betroffene eines Blackouts sollten, so Michalowski, außerdem die sogenannten Katastrophenschutz-Leuchttürme ihres Wohnortes aufsuchen. In der Regel sind das Rathäuser und andere öffentliche Stellen, die über Este-Hilfe-Leistungen und eine Notstromversorgung verfügen.

Wer ein strombetriebenes Beatmungsgerät benötigt, ohne einen Aufzug seine Wohnung nicht verlassen kann oder andere Einschränkungen hat, kann sich in einem neuen Notfallregister anmelden. Die örtlich zuständigen Leitstellen von Feuerwehr und Rettungsdiensten bieten die Möglichkeit, bedarfsgerecht zu helfen.

Hilfsbedürftige oder deren Pfleger können sich online unter diesem Link eintragen: www.notfallregister.eu. Das sollte jedoch vorab geschehen. Denn durch den Blackout funktioniert, wie beschrieben, auch das Internet nicht mehr.

Darüber hinaus sollte man immer etwas Vorrat von den benötigten Medikamenten im Haushalt haben.

Kontakt mit Familie und Freunden

Ein plötzlicher Stromausfall kann Familienmitglieder an unterschiedlichen Orten treffen. Hier gilt es, Ruhe zu bewahren.

"Machen Sie Treffpunkte aus, gerade mit den Kindern. Etwa dass alle nach Hause kommen und man nicht anfängt, sich gegenseitig zu suchen", rät Schmitt. "Oder dass man sich am Bahnhof trifft. Einer muss vielleicht zwei Stunden nach Hause laufen, wenn die Bahnen nicht mehr fahren – also sagt man, zu jeder vollen Stunde trifft man sich dort und dort."

Außerdem sollte man bedenken: Die Türklingel funktioniert nicht mehr. Was im Einfamilienhaus kein Problem darstellt, ist im fünften Stock eines Mehrfamilienhauses ein Problem. Absprachen können hier helfen, etwa, dass jemand alle halbe Stunde unten die Haustür aufmacht.

Nach Möglichkeit trifft man auch Vereinbarungen mit Freunden oder Verwandten in anderen Städten. Dann kann man sich im Notfall gegenseitig Unterschlupf bieten. Denn vielleicht fließt der Strom schon einen Ort weiter problemlos.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Flyer
  • Eigene Recherche
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  • Jennifer Buchholz
Von Jennifer Buchholz
DeutschlandLebensmittelStromausfall

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