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Zu Hause Strom sparen: In Lockdown-Zeiten den Stromverbrauch reduzieren

Haushaltsgeräte im Blick  

So können Sie in Lockdown-Zeiten Strom sparen

08.04.2021, 13:40 Uhr | dpa-tmn

Zu Hause Strom sparen: In Lockdown-Zeiten den Stromverbrauch reduzieren. Stromverbrauch zu Hause: Wer derzeit viel im Homeoffice arbeitet, spart sich einige Kaffees zum Mitnehmen – umso öfter läuft die Kaffeemaschine. (Quelle: Getty Images/igoriss)

Stromverbrauch zu Hause: Wer derzeit viel im Homeoffice arbeitet, spart sich einige Kaffees zum Mitnehmen – umso öfter läuft die Kaffeemaschine. (Quelle: igoriss/Getty Images)

Wer in der Corona-Krise viel Zeit zu Hause verbringt, verbraucht mehr Strom. Es gibt Möglichkeiten, diesen einzusparen – und nicht immer ist dafür erst mal die Investition in neue Geräte nötig.

In jedem Haushalt gibt es Stromfresser, die uns das Geld aus der Tasche ziehen. Manche sind offensichtlich, andere sind versteckte Nimmersatte. Wer letztere entdeckt, kann viel sparen – und das häufig, ohne auf Komfort verzichten zu müssen.

Was sind die größten Stromverbraucher?

"Es sind nicht unbedingt der Kühlschrank oder die Waschmaschine, die den meisten Strom verbrauchen", berichtet Martin Brandis vom Energieteam der Verbraucherzentrale. "Das war in der Vergangenheit oft der Fall und trifft heute noch in Haushalten zu, die weiterhin ältere Geräte nutzen." Neuere Geräte sind energieeffizient.

Um ein Gefühl für den Verbrauch zu bekommen, ein paar Zahlen: Für Informationstechnik gehen laut Branchenstatistiken (2019) 27 Prozent des Stromverbrauchs drauf. Es folgen Kühl- und Gefriergeräte mit 17 Prozent, Waschen und Trocknen mit 13 Prozent, Kochen mit elf Prozent.

Welche Geräte hat man oft nicht im Blick beim Stromverbrauch?

"In den Haushalten gibt es immer mehr Elektronik, die ständig läuft", sagt Brandis. WLAN-Router etwa – sie zwischendurch auszuschalten, ist für die meisten keine Option. "Aber man kann beim Router nicht benötigte Funktionen ständig oder zeitweise ausschalten", rät Brandis. "Das lohnt sich durchaus, denn ein Router mit zwölf Watt Dauerleistung verbraucht beispielsweise im Jahr etwa 105 Kilowattstunden." Sparsame Kühlschränke benötigen weniger.

Auch Ladegeräte von Smartphones sind Stromfresser, wenn sie dauerhaft in der Steckdose sind. Tom Raulien von der Deutschen Energie-Agentur (Dena) erklärt: "Ihr Stromverbrauch ist unter anderem daran erkennbar, dass sie warm werden. Hier empfiehlt es sich, konsequent den Stecker zu ziehen oder eine Mehrfachsteckdose mit Ein- und Ausschalter zu nutzen."

Und da ist in manchen Haushalten das eigentlich schon entsorgte alte Elektrogerät, das aber immer noch an der Steckdose hängt. Der Klassiker: Das alte Kühlgerät im Keller, "das für eine Party aktiviert und dann nie wieder ausgeschaltet wurde", sagt Claudia Oberascher von der Initiative Hausgeräte+.

Wie kann man im Haushalt Strom sparen?

In Zeiten von Homeoffice und Kontaktbeschränkungen laufen Haushaltsgeräte vermutlich häufiger. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz gibt Stromspartipps:

Kaffeemaschine nach Gebrauch abschalten

Die Kaffeemaschine sollte man direkt nach dem Brühen abschalten. Ist das Gerät programmierbar, kann man eine kurze Betriebszeit einstellen. Denn um den Kaffee warm zu halten, muss die Maschine im Stand-by-Modus bleiben, und das verbraucht viel Strom. Also besser die Maschine abschalten und den Kaffee in einer Thermoskanne warm halten, raten die Experten.

Stromsparendes Programm für die Spülmaschine

Die Geschirrspülmaschine sollte man voll beladen und im Sparprogramm laufen lassen. Auch wenn dieses Programm meist länger läuft, verbraucht es bis zu 30 Prozent weniger Strom.

Wäsche einfach mal aufhängen

Der Wäschetrockner verbraucht umso mehr Energie, je nasser die Kleidung ist und je trockener sie werden soll. Manche Trockner können sich automatisch abstellen, wenn der eingestellte Feuchtegrad der Wäsche erreicht ist. Sie sind besonders effizient. Wer seine Wäsche zum Trocknen aber einfach aufhängt, kann sich die Dienste des Wäschetrockners – und damit den Strom – ganz sparen.

Sind smarte Haushaltsgeräte stromsparend?

Sowohl als auch. Smarte Haushaltsgeräte benötigen einerseits aufgrund der umfangreicheren IT wie Modem oder WLAN-Verstärker zusätzlichen Strom, erklärt Tom Raulien. "Andererseits bieten Smart-Home-Geräte verschiedene Optionen, um im Haushalt Strom zu sparen."

Laut einer Studie des Öko-Instituts im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW steigt der Stromverbrauch für smarte Geräte je nach Komfort und Sicherheitsausstattung um drei bis maximal 19 Prozent an. Zugleich lassen sich zwischen neun Prozent Heizenergie in der Wohnung und 14 Prozent im Haus einsparen.

Wie kann man den Stromverbrauch meiner Geräte messen?

Es gibt Strommessgeräte zum Leihen, etwa bei einigen Stromanbietern und den Verbraucherzentralen (Angebot kann coronabedingt eingeschränkt sein). Das Messgerät wird eine Zeit lang zwischen Steckdose und Elektrogerät gesteckt, wobei das nicht bei eingebauten Geräten wie Kühlschrank oder Ofen möglich ist. Auch in den Bedienungsanleitungen steht, wie viel Strom verbraucht wird.

Wann ist es Zeit für einen Gerätetausch?

"Früher galt die Faustregel, dass Kühlschränke, Waschmaschinen und Co. etwa zehn Jahre nach der Anschaffung ausgetauscht werden sollten", sagt Claudia Oberascher. Denn es waren in der Zwischenzeit viel effizientere Geräte entwickelt worden, sodass sich die Neuanschaffung schnell amortisiert hat. "Das ist heute anders, die Entwicklungsschritte sind nicht mehr so groß. Ein Gerät, das vor zehn Jahren sparsam war, ist es heute auch noch."

In manchen Produktgruppen aber hat sich zuletzt noch viel getan: Bei Wäschetrocknern kann der Austausch sinnvoll sein, weil sich eine neue Technik etabliert hat, sagt Brandis. "Mit der Wärmepumpentechnik lässt sich der Stromverbrauch gegenüber den bisherigen Abluft- oder Kondenstrocknern mehr als halbieren."

Beim Kauf neuer Geräte sollten Verbraucher auf das Energielabel achten – die beste Effizienzklasse bei Wäschetrocknern und Geschirrspülmaschinen ist derzeit A+++, raten Experten der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn

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