Sie sind hier: Home > Heim & Garten > Garten > Gartenlexikon >

Steingarten anlegen: Die richtigen Pflanzen – Tipps zur Pflege

Klassiker, Zwiebelblumen, Gehölze  

Steingarten: Diese Pflanzen sind am besten geeignet

25.10.2020, 21:34 Uhr | IP, t-online, ron

Steingarten anlegen: Die richtigen Pflanzen – Tipps zur Pflege. Steingarten: Blühende Grasnelken wachsen neben Hauswurzsorten. (Quelle: imago images/Harald Lange)

Steingarten: Blühende Grasnelken wachsen neben Hauswurzsorten. (Quelle: Harald Lange/imago images)

Er bringt ein kleines Stück Gebirge aufs Grundstück: der alpine Steingarten. Zudem trotzt er der Klimakrise, weil seine Pflanzen Trockenheit und Hitze meist gut vertragen. Diese Pflanzen eignen sich am besten.

Um es vorwegzunehmen: Ein Steingarten ist nicht mit einem sogenannten Schottergarten zu verwechseln. Letzterer besteht hauptsächlich aus Kies und Steinplatten. Pflanzen wachsen dort – wenn überhaupt – nur sporadisch. Zudem finden dort Vögel und Insekten keine Nahrung.

Was ist ein Steingarten?

Ein klassisch angelegter Steingarten ahmt hingegen naturgetreu alpine Landstücke nach. Fertig angelegt sieht er so aus, als hätten Pflanzen und Blumen die umliegenden Felsen und Geröllstücke "zurückerobert". Hinzu kommt, dass ein alpiner Steingarten insekten- sowie tierfreundlich ist – und Bienen, Schmetterlinge und Co. magisch anzieht.

Steingarten anlegen: Standort, Erde, Steine

Den Ort eines Steingartens sollten Sie dort wählen, wo eine natürliche Steigung vorhanden ist. Auch der Übergang zu einer erhöhten Terrasse oder Laube eignet sich für einen kleinen Gebirgsgarten. Alternativ können Sie eine Hanglandschaft auch künstlich schaffen, indem Sie Erde aufschütten.

Dabei sollte der Boden kalkhaltig und sandig sein, damit er den Ansprüchen der meisten Steingartenpflanzen genügt. Tipp: Ein integrierter Bachlauf wirkt harmonisch und unterstreicht die Natürlichkeit eines Gebirgsgartens.

Bei der Auswahl der Steine eignen sich Findlinge in verschiedenen Größen besser als viele kleine Steine. Wenn Sie die größeren Steine setzen, sollten diese etwas ins Erdreich eingelassen werden. Das gibt ihnen einen besseren Halt im Boden. Und: Das dazwischen liegende Erdreich sollte den Pflanzen genug Platz bieten.

Pflanzen: Welche Kriterien sind wichtig?

Wenn Sie die passenden Pflanzen für einen Steingarten suchen, hängt die Auswahl vor allem von drei Faktoren ab:

  • Standort
    Auch wenn die meisten Steingartenpflanzen Hitze und Trockenheit gut vertragen, mögen einige die pralle Sonne besonders. Andere gedeihen besser im Schatten oder Halbschatten. Wichtig ist zudem der pH-Wert des Bodens. Er spielt für das gesunde Wachstum eine große Rolle.
  • Blühzeiträume
    Viele Steingartenpflanzen blühen im Frühjahr. Damit Sie für einen ganzjährigen Blütenflor sorgen, variieren Sie zeitig blühende Pflanzen mit Sommer- und Herbstblühern. So bietet der Steingarten im Wechsel der Jahreszeiten ein abwechslungsreiches Bild.
  • Farbkombination
    Neben dem Blühzeitraum ist auch die Farbpalette der Pflanzen beim Anlegen eines Steingartens wichtig. Neben immergrünen Arten sollten Sie bedenken, dass bei Blühpflanzen verschiedene Farben kombiniert werden sollten, zum Beispiel: weiß mit rot, gelb mit blau, violett mit weiß. Sonst wirkt der Steingarten farblich schnell eintönig und langweilig.

Klassische Steingartenpflanzen

Die Auswahl an Pflanzen für den alpinen Steingarten ist groß. Und doch gibt es sogenannte Klassiker, die besonders bei Hobbygärtnern beliebt sind:

  • Enzian (Gentiana)
    Die krautige Gebirgspflanze blüht von Mai bis Oktober je nach Sorte in vielen Blautönen, aber auch in weißen oder gelben Farbtönen. Der Enzian bevorzugt kalkhaltige Böden und mag es halbschattig bis sonnig.

    Enzian (Gentiana): Sein Markenzeichen sind tiefblaue, trompetenförmige Blüten. (Quelle: imago images/YAY Images)Enzian (Gentiana): Sein Markenzeichen sind tiefblaue, trompetenförmige Blüten. (Quelle: YAY Images/imago images)
  • Alpen-Edelweiß (Leontopodium nivale)
    Für das bekannte Alpengewächs ist ein heller, sonniger Standort in kalkhaltigem, sandig-lehmigen Boden ideal. Zudem macht dem Edelweiß Kälte nichts aus. Es verträgt Temperaturen bis minus 20 Grad.

    Alpen-Edelweiß (Leontopodium nivale): Es ist die bekannteste Alpenblume. (Quelle: imago images/Manfred Ruckszio)Alpen-Edelweiß (Leontopodium nivale): Es ist die bekannteste Alpenblume. (Quelle: Manfred Ruckszio/imago images)
  • Veilchen (Viola)
    Es ist eines der ersten Frühlingsboten: das Veilchen. Und bevorzugt halbschattige Lagen. Der Boden sollte lehmig und nährstoffreich sein. Es ist zudem vorteilhaft, wenn der Standort im Sommer weder zu heiß noch zu trocken wird.

    Veilchen (Viola): Es gehört zum Frühjahr wie Schneeglöckchen, Krokus und Narzisse. (Quelle: imago images/YAY Images)Veilchen (Viola): Es gehört zum Frühjahr wie Schneeglöckchen, Krokus und Narzisse. (Quelle: YAY Images/imago images)
  • Fetthenne (Sedum)
    Die kriechend wachsenden, anspruuchslosen Sorten der Fetthenne lassen sich gut als Grundinventar für den Steingarten verwenden, zum Beispiel Weiße Fetthenne (Sedum album), Gold-Fetthenne (Sedum floriferum) oder Milder Mauerpfeffer (Sedum sexangulare).

    Weiße Fetthenne (Sedum album): Sie ist auch als Weißer Mauerpfeffer bekannt. (Quelle: imago images/blickwinkel)Weiße Fetthenne (Sedum album): Sie ist auch als Weißer Mauerpfeffer bekannt. (Quelle: blickwinkel/imago images)
  • Blaukissen (Aubrieta)
    Es mag einen sonnigen Standort: Je mehr Licht das Blaukissen bekommt, desto mehr Blüten bildet es von März bis Mai aus. Der Boden sollte kalkhaltig und wasserdurchlässig sein. Blaukissen bildet dekorative Polster um die Steine herum und verdeckt diese zum Teil.

    Blaukissen (Aubrieta): Es ist ein hervorragender Bodendecker. (Quelle: imago images/Manfred Ruckszio)Blaukissen (Aubrieta): Es ist ein hervorragender Bodendecker. (Quelle: Manfred Ruckszio/imago images)
  • Echter Lavendel (Lavandula angustifolia)
    Die duftende Staude braucht einen sehr sonnigen Standort, am besten Südseite. Und er sollte windgeschützt sein. Für den Steingarten eignen sich kleinwüchsigere Sorten des Lavendels.

    Echter Lavendel (Lavandula angustifolia): Der Kleine Perlmuttfalter (Issoria lathonia) labt sich an der Blüte. (Quelle: imago images/Andreas Neumeier)Echter Lavendel (Lavandula angustifolia): Der Kleine Perlmuttfalter (Issoria lathonia) labt sich an der Blüte. (Quelle: Andreas Neumeier/imago images)
  • Zwergglockenblume (Campanula cochleariifolia)
    Sie bildet ein dichtes Blütenpolster in Weiß, Blau oder Dunkellila aus. Am besten verträgt die Zwergglockenblume einen leicht sand- und kalkhaltigen Erdboden und nur mäßig Sonne.

    Zwergglockenblume (Campanula cochleariifolia): Sie wird fünf bis 15 Zentimeter groß. (Quelle: imago images/blickwinkel)Zwergglockenblume (Campanula cochleariifolia): Sie wird fünf bis 15 Zentimeter groß. (Quelle: blickwinkel/imago images)
  • Echter Thymian (Thymus vulgaris)
    Er schmeckt nicht nur gut, sondern passt auch in einen Steingarten. Der Echte Thymian blüht meist rosa bis violettblau im Juni und Juli, manche Sorten auch noch im August.

Beliebte Zwiebelblumen für Steingärten

Noch bevor manch klassische Steingartenpflanze blüht, präsentieren sich im zeitigen Frühjahr bereits die Zwiebelblumen. Das Gute an ihnen: Sie vermehren sich selbst und verwildern mit der Zeit. So kann sich ein harmonischer und naturnaher Steingarten entfalten. Das sind die beliebtesten:

  • Schneeglöckchen (Galanthus)
    Es mag einen lockeren, feuchten und humusreichen Boden. Auch im Sommer sollte das Erdreich nicht völlig austrocknen. Zwiebeln von Schneeglöckchen werden am besten Ende September in die Erde gesetzt.

    Schneeglöckchen (Galanthus): Hierzulande ist das Gemeine Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) heimisch. (Quelle: imago images/alimdi)Schneeglöckchen (Galanthus): Hierzulande ist das Gemeine Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) heimisch. (Quelle: alimdi/imago images)
  • Winterling (Eranthis hyemalis)
    Er zählt zu den absoluten Frühblühern. Die Blütezeit des Winterlings beginnt bereits im Februar, wenn im Garten noch Schnee liegt. Der Boden sollte humusreich und gleichmäßig feucht sein.

    Kleiner Winterling (Eranthis hyemalis): Er zählt zu den schönsten Boten des Vorfrühlings. (Quelle: imago images/blickwinkel)Kleiner Winterling (Eranthis hyemalis): Er zählt zu den schönsten Boten des Vorfrühlings. (Quelle: blickwinkel/imago images)
  • Gewöhnlicher Schneestolz (Chionodoxa luciliae)
    Seinen Namen verdankt er seiner sehr frühen Blütezeit. Bereits mit dem letzten Schnee treibt die Pflanze kräftig aus. Er ist auch als Sternhyazinthe sowie Schneeglanz bekannt und mag es halbschattig.

    Gewöhnliche Sternhyazinthe (Scilla luciliae): Ursprünglich stammt sie aus Kleinasien. (Quelle: imago images/imagebroker)Gewöhnliche Sternhyazinthe (Scilla luciliae): Ursprünglich stammt sie aus Kleinasien. (Quelle: imagebroker/imago images)
  • Krokus (Crocus)
    Seine leuchtenden kleinen Blütenkelche in Weiß, Gelb und Violett verwandeln den Steingarten in ein Farbenmeer. Der Frühlingskrokus (Crocus vernus) blüht ab Februar beziehungsweise März. Der herbstblühende Krokus (Crocus speciosus) zeigt ab Oktober ihre Blüten.

Immergrüne Nadel-Zwerggehölze

Als Solitärpflanzen, die den Steingarten als Fixpunkt optisch dominieren, eignen sich Zwerggehölze. Sie bilden einen dekorativen Kontrast zu Klassikern und Zwiebelblumen:

  • Kugelkiefer (Pinus mugo)
    Diese Zwergvariante der heimischen Bergkiefer wächst kugelig bis leicht kissenförmig. Die immergrüne Kugelkiefer mag es sonnig bis halbschattig. Der Boden sollte mäßig trocken bis feucht sein.

    Kugelkiefer (Pinus mugo): Ihre jungen Zapfen sind rosarot gefärbt. (Quelle: imago images/Manfred Ruckszio)Kugelkiefer (Pinus mugo): Ihre jungen Zapfen sind rosarot gefärbt. (Quelle: Manfred Ruckszio/imago images)
  • Scheinzypresse (Chamaecyparis)
    Die als Hecke bekannte Pflanze wächst auch in Zwergform. Hier passt sie gut in den Steingarten. Die Scheinzypresse mag sandigen, lehmigen oder humusreichen Boden.

    Scheinzypresse (Chamaecyparis): Sie ist auch als Muschelzypresse oder Feuer-Scheinzypresse bekannt. (Quelle: imago images/blickwinkel)Scheinzypresse (Chamaecyparis): Sie ist auch als Muschelzypresse oder Feuer-Scheinzypresse bekannt. (Quelle: blickwinkel/imago images)
  • Zwerg-Hemlocktanne (Tsuga canadensis)
    Der immergrüne, kissenförmige Zwergstrauch wächst langsam, circa fünf Zentimeter im Jahr. Dafür wirkt die Zwerg-Hemlocktanne dicht verzweigt und ausgesprochen kompakt. Sie wird etwa 80 bis 100 Zentimeter groß. Sie ist für alle Bodenarten geeignet und mag es sonnig bis halbschattig.

Steingarten pflegen: Das sollten Sie wissen

Die meisten Pflanzen für den Steingarten sind robust, winterhart und pflegeleicht. Werden sie einmal gesetzt, breiten sie sich zumeist rasch aus. Polsterstauden wie das Blaukissen "überwuchern" im besten Fall die Findlinge. Wenn die eine oder andere Pflanze überhand nimmt, können Sie diese einfach zurückschneiden. Am besten – je nach Art – im zeitigen Frühjahr oder nach der Blüte im Sommer.

Der alpine Steingarten braucht eher wenig Wasser. Im Hochsommer, in dem die Temperaturen über 30 Grad steigen, reicht es, wenn Sie wöchentlich ein- bis zweimal wässern. Eine Düngung ist bei den meisten Steingärten nicht notwendig.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Beliebte Tests & Kaufberatungen

    Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

    shopping-portal
    t-online ist ein Angebot
    der Ströer Content Group
    licenced by