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Heckenschnitt: Was ist wann erlaubt – und wann verboten?

Ab März verboten  

Heckenschnitt: Was ist wann erlaubt?

22.02.2020, 11:48 Uhr
Heckenschnitt: Was ist wann erlaubt – und wann verboten?. Heckenschnitt: Nur noch bis zum 1. März sind bestimmte Arbeiten im Garten gestattet.  (Quelle: Getty Images/pablo_rodriguez1)

Heckenschnitt: Nur noch bis zum 1. März sind bestimmte Arbeiten im Garten gestattet. (Quelle: pablo_rodriguez1/Getty Images)

Hecken in Deutschland dürfen mehrere Monate im Jahr weder stark beschnitten noch entfernt werden. Wie lange gilt das Verbot? Und was ist der Grund dafür? 

Laut Gesetz (§ 39 Abs. 5 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)) ist zwischen dem 1. März und dem 30. September der Heckenschnitt in Deutschland verboten. In diesem Zeitraum dürfen Hecken, Sträucher, Gehölze sowie Gebüsche und lebende Zäune nicht stark geschnitten oder gar entfernt werden. Durch das Gesetz sollen Vögel und Insekten geschützt werden.

Ab dem 1. Oktober können Sie Ihre Hecke wieder wie gewohnt schneiden und stutzen.

Welche Hecken und Pflanzen sind von dem Verbot betroffen?

Das Verbot betrifft vor allem Gewächse, die in freien Landschaften sowie Wohngebieten beziehungsweise Siedlungsbereichen stehen. Sie dürfen nicht radikal geschnitten, gerodet oder gar zerstört werden. Zudem sind nur bestimmte Hecken und Sträucher von der Regelung betroffen. Hierzu zählen:

  • Hecken und Büsche
  • Wallhecken (Erd- und Steinwälle, die von Gehölz bewachsen sind)
  • Sträucher und Gebüsche mit einem kleinen Stamm
  • Röhricht und Schilfrohr
  • lebende Zäune (Weidezaun, Kirschlorbeeren, kleine Fichten, die als Sichtschutz dienen)

Für Haus- oder Kleingärten gibt es Ausnahmen, allerdings sollten Sie dabei ebenfalls den Tierschutz beachten (§ 39 Bundesnaturschutzgesetz). Haben sich Tiere in den Pflanzen bereits einen Nistplatz gesucht, dürfen Sie auch hier keinen Heckenschnitt durchführen.

Warum ist das Heckenschneiden verboten?

Durch das Gesetz sollen vor allem die Brut- und Niststätten vieler Tiere wie beispielsweise heimischer Vögel und Insekten geschützt werden. Aufgrund der veränderten Landwirtschaft gibt es nur noch wenige, natürliche Brutstätten, die ihnen entsprechenden Schutz vor Feinden und der Umwelt bieten. Die Tiere haben es zunehmend schwer, geeignete Plätze zu finden. Es ist also wichtig, auch als Hobbygärtner, die Nistplätze auf privatem Gelände ausreichend zu schonen und zu schützen.

Was passiert bei einem Verstoß?

Ein Verstoß gegen das Gesetz gilt als Ordnungswidrigkeit und wird entsprechend geahndet. Die Höhe des Bußgelds ist von Bundesland zu Bundesland verschieden und auch von der Höhe der Hecke abhängig. So kann für das Beschädigen oder Beseitigen einer Hecke in entsprechenden Gebieten teilweise bis zu 15.000 Euro fällig werden. In Mecklenburg-Vorpommern droht sogar eine Strafe von bis zu 100.000 Euro.

Welche Arbeiten sind erlaubt?

Auch wenn die Vorgaben im BNatSchG sehr streng sind, ist ein schonender Pflege- und Formschnitt im Frühling und Sommer gestattet. Allerdings nur, wenn es der Pflanze und ihrem Wachstum zu Gute kommt und Sie dadurch unerwünschten Wildwuchs eindämmen. Das bedeutet beispielsweise, dass Sie Sträucher und Hecken zurückschneiden dürfen, wenn Sie dadurch die Verkehrssicherungspflicht bewahren. Ragen also die Äste auf den Gehweg oder die Fahrbahn und werden dadurch Verkehrsteilnehmer gefährdet, dürfen Sie zur Schere greifen.

Zur Verkehrssicherungspflicht zählt ebenfalls das Beseitigen von Schäden durch Stürme und anderen Witterungsbedingungen. Droht durch ein abgeknicktes oder herausgerissenes Pflanzenteil eine Gefahr für Verkehrsteilnehmer oder Anwohner, muss also ein Heckenschnitt durchgeführt werden.

Ebenfalls gestattet ist der Pflegeschnitt für Obstbäume und -gehölze. Wichtig ist hierbei jedoch, dass Sie darauf achten, Nist- und Brutstätte von Vögeln und Insekten durch Ihre Arbeiten nicht zu stören oder gar zu gefährden.

Darüber hinaus dürfen teilweise naturnahe Hecken, wie beispielsweise Schwarzer Holunder oder Hagebutte, auch zwischen März und September geschnitten werden. Achten Sie auch hier auf das Tierwohl.

Sollten Sie vorsorglich zur Schere greifen?

Das Gesetz bedeutet nicht, dass Sie Ihre Hecken vorsorglich – also vor dem 1. März – entsprechend stark stutzen, zurückschneiden oder gar roden müssen, damit Sie die in den Nachbarrechtsgesetzen der Bundesländer bestimmte Maximalhöhen für Hecken, Sträucher und Sichtschutze einhalten. Das entschied das Landgericht Freiburg (Az.: 3 S 171/16) in einem Urteil. Zudem sei das Wachstum der Pflanze nicht vorhersagbar, sodass ein vorsorglicher Schnitt nicht praktikabel sei.

Welche Rolle spielt das Wetter beim Zuschnitt?

Neben dem gesetzlich geregelten Zeitraum für einen Hecken- und Baumschnitt sollten Sie auch die Witterungen beachten. Entfernen Sie Äste, Zweige und andere Pflanzenteile ohne auf die Jahreszeit zu achten, kann dies dem Gewächs enorm schaden.

Achten Sie vor allem auf die Außentemperatur. Droht im Frühjahr noch Frost, kann ein Form- oder Pflegeschnitt der Pflanze schaden. Warten Sie mit Ihren Maßnahmen lieber, bis die Temperaturen konstant über zehn Grad Celsius liegen. Aber auch im Spätsommer sollten Sie nicht zu früh zur Schere greifen – beispielsweise wenn die Temperaturen noch zu hoch sind. Andernfalls können Triebe schnell stark austrocknen. Halten Sie sich an folgende Ratschläge:

  • Schneiden Sie Sommergrüne Hecken im Spätherbst. Achten Sie dabei darauf, dass die Pflanze noch genügend Zeit zum Regenerieren hat, damit keine Frostschäden drohen.
  • Nadelhölzer und immergrüne Hecken werden am besten im Frühjahr geschnitten, sobald es mehrere frostfreie Tage hintereinander gibt.

Damit Hecken und Sträucher richtig gedeihen und wachsen, brauchen sie eine entsprechende Pflege. Achten Sie darauf, die richtigen Äste abzuschneiden und das optimale Werkzeug zu nutzen. Es sollte möglichst scharf und schmutzfrei sein, damit die Schnittkanten sauber sind und keine Bakterien und Schädlinge in die nun neu entstandene Wunde dringen können. 

Bei jungen Pflanzen sollten Sie zudem nicht zu viel entfernen, da sonst das Wachstum negativ beeinflusst wird oder gar ausbleiben kann.

Verwendete Quellen:
  • Bundesnaturschutzgesetz 
  • Nachrichtenagentur dpa

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