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Kürbisse ernten: Wann sind Hokkaido, Butternut & Co. reif? | Tipps


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Kürbis – Tipps zu Pflege und die besten Sorten im Überblick

Von dpa-tmn, t-online, jb

Aktualisiert am 01.09.2022Lesedauer: 4 Min.
Kürbisse
Herbstgemüse: Nicht alle schönen Kürbisse sind auch essbar. (Quelle: StudioBarcelona/getty-images-bilder)
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Nicht alle Kürbissorten sind zum Essen und Schnitzen geeignet. Beim Anbauen, Ernten und Aushöhlen gibt es ebenfalls einiges zu beachten.

Das Wichtigste im Überblick


  • Kürbisse ernten
  • Die verschiedenen Kürbissorten
  • Unterschiede: Sommerkürbisse und Winterkürbisse
  • Durchfall und Erbrechen durch Kürbis
  • Kürbisse brauchen wenig Pflege
  • Reife Kürbisse erkennen
  • Kürbisse als Halloween-Deko
  • Kürbis: Obst oder Gemüse?

Nicht nur die bizarr geformten Früchte, auch die großen Kürbisblüten sind eine ideale Deko für Ihren Garten.


Die beliebtesten Kürbissorten im Überblick

Beim Hokkaido-Kürbis ist sogar die Schale essbar.
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Die Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) umfasst 90 Gattungen mit insgesamt 800 Arten, so Experten. Allerdings sind nur drei Gattungen von wirtschaftlich nutzbar:

  • Essbar sind die meisten Arten der Cucurbita- und Cucumis-Kürbisse.
  • Aus Flaschenkürbissen, botanisch Lagenaria, werden Musikinstrumente hergestellt.

Kürbisse ernten

Kürbisse können ab August oder Oktober geerntet werden. Riesenkürbisse sollten dabei möglichst bis zur vollständigen Reife im Beet bleiben und erst kurz vor dem ersten Frost geerntet werden. Anhand von drei Faktoren können Sie erkennen, ob der Hokkaido, Muskatkürbis oder Spaghetti-Kürbis reif ist:

  1. Wenn die Früchte reif sind, erscheint ihre Schale in einer satten Farbe. Unreife (grüne) Stellen sind nicht mehr sichtbar.
  2. Der Stielansatz ist trocken, teilweise bräunlich.
  3. Ein weiterer Hinweis über den Reifezustand gibt auch die Klopfprobe: Klopfen Sie mit Ihrem Fingerknöchel auf die Schale. Reife Kürbisse klingen hohl.

Tipp: Beim Ernten sollten Sie den Stielansatz nicht beschädigen, damit der Kürbis länger lagerfähig bleibt.

Die verschiedenen Kürbissorten

Aufgrund der Arten- und Sortenvielfalt lassen sich Zier- und Speisekürbisse schwer auseinander halten. Häufig sind die Früchte der im Handel als Zierkürbisse deklarierten Pflanzen zwar auch essbar, sie werden jedoch eher wegen ihres dekorativen Wertes angebaut. Zierkürbisse sind eher nicht genießbar – sie sind klein und hart und eignen sich eher zur Dekoration. Außerdem unterscheiden sie sich durch eine unangenehme Eigenschaft von den Speisekürbissen: Sie schmecken bitter.

Cucurbita moschata

Diese Kürbissorte ist in Amerika heimisch, einige Züchtungen stammen jedoch auch aus Europa. Ihre Früchte sind gelb, grün oder orange.

Kürbissorte Geschmack Farbe Form Entwicklungszeit
Bischofsmütze süß rot-weiß-grün rund, flach 110 Tage
Blue Kuri nussig grau-blau rund 100 Tage
Butternut Waltham nussig
(Frucht ist kernlos)
beige flaschenförmig 125 Tage
Fictor fein, süß orange rund 105 Tage
Green Hokkaido fein, mild grün rund 110 Tage
Jack o‘Lantern aromatisch orange groß, rund 125 Tage
Muscade de Provence aromatisch helloranger tellerförmig 125 Tage
Nutter Butter nussig (Erdnuss) beige flaschenförmig 125 – 130 Tage
Quintale aromatisch orange groß, rund 130 Tage
Solor essbar orange groß und rund 105 Tage
Spaghetti-Kürbis mild Gelb länglich 100 Tage
Violina nussig, mild gelbbraun länglich 130 – 150 Tage

Unterschiede: Sommerkürbisse und Winterkürbisse

Der Sommerkürbis wird unreif geerntet. Zu diesem Zeitpunkt ist seine Schale noch weich und ist teilweise essbar. Nach der Ernte sollte der Sommerkürbis im Kühlschrank gelagert und innerhalb von zwei Wochen weiterverarbeitet werden.

Zu den Sommerkürbissen zählen:

  • Acorn / Eichelkürbis
  • Patisson
  • Rondini
  • Spaghetti-Kürbis
  • Zucchini

Winterkürbisse sind gut bekömmlich und regen die Verdauung an. Zudem wirken sie entschlackend und blutreinigend. Sie werden reif, also im Herbst, geerntet und sind, im Gegensatz zu den Sommerkürbissen, lagerfähig.

Zu den Winterkürbissen zählen:

  • Butternutt
  • Hubbardkürbis
  • Turbankürbis

Durchfall und Erbrechen durch Kürbis

Nicht jeder Kürbis sollte verspeist werden. Einige Sorten enthalten besonders viele Bitterstoffe. Auch wenn sie zu Suppen oder Kompott weiterverarbeitet werden, können schwere Folgen haben. Die enthaltenen giftigen Bitterstoffe Cucurbitacine lösen in großen Mengen und im schlimmsten Fall

  • Schleimhautreizungen
  • Übelkeit
  • Magenkrämpfe
  • Durchfall
  • Erbrechen

aus.

Tipp: Probieren Sie daher vor der Zubereitung ein kleines Stück rohen Kürbis. Schmeckt dieser bitter, darf die Frucht nicht in den Kochtopf. Denn die Giftstoffe bauen sich nicht durch Erhitzen oder andere Verarbeitungsmethoden ab.

Kürbisse brauchen wenig Pflege

Kürbis ist das ideale Gewächs für den kindergerechten Garten. Seine großen Samen lassen sich einfach säen – nach wenigen Tagen zeigen sich erste Keimlinge. Eine Aussaat im Freien empfiehlt sich ab Mai. Am besten ist es jedoch, sie vorzuziehen. Dafür werden sie ab Ende April zunächst auf der Fensterbank vorgezogen, nach Frostende – Mitte Mai – dürfen sie ins Beet.

Wird Ihr Garten häufig von Schnecken heimgesucht, sollten Sie mit dem Aussetzen noch warten, ehe die kleinen Pflanzen mindestens sechs bis acht gut entwickelte Blätter tragen. Dann sind sie robuster gegenüber Schneckenfraß. Die Pflanzen bilden üppige Blätter und haben intensiv gefärbte Riesenblüten.

Kürbisse sind relativ pflegeleicht, müssen bei einer längeren Trockenperiode jedoch ausgiebig gegossen werden. Wer viel Platz füllen muss, kann leere Beete mit Kürbissen zuwachsen lassen. Sowohl Jäten und Haken erübrigen sich. In kleinen Gärten können die Pflanzen an einem Rankgerüst hochwachsen.

Dünger brauchen sie nur in Maßen. Ideal ist reife Komposterde. Bei zu viel Stickstoff in der Erde, wird die Blattbildung gefördert – allerdings zulasten des Blütenansatzes. Zudem wird das Blattgewebe weich und anfällig für den Mehltaupilz.

Anbau auf dem Balkon
Da Kürbisse wenig Platz benötigen, können Sie sie auch auf Ihrem Balkon oder Ihrer Terrasse anbauen. Am besten hierfür geeignet sind die Sorten Hokkaido, die kleinen Version von Cucurbita maxima oder Curcurbita pepo (Mandarin, Baby Boo).

Reife Kürbisse erkennen

Die Kürbisse sind reif, wenn der anfangs grüne und biegbare Stiel verholzt und eine hellbraune Färbung bekommt. Nach ihrer Ernte reifen sie in der Sonne nach, bis die Schale hart und fest ist. Ausgereift könnten die Früchte gut über den Winter gelagert werden.

Besonders lange haltbar sind meistens Kürbisse mit folgenden Schalenfarben:

  • beige
  • türkisblau
  • braun

Sie könne bis zu einem Jahr aufbewahrt werden. Früchte mit anderen Schalenfarben sind bei 15 bis 20 Grad meist nur zwischen zwei und fünf Monate lagerfähig. Kältere Lagerorte sollten Sie vermeiden.

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Kürbisse als Halloween-Deko

Schon im Beet kann man die Zier- und Speisekürbisse verzieren: Einfach Muster, Namen oder Daten in die noch weiche Schale ritzen, die mitwachsen. Oder die Ufo- oder Lampenformen und vor allem die großen orangenen Bälle werden zu Halloween ausgehöhlt und mit Grimassen verziert.

Halloween
Vorbereitung: Vor dem Schnitzen der Maske muss der Kürbis ausgehöhlt werden. (Quelle: Newman Studio/getty-images-bilder)

Dafür schneidet man einen sternförmigen Deckel aus dem Kürbis, höht die Frucht aus und schneidet zum Schluss eine gruselige Maske heraus. Dann kommt eine Kerze in den Kopf und der Deckel drauf. Anschließend muss es nur noch dunkel werden – und die beleuchtete Fratze begrüßt Gäste und gute Geister. Eine genaue Anleitung finden Sie hier.

Kürbiskerne seit jeher ein wichtiger Nährstofflieferant

Speisekürbisse stammen vom Gartenkürbis ab, die in Amerika ihren Ursprung haben. So wurden zuletzt in Mittelamerika circa 10.000 Jahre alte Samen der Kürbisse entdeckt. Die Ureinwohner schätzten die Samen, da sie diese wie Nüsse über den Winter aufbewahren konnten. Durch Selektion und weil die Volksstämme untereinander Samen tauschten, bildeten sich im Lauf der Jahrhunderte aus den bitter schmeckenden Formen die genießbaren Kürbisse heraus. Besonders beliebt und gesund sind die Samen des Hokkaido. Was die Kerne so gesund macht, erfahren Sie hier.

Nach Europa kamen die Kürbisse durch Christoph Kolumbus. Besonders beliebt sind heute der Riesenkürbis (Cucurbita maxima), der Moschuskürbis (Cucurbita moschata) und die moderne Züchtung des Gartenkürbis (Cucurbita pepo).

Kürbis: Obst oder Gemüse?

Kürbis ist, anders als viele glauben, kein Gemüse. Botanisch gesehen sind Kürbisse Früchte. Da sie jedoch an einjährigen Pflanzen wachsen, gelten sie wiederum als Gemüse. Somit zählen Kürbisse, wie beispielsweise Aubergine, Gurken, Melonen, Paprika und Tomaten zum Fruchtgemüse.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • eigene Recherche
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