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Pflanzenschädlinge: Blattläuse, Spinnmilben und Trauermücken an Zimmerpflanzen bekämpfen

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Mit Knoblauch, Föhn und Co.  

Pflanzenschädlinge an Zimmerpflanzen bekämpfen

20.05.2018, 12:56 Uhr | sj, dpa-tmn, jb, t-online.de

Pflanzenschädlinge: Blattläuse, Spinnmilben und Trauermücken an Zimmerpflanzen bekämpfen. Schädlingsbefall auf einer Zimmerpflanze (Quelle: Getty Images/yogesh_more)

Schädlingsbefall: Besonders anfällig für Schädlinge sind Balkon- und Kübelpflanzen, die zum Überwintern ins Haus gebracht wurden. (Quelle: yogesh_more/Getty Images)

Zimmerpflanzen werden besonders häufig von Blattläusen, Spinnmilben und anderem Ungeziefer befallen. Werden Blätter gelb, rollen sich oder bekommen Löcher, muss schnell gehandelt werden, damit sich andere Pflanzen nicht infizieren. Doch was ist zu tun?

Im Winter schwächen Heizungsluft und das wenige Licht die Topfpflanzen, im Sommer gelangen die Schädlinge einfach durch das offene Fenster in die Töpfe auf dem Küchenfenster. 

Befall von Blattläusen erkennen

Wichtig ist, erst einmal den Befall der Pflanzenschädlinge zu erkennen. Der bekannteste Schädling an Zimmerpflanzen ist wohl die Blattlaus. Dass eine Pflanze befallen ist, erkennen Sie an den kleinen grünen, braunen oder auch schwarzen Tierchen, die sich in ganzen Kolonien über junge Triebe und Blätter hermachen. Sie saugen den Pflanzensaft aus und beschädigen dabei die befallenen Pflanzenteile.

Ein weiteres Indiz für einen Befall mit Blattläusen ist ein klebriger Belag auf den Blättern, der von den zuckerhaltigen Ausscheidungen der Blattläuse stammt. Besonders anfällig für Blattläuse sind Balkon- und Kübelpflanzen, die zum Überwintern ins Haus gebracht wurden.

Blattläuse  (Quelle: imago/Chromorange)Blattläuse: Schwarze oder grüne Punkte an Pflanzen können Blattläuse sein. (Symbolbild) (Quelle: Chromorange/imago)

Blattläuse mit dem Föhn loswerden

Um die Pflanzenschädlinge loszuwerden, müssen Sie nicht sofort zu chemischen Pflanzenschutzmitteln greifen. Die Umweltberatung des Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) rät, zunächst die Blattläuse mit den Fingern von den Blättern zu streifen. Auch der Einsatz des Föhns soll helfen. Die Umweltschützer empfehlen, die Pflanze vorsichtig rundherum in schräger Haltung über der Badewanne mit dem Föhn anzublasen. Die Läuse würden dann abspringen.

Wasserbad oder Spülmittel gegen Blattläuse

Bei kleineren Zimmerpflanzen können Sie die Tiere auch ertränken. "Einfach die Pflanze für zwei Stunden in lauwarmes Wasser tauchen, vorher Topf und Stamm in eine Plastiktüte einwickeln, damit die Erde nicht ausschwemmt. Die Tiere ertrinken dann", rät der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde.

Als Hausmittel wird oft das Besprühen mit einer Spülmittellösung empfohlen. Davon raten viele Experten allerdings ab, weil seifenhaltige Lösungen Flecken und Verbrennungen auf Blüten und Blättern hinterlassen könnten. Außerdem werden dabei meist nicht alle Schädlinge entfernt, sodass Sie die Behandlung häufiger wiederholen müssten.

Mit Hausmitteln Blattläusen vorbeugen

Damit sich Blattläuse erst gar nicht auf den Zimmerpflanzen niederlassen, können Sie mit Knoblauch vorbeugen. Die BUND-Umweltberatung rät, Knoblauchstücke so tief in den Topf blattlausgefährdeter Zimmerpflanzen zu stecken, dass sie gut von Erde bedeckt sind und somit der Knoblauchduft im Topf bleibt. Sind die Pflanzen bereits befallen, hilft diese Methode allerdings nicht mehr. Sorgen Sie als wichtige Maßnahme für ein gesundes Raumklima. Blattläuse befallen bevorzugt geschwächte Pflanzen.

Chemische Mittel gegen Blattläuse

Wenn Sie die Blattläuse nicht auf natürliche Weise bekämpfen können, bleibt immer noch der Griff zum Pflanzenschutzmittel. Im Handel sind verschiedene anwendungsfertige Sprühpräparate erhältlich. Am besten nehmen Sie ein Mittel, das nicht bienengefährlich ist – besonders, wenn es auch für Kübelpflanzen verwendet werden soll. Die im Garten gegen Blattläuse eingesetzten natürlichen Feinde wie Florfliegenlarven oder Marienkäfer wollen Sie wohl eben so wenig in der Wohnung anwenden, wie die verschiedenen, stark riechenden Pflanzensuds, die zum Beseitigen von Blattläusen empfohlen werden.

Spinnmilben bekämpfen

Ein gesundes Raumklima und das regelmäßige Besprühen der Pflanzen mit Wasser beugt zusätzlich den Befall von Spinnmilben vor. Diese bevorzugen, genau wie Blattläuse, warme und trockene Luft und machen sich daher bevorzugt in geheizten Wohnräumen auf den Zimmerpflanzen breit. Etwas Wasser auf einem Teller oder im Untersetzer befeuchte zudem die Raumluft.

Spinnenmilbe (Quelle: imago/alimidi)Spinnenmilbe: Diese Schädlinge bevorzugen, genau wie Blattläuse, warme und trockene Luft. (Quelle: alimidi/imago)

Spinnmilben können sich auf allen Zimmerpflanzen ausbreiten. Sie haben aber durchaus ihre Favoriten – etwa Azaleen, Gummibäume, Fingeraralien, Grünlilien, Efeu und Palmen. Insbesondere deren Blätter sollten im Winter regelmäßig kontrolliert werden. Als Sofortmaßnahme lassen sich Spinnmilben mit einem weichen Wasserstrahl abspritzen, erläutert der Zentralverband Gartenbau. Dabei sollte der Topf abgedeckt sein, sonst werde das Substrat zu nass.

Plastiktüte hilft gegen Spinnmilben

Daneben hilft auch folgendes Hausmittel: Packen Sie die Pflanze in eine durchsichtige Plastiktüte. Nach rund zehn Tagen sollten alle Spinnmilben abgestorben sein. Allerdings sollten Sie in dieser Zeit nicht vergessen, die Pflanze zu gießen.

Bei einem hartnäckigen Befall helfen Pflanzenschutzstäbchen oder Nützlinge. Ideal seien Raubmilben, erläutert der Verband. Sie saugen die Spinnmilben sowie deren Eier aus.

Raubmilbe (Quelle: imago/blickwinkel)Raubmilbe: Raubmilben helfen gegen einen hartnäckigen Befall von Spinnenmilben an Pflanzen. (Quelle: blickwinkel/imago)

Spinnmilben identifizieren

Typisch für einen Befall seien fein gesprenkelte Blätter, die oftmals fälschlicherweise als Mangelerscheinung gedeutet werden, erklärt der Zentralverband. Meist bevorzugen die Spinnmilben die Blattunterseite und sind in der Nähe der Adern aktiv. Sie saugen den Zellsaft aus. Die Blätter wirken gelblich weiß bis silbrig. Später verfärben sie sich grau bis graubraun und sterben ab. Am weitesten verbreitet sei die Gemeine Spinnmilbe, die einzige Art, die feine Gespinste produziert.

Thripse abduschen

Ein ähnliches Schadbild mit heller Sprenkelung erzeugen auch Thripse (Thysanoptera). Ihr Befall ist aufgrund ihrer geringen Größe allerdings nur schwer zu erkennen. Allerdings sind bei Thripsen zusätzlich Kottröpfchen zu sehen. Besonders häufig werden Alpenveilchen, Orchideen oder Gummibäume von Thripsen befallen.  

Palmen-Thripse (Quelle: imago/blickwinkel)Palmen-Thrips: Besonders häufig werden Alpenveilchen, Orchideen oder Gummibäume von Thripsen befallen. (Quelle: blickwinkel/imago)

Mit einer ausgiebigen lauwarmen Dusche können Sie einen Großteil der Schädlinge loswerden. Die Unterseite der Blätter sollte besonders gründlich abgeduscht werden. Der Topf wird vorher besser eingepackt, damit die Schädlinge nicht auf das Substrat fallen. Das Abduschen sollte einmal die Woche wiederholt werden, bis kein Befall mehr festzustellen ist.

Schildläuse erkennen

Wenn sich auf den Blättern und um die Pflanze herum ein klebriger Film breitmacht und auf den Pflanzenteilen kleine rötlich braune Höcker zu sehen sind, dann haben sich vermutlich Schildläuse eingenistet. Auf dem klebrigen Belag, dem sogenannten Honigtau, bildet sich nach einiger Zeit schwarzer Rußtau. Schildläuse befallen bevorzugt hartlaubige Pflanzen mit dickeren Blättern wie Yucca-Palme, Gummibaum oder Orchidee.

Zum Entfernen des Honigtaus genügt oft schon ein feuchter Lappen. Hartnäckige Tiere lassen sich mit einem alkoholgetränkten Wattestäbchen von der Pflanze wischen. Unter dem schildartigen Höcker befinden sich das Weibchen und bis zu 3000 Eier, die gründlich entfernt werden sollten. Als Pflanzenschutzmittel werden meist Produkte auf Rapsöl- oder Mineralölbasis verwendet. Die Tiere ersticken unter dem Ölfilm.

Ameise (Formidicae) und Schildläuse (Coccoidea) (Quelle: imago/imagebroker/Michael Weber)Ameise (Formidicae) und Schildläuse (Coccoidea): Ameisen sind die natürlichen Feinde der Schildlaus. (Quelle: imago/imagebroker/Michael Weber)

Trauermücken beseitigen

Sollten sich bei jedem Gießen Schwärme von kleinen Mücken aus dem Blumentopf erheben, haben Trauermücken die Pflanze heimgesucht. Die Larven der kleinen Fliegen leben in der Blumenerde und knabbern die Wurzeln an. Sofern Sie den Befall frühzeitig bermeken, können Sie der Plage noch mit sogenannten Gelbstickern Herr werden. Ansonsten hilft nur Umtopfen. Zum Vorbeugen sollten Sie darauf achten, dass sich im Topf keine Staunässe bildet und die Erde nicht zu feucht ist.

Trauermücke (Quelle: imago/Blickwinkel)Trauermücke: Die Larven der Trauermücke schaden den Wurzeln der Pflanze sehr. (Quelle: Blickwinkel/imago)

Wollläuse an Zimmerpflanzen bekämpfen

An vielen Laubgehölzen überziehen Wollläuse ganze Blätter oder gar Zweige mit einem weißen, wolligen Belag. Darunter leben die Schädlinge. Eine Bekämpfung ist aber nur bei einem starken Befall an jungen Pflanzen nötig, erläutert das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg in Karlsruhe. Dafür eignen sich unter anderem Präparate auf Basis von Mineral- und Rapsöl.

Gewöll ummantelt Wolllauseier als Schutzschicht (Quelle: imago/paulrose)Wollläuse: Schmierläuse oder auch Wollläuse genannt, können bis zu zwölf Millimeter groß werden und sind daher mit bloßem Auge leicht zu erkennen. (Quelle: imago/paulrose)

In unserer Fotoshow geben wir Ihnen einen Überblick zu den bekanntesten Schädlingen.

Verwendete Quellen:
  • dpa-tmn
  • Bund für Umwelt- und Naturschutz
  • Mein schöner Garten
  • eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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