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Heidelbeeren pflanzen: Blaubeeren frisch aus dem Garten ernten

Heidelbeeren: gesundes Obst aus dem Garten

11.06.2013, 14:26 Uhr | dpa-tmn, zuhause.de

Heidelbeeren pflanzen: Blaubeeren frisch aus dem Garten ernten. Heidelbeeren frisch aus dem Garten. (Quelle: dpa)

Heidelbeeren frisch aus dem Garten. (Quelle: dpa)

Heidelbeeren sind nicht nur beliebt als Zutaten für Muffins und leckere Quarkspeisen, die blauen Beeren sind auch gesund. Angeblich setzte schon Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert die Beeren gegen Durchfall ein. Frisch aus dem Garten schmecken die vitaminreichen Blaubeeren, wie sie auch genannt werden, natürlich am besten. Heidelbeeren lassen sich nicht ganz einfach selbst anbauen. Mit diesen Tipps funktioniert's aber.

Die heimische Wildart der Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) wächst an lichten Gehölzrändern ebenso wie in Heide- und Moorlandschaften, wo sie sich auf sauren, nährstoffarmen Böden ausbreitet. "Die Waldheidelbeere kommt nur im Wildbestand vor", sagt Sonja Dierking, Züchterin von Kultur-Heidelbeeren aus Niedersachsen. Im Garten kann man nur die Kultur-Heidelbeeren setzen.

Mit unseren Waldheidelbeeren sind die Kultur-Heidelbeeren nur ganz entfernt verwandt. Der Bund deutscher Heidelbeeranbauer vergleicht den Verwandtschaftsgrad der beiden Beeren mit dem zwischen Pflaume und Kirsche. Sie gehören zur selben Gattung, unterscheiden sich aber in einigen Punkten: Kultur-Heidelbeeren haben helles Fruchtfleisch, nur die feste Schale ist blau. Sie sind außerdem wesentlich größer und süßer als ihre wilden Verwandten.

Kultur-Heidelbeeren stammen aus Nordamerika

Bei den Kultur-Heidelbeeren handelt es sich um Büsche, die etwa anderthalb bis zwei Meter hoch werden. "Bei uns wachsen vor allem die sogenannten Northern-Highbush-Sorten, die aus Nordamerika stammen", erklärt Dierking. Sie beschreibt diese Pflanzen als frostfest und wuchsfreudig. Darüber hinaus versprechen sie eine reiche Ernte.

Preiselbeeren als Begleiter pflanzen

Als Begleiter im Garten kommen Preisel- und Moosbeeren infrage, die ebenfalls zu der botanischen Gattung Vaccinium gehören. Die rotschaligen Früchte eignen sich weniger zum Naschen als vielmehr zur Verarbeitung zu Marmelade, Saft und Chutneys. Die Pflanzen bleiben niedrig und gedeihen als Bodendecker unter den Kultur-Heidelbeeren.

Erntezeit der Heidelbeeren ab Juli

"Die ersten Früchte kann man je nach Witterung Anfang Juli ernten", sagt die Heidelbeerzüchterin. Die Beeren an einem Fruchtstand werden nicht gleichzeitig, sondern in Etappen reif. Das hat den Vorteil, dass man über mehrere Wochen immer wieder ernten kann. Will man von Juli bis September Blaubeeren haben, empfiehlt Dierking, verschiedene Sorten mit unterschiedlicher Reifezeit zu pflanzen.

Blaubeeren sind Flachwurzler

Kultur-Heidelbeeren wachsen am besten in der Sonne auf einem möglichst naturbelassenen Boden. Er sollte vor der Pflanzung weder gedüngt noch gekalkt werden. Ideal ist eine lockere Erde wie ein humoser, saurer Sandboden, denn Kultur-Heidelbeeren sind Flachwurzler.

Boden für Heidelbeeren vorbereiten

"Leider findet man diese Bedingungen im Hausgarten sehr selten", sagt Peter Stremer, Gärtnermeister im Obstbau am Gartenbauzentrum in Köln-Auweiler. Er rät, im Boden ein Loch mit einem Durchmesser von einem Meter und einer Tiefe von 40 bis 60 Zentimeter zu graben. In das Loch kommt Torf oder ein Substrat für Rhododendren und Azaleen. Es hat genau die passenden Eigenschaften für Kultur-Heidelbeeren.

"Die Wurzeln wachsen eher nach oben an die Oberfläche als nach unten", erläutert Züchterin Dierking. Daher kann der Gärtner den Pflanzen etwas Gutes tun, indem er immer wieder verrottetes Pflanzenmaterial wie Nadelstreu oder Holzhäcksel auf der Wurzelscheibe ausbreitet. Ein hoher Humusanteil hält den Boden auch feuchter, was die Sträucher bevorzugen. Aber es bereitet ihnen Probleme, wenn die Nässe sich staut oder der Boden sich verdichtet.

Heidelbeeren in zwei Intervallen düngen

Da Heidelbeeren auf eher armen Böden vorkommen, sollte man nur sparsam düngen. Sonja Dierking weist darauf hin, dass die Pflanzen sehr salzempfindlich sind. Sie rät, einen Dünger zu verwenden, der für Rhododendren und Azaleen geeignet ist. "Am besten splittet man die empfohlene Düngermenge in zwei Intervalle auf", erklärt die Expertin. Einen Teil gibt man, wenn die ersten Blüten erkennbar sind, und den zweiten zum Ende der Blüte. Grundsätzlich sollte der Dünger nicht punktuell an einer Stelle ausgebracht, sondern gleichmäßig auf dem Wurzelbereich verteilt werden.

Blaubeeren im Frühling schneiden

Kultur-Heidelbeeren können weit über 30 Jahre alt werden. Damit man dauerhaft viele Blaubeeren ernten kann, braucht der Strauch regelmäßig einen Schnitt. Die älteren Zweige werden entfernt. Diese erkennt man leicht an der kräftigen Rinde. Nur die jungen, glatten Triebe setzen reichlich Blüten an. Wenn Gärtner den Schnitt im Frühling machen, können sie gleichzeitig die alten Fruchtstände abschneiden.

Heidelbeeren schmücken den Garten das ganze Jahr über

Die Sträucher liefern nicht nur leckere Beeren, sondern tragen auch rosafarbene bis weiße Blüten. Diese locken Wildhummeln an. Im Herbst schmücken sich die Sträucher mit einer kräftigen Herbstfärbung, die von Gelb über Orange bis Rot geht. Das junge Holz kann bei Sorten wie "Reka" im Winter leuchtend rot gefärbt sein.

Geeignete Sorten für den Hausgarten

Für den Hausgarten empfiehlt Stremer, unterschiedliche Sorten von Blaubeeren zu pflanzen. "Auch wenn die Pflanzen sich selbst befruchten, fördert die Fremdbefruchtung den Beerenansatz und die Beerengröße", erläutert der Gärtnermeister. Robust sei die Sorte "Spartan". Besonders aromatisch sind beispielsweise die Früchte der eher späten Sorte "Elisabeth".

Eine regelmäßig reiche Ernte verspricht "Bluecrop", die Stremer als "das Maß aller Dinge" bezeichnet. Besonders lange kann man Heidelbeeren ernten, wenn man die Sorte "Liberty" pflanzt. Stremers Geheimtipp ist "Hortblue Poppins" mit einer mittleren Reifezeit. Der Name Poppins geht auf das knackige Fruchtfleisch zurück.

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